Anerkennung

Terminal 3, Flughafen Frank­furt

Objekt Terminal 3, Flughafen Frank­furt, 60549 Frank­furt am Main
Bauvorhaben Neu­bau
Typologie Verkehrsbau und Infrastruktur
Architekten

MÄCKLER ARCHITEKTEN GmbH / CHM Airport Planung GmbH, Frank­furt am Main, https://chm.de

Bauherrin Fraport AG, Frank­furt am Main
Fertigstellung 2026
Aus­zeich­nungen Anerkennung in der Preiskategorie Archi­tektur, Aus­zeich­nung Vor­bild­licher Bauten im Land Hessen 2026, verliehen vom Land Hessen und der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen

Beurteilung der Jury

Das Terminal 3 des Flughafens Frank­furt ist weit mehr als ein Verkehrsbauwerk. Es ist ein überzeugendes Beispiel dafür, dass selbst hochkomplexe Infrastruktur Orte mit Identität, Atmosphäre und Dauerhaftigkeit hervorbringen kann – und es zeigt in besonderer Weise, wie architektonische Qualität, technische Präzision und wirtschaftliche Ver­ant­wor­tung zusammenfinden können.
Die Dimension des Projekts ist außergewöhnlich. Umso bemerkenswerter ist, mit welcher Konsequenz der hohe architektonische Anspruch bis ins Detail umgesetzt wurde. Über alle Maßstäbe hinweg – von der städte­bau­lichen Figur des Aufnahmegebäudes bis zum fein ausgearbeiteten und wertigen Innenausbau – überzeugt das neue Terminal 3 durch eine herausragende Ausführungsqualität. Materialien, Konstruktion und Details fügen sich zu einem Bauwerk von bemerkenswerter Präzision und Beständigkeit.
Ebenso hervorzuheben ist die Leistung aller Projektbeteiligten, ein Vorhaben dieser Größenordnung im vorgesehenen Kostenrahmen zu realisieren. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Ausdruck einer beispielhaften Planungs- und Projektkultur, die gestalterische Ambition mit wirtschaftlicher Ver­ant­wor­tung verbindet. Qualität entsteht hier nicht trotz, sondern gerade durch die konsequente Beherrschung komplexer Planungs- und Bauprozesse.
Wer das Terminal 3 betritt, erlebt zudem eine Atmosphäre, die man an einem Flughafen nicht selbstverständlich erwartet. Trotz seiner beeindruckenden Raumhöhen wirken die Hallen weder überwältigend noch anonym. Im Gegenteil: Die sorgfältig abgestimmte Material- und Farbgestaltung erzeugt eine ruhige, beinahe gelassene Raumatmosphäre. Großzügige Blickbeziehungen zwischen Ankunfts- und Abflugebene er­mög­lichen eine hohe Aufenthaltsqualität. Dunkle Farbtöne geben den weitgespannten Räumen Maßstab und Tiefe, während warme Natursteinoberflächen dem Gebäude eine angenehme, zeitlose Wertigkeit verleihen.
Besonders eindrucksvoll ist dabei die akustische Qualität. Wo man Lärm und Hall erwarten würde, entsteht ein überraschend ruhiger Raum. Die aus­ge­zeichnete akustische Planung trägt wesentlich zum Aufenthaltserlebnis bei und macht die Archi­tektur nicht nur sichtbar, sondern unmittelbar spürbar. Sie schafft Orientierung, reduziert Stress und verleiht den großzügigen Hallen eine menschliche Dimension.
Das Entwurfskonzept des „Growing Beetle“ beweist darüber hinaus eine bemerkenswerte Weitsicht. Die modulare Struktur ermöglicht zukünftige Erweiterungen, ohne den laufenden Betrieb grundlegend zu beeinträchtigen. Das Terminal ist damit nicht nur für die Anforderungen von heute gebaut, sondern besitzt die notwendige Flexibilität für die Mobilität von morgen.
Die Jury würdigt mit dieser Anerkennung deshalb nicht allein ein architektonisch herausragendes Bauwerk. Sie würdigt ein Projekt, das höchste gestalterische und technische Ansprüche mit exzellenter Ausführungsqualität, wirtschaftlicher Disziplin und einer außergewöhnlichen Aufenthaltsqualität verbindet. Das Terminal 3 setzt Maßstäbe für den Infrastrukturbau und zeigt eindrucksvoll, dass große Archi­tektur dort entsteht, wo Präzision, Ver­ant­wor­tung und Gestaltungskultur zu einer selbstverständlichen Einheit werden.

 

Roland Krebs, Stadt­planer, superwien architecture urbanism ZT gmbh / Jurymitglied