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Qualität sichern – Akzeptanz für Veränderung schaffen

Ihre Stadt soll auch zukünftig lebenswert und attraktiv sein? Sie möchten Bürgerinnen und Bürger erfolgreich beteiligen? Sie suchen den richtigen Investor für Ihr Grundstück? Sie möchten bauen und wünschen hierfür den bestmöglichen Entwurf? Die Palette möglicher Verfahrenswege und Planungs­instrumente ist vielfältig. Die AKH berät sie gerne bei der Wahl des geeigneten Verfahrens für Ihre  individuelle Aufgabe. 

Planungswettbewerbe bieten die beste Lösung für Ihre Aufgabe

Die Bedeutung der Qualität der gebauten Umwelt für die Gesellschaft ist unumstritten. Eine exzellente Gestaltung erhöht die Werthaltigkeit der Investition. Baukultur wird zum Standortfaktor. Die Auswahl eines Planungspartners oder Planungsteams ist daher eine der wichtigsten Entscheidungen, die im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung einer Planungs- oder Baumaßnahme zu treffen ist. Sie hat maßgeblichen Anteil am Erfolg und dem Erreichen der Projektziele. 

 

Architekt*innen und Innen­architekt*innen, Stadtplaner*innen und Landschafts­architekt*innen stellen sich dem Leistungswettbewerb. Nutzen Sie den Planungswettbewerb, um den besten Planungspartner für sich zu finden. Wählen Sie aus einer Vielzahl von Lösungsansätzen die beste Lösung für Ihre Aufgabe aus. 

Der Architekten­wett­bewerb war die beste Option und eine Möglichkeit, relativ preiswert unter etwa 20 Entwürfen wählen zu können, somit einen attraktiven, funktionalen und zugleich zeitgemäßen Kindergarten zu bekommen.

Frank Ide, Bürgermeister Stadt Grünberg

Sie haben die Wahl

Der Planungswettbewerb garantiert eine maximale Vielfalt an möglichen Lösungen. Unter diesen zahlreichen Varianten finden Sie die unverwechselbare, spezifische Antwort auf Ihre Planungs- oder Bauaufgabe. Bei fachübergreifenden Aufgaben ermöglichen interdisziplinäre Wettbewerbe die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen.

Sie bleiben Herr der Entscheidung

In den anonym durchgeführten Verfahren trifft das von Ihnen berufene Preisgericht seine Entscheidung anhand objektiver Kriterien. Sie sind Mitglieder des Preisgerichts und entscheiden mit. Sie haben in der Auslobung zugesagt, einem der Preisträger den Auftrag zu erteilen – wem, das entscheiden Sie – bei Vorhaben oberhalb der EU-Schwellenwerte –  in einem sich anschließenden Verhandlungsverfahren.

Sie möchten kostenbewusst bauen.

Der Planungswettbewerb optimiert das Verfahren. Untersuchungen belegen: Ursprünglich angenommene Baukosten konnten um bis zu sechs Prozent gesenkt werden, wenn im Vorfeld ein Wettbewerb stattgefunden hat. Zum Preis eines Vorentwurfshonorars erhalten Sie eine Vielzahl an Lösungen.

Sie wollen keine Zeit verlieren

Durch die frühe Einbindung der Kommunalpolitik und der Genehmigungsbehörden in das Verfahren gestaltet sich die nachfolgende Planung zügiger. Der Wettbewerb als Konsensverfahren spart Ihnen manchen Umweg.

Sie möchten die Akzeptanz der Öffentlichkeit sichern

Planungswettbewerbe ermöglichen die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Anschaulichkeit der Wettbewerbspräsentation erleichtert den Dialog mit den Anwohnern. Die Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse und die Medienberichterstattung darüber sind die beste Werbung für Ihr Projekt.   

Zunächst beschreiben Sie die Planungsaufgabe. Haben Sie hierzu keine Kapazitäten – kein Problem –  ein Verfahrensbetreuer kann diese Aufgabe übernehmen. Anhand der Aufgabe werden der Teilnehmerkreis (Architekt*innen, Stadtplaner*innen, Innen­architekt*innen, Landschafts­architekt*innen. o.ä.) bestimmt und die Wettbewerbsleistungen definiert. Sie legen das Wettbewerbsverfahren fest (offener oder nichtoffener Wettbewerb) und bestimmen das Preisgericht. Das einfache Vorentwurfshonorar bildet die Wettbewerbssumme, die als Preisgeld ausgeschüttet wird. Die Wettbewerbsauslobung wird an die Teilnehmer verschickt. Die beteiligten Planer fertigen daraufhin Vorschläge an. Diese werden anonym präsentiert, ein unabhängiges Preisgericht, in dem Sie vertreten sind, beurteilt die Arbeiten, und es werden Preise für die besten Lösungen vergeben. Einer der Preisträger wird mit der weiteren Bearbeitung der Planungsaufgabe beauftragt. Das Auftragsversprechen bei Architekten­wett­bewerben reicht in der Regel bis zur Ausführungsplanung.

 

Regelablauf eines Wettbewerbs
  1. Programm / Aufgabenstellung
    Erstellen der Aufgabenbeschreibung, gegliedert in allgemeine Wettbewerbsbedingungen (Teil A), Wettbewerbsaufgabe (Teil B) mit Angabe der bindenden Vorgaben und Anlagen.
  2. ggf. Veröffentlichung / Bekanntmachung
    (beim öffentlichen Auftraggeber)
  3. ggf. Auswahl / Los / Bestimmung der Teilnehmer
    (beim nichtoffenen Wettbewerb)
  4. Preisrichtervorbesprechung zur Abstimmung des Auslobungstextes mit allen Preisrichtern / Beratern
  5. Versand der Auslobungsunterlagen an Teilnehmer
  6. Kolloquium
    Das Preisgericht beantwortet die Fragen der Wettbewerbsteilnehmer
  7. Abgabe der Wettbewerbsarbeiten
    Wettbewerbsbeiträge werden anonym eingereicht (Regelfall)
  8. Vorprüfung
    Formale, wirtschaftliche und funktionale Prüfung der Arbeiten (keine Wertung)
  9. Preisgericht
    Beurteilung und Bewertung der Arbeiten, Bildung einer Rangfolge, Erteilung von Preisen und ggf. Anerkennungen und Vermittlung der Ergebnisse
  10. Ausstellung, Presse­mitteilung, Einbindung der Öffentlichkeit
  11. Auftrag an einen der Preisträger, in der Regel den Gewinner (§ 8 Abs. 2 RPW)
Sie suchen einen Verfahrensbetreuer?

Wir senden Ihnen gerne eine Liste registrierter Mitglieder zu, die bislang in Hessen Wettbewerbs- und/oder Vergabeverfahren betreuten.  

Sie suchen einen Preisrichter / eine Preisrichterin für Ihre Jury?

Bei uns erhalten Sie eine Liste von Fachpreisrichtern aus Hessen. 

In § 3 RPW 2013 werden zwei Wettbewerbsarten und vier Wettbewerbsverfahren unterschieden. Zu den Wettbewerbsarten zählen der Realisierungs- und Ideenwettbewerb. Während dem Realisierungswettbewerb die Umsetzungsabsicht der Wettbewerbsaufgabe zugrunde liegt, dient der Ideenwettbewerb der Findung konzeptioneller Lösungen, insbesondere auch zur Klärung der Grundlagen einer Planungsaufgabe.

Zu den Wettbewerbsverfahren zählen:
  • Offener Wettbewerb
  • Nichtoffener Wettbewerb
  • Zweiphasiges Verfahren
  • Kooperatives Verfahren

Lassen Sie Ihren Wettbewerb bei der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen registrieren. Der Registrierungsvermerk dokumentiert: Sie spielen fair und halten sich an die Grundsätze und Regeln der Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2013). Hierzu zählen:

  • Gleichbehandlung aller Teilnehmer, auch im Bewerbungsverfahren
  • eindeutige Aufgabenstellung
  • angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis, angemessene Honorierung
  • kompetentes und unabhängiges Preisgericht
  • Auftragsversprechen
  • Anonymität der Wettbewerbsbeiträge
Sie möchten Ihren Wettbewerb registrieren lassen?

Senden Sie uns Ihre Auslobung zu. Wir prüfen die RPW-Konformität. 

Machen Sie das Stadtbild Ihrer Stadt zur gemeinsamen Angelegenheit

Profitieren Sie von der unabhängigen Beratung eines Expertengremiums und diskutieren Sie wichtige architektonische, städtebauliche und freiraumplanerische Projekte in Ihrer Stadt frühzeitig mit einem Gestaltungsbeirat. Gestaltungsbeiräte helfen nicht nur Fehlentwicklungen im Stadtbild zu vermeiden, sondern sie fördern die Debatte über gutes Planen und Bauen und schaffen damit Akzeptanz für Veränderungen.

AKH/Joachim Mildner nach BBSR/STUDIO STADT REGION
Gestaltungsbeiräte in Klein- und Mittelstädten sowie in kleinen Großstädten und Großstädten nach einer Erhebung des BBSR, 2017.

Darmstadt legt nicht nur Wert auf gute Baukultur, sondern wir sehen Planen und Bauen in der Stadt als öffentliche Angelegenheit. Daher haben wir seit 2011 einen Gestaltungsbeirat für die Stadt.

Jochen Partsch, Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Seit 1994 hat sich die Zahl der Gestaltungsbeiräte in Deutschland mehr als verdoppelt. Immer mehr Städte und Kommunen erkennen den Vorteil eines unabhängigen Expertengremiums und sehen in der Pflege und Weiter­entwicklung ihres Stadtbildes einen wichtigen Auftrag. Denn: Ein attraktives Stadtbild prägt die Identität einer Stadt und macht sie unverwechselbar. Es macht sie für den Tourismus attraktiv und Unternehmen profitieren als Standortfaktor davon. Gleichzeitig wird durch die öffentliche Debatte die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt gefördert. Gestaltungsbeiräte können zwischen den am Planungs- und Bauprozess beteiligten Gruppen vermitteln und mit zu einem Ausgleich der Interessen der Allgemeinheit und des Vorhabenträgers beitragen. 

Der Beirat arbeitet interdisziplinär. Seine Mitglieder sind renommierte Fachleute auf den Gebieten der Architektur, der Landschafts­architektur und des Städtebaus. Sie werden von Ihnen bestimmt. Um eine unabhängige Beratung des Expertenkreises zu gewährleisten, sollten die Mitglieder in keinem Auftragsverhältnis zur Stadt stehen. Der Blick von außen fördert den Diskurs.

Die zentrale Aufgabe besteht darin, möglichst frühzeitig im Planungsprozess Vorhaben zu beraten, die in der Regel aufgrund ihrer Größenordnung und/oder ihrer Bedeutung für das Ortsbild von Relevanz sind. Hierzu gehören auch bauliche Veränderungen an historisch wertvollen Gebäuden oder Ensembles sowie Neubauten in deren Nähe. Die Empfehlungen des Gestaltungsbeirats betreffen nicht nur gestalterische Aspekte, sie berücksichtigen auch wirtschaftliche Interessen, ökologische Kriterien und den städtebaulichen Kontext von Gebäuden. Das Votum des Gestaltungsbeirates stellt eine Empfehlung dar. Die kommunale Planungshoheit bleibt davon unberührt. 

Die Sitzungen des Gestaltungsbeirates sind in einen öffentlichen und nicht-öffentlichen Teil gegliedert.  Dies gewährleistet zum einen die sachgerechte Information der Öffentlichkeit über das Projekt, zum anderen die kompetente Beratung der Vorhabensträger im internen Kreis. 

Die Entschädigung der Beiratsmitglieder erfolgt nach der „Aufwandsentschädigung für Gestaltungsbeiratsmitglieder“.

Sie scheuen den Aufwand der Einrichtung eines ständigen Gestaltungsbeirates, die Neubebauung eines Grundstücks in zentraler Lage befindet sich jedoch in der Entwicklung, dann nutzen Sie den Mehrwert eines vorhabenbezogenen, temporären Gestaltungsbeirats. Die Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen unterstützt Sie bei der Organisation, Planung und Durchführung.   

Entscheiden Sie beim Verkauf Ihrer Grundstücke nach Konzeptqualität

Die Bauleitplanung allein reicht nicht, um städtebauliche, architektonische, nutzungsbezogene und soziale Qualitäten von Bauprojekten zu sichern. Ebenso wenig wird es regelmäßig möglich sein, diese dadurch zu erreichen, dass Kommunen selbst zu Projektentwickler werden. Nutzen Sie das Instrument der Konzeptvergabe und veräußern Sie Ihre Liegenschaften nicht nach dem Höchstpreis, sondern nach dem Konzept, das die nachhaltigsten Ansätze zur Weiter­entwicklung des Quartiers anbietet. 

Das Land wird eine Vorreiterrolle übernehmen und sowohl selbst und in Zusammenarbeit mit den Kommunen geeignete Liegenschaften des Landes in der Regel über das Instrument der Konzeptvergabe veräußern, um statt des maximalen Preises die Erreichung der wohnungsbaulichen Ziele noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. In: Aufbruch im Wandel durch Haltung, Orientierung und Zusammenhalt KOALITIONSVERTRAG zwischen CDU Hessen und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Hessen für die 20. Legislaturperiode, 2018

Die Varianten der Konzeptvergabe unterscheiden sich in der Gewichtung des Preises innerhalb der Zuschlags-/Wertungskriterien: 

Ist ein Festpreis (≥ Verkehrswert) Voraussetzung für den Erwerb eines Grundstücks, dann umfassen die Qualitätskriterien in Summe 100 Prozent der Zuschlagskriterien. Diese Gewichtung ist zu empfehlen, wenn insbesondere zivilgesellschaftliche oder soziale Akteure eine Chance zur Baulandentwicklung erhalten wollen. 

Bei einem Bestgebotsverfahren findet neben den qualitativen Kriterien auch der Preis eine Berücksichtigung. Zur Bewertung der Angebote wird bereits mit der Bekanntmachung die Gewichtung von Konzeptqualität und Kaufpreisangebot festgelegt. Die Qualität des Konzepts wird anhand aufgabenspezifischer Kriterien bewertet.  

Als Gewichtung wird empfohlen: 

  • Konzept 70 Prozent (min. 50 Prozent)
  • Kaufpreis 30 Prozent (max. 50 Prozent)

Die Erarbeitung der Konzepte erfolgt in der Regel je nach Aufgabenschwerpunkt durch Architekt*innen, Stadtplaner*innen und/oder Landschafts­architekt*innen. Es handelt sich hierbei um eine vergütungspflichtige Leistung, die nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI 2013) zu entgelten ist. 

Die Vergabe öffentlicher Grundstücke nach Konzeptqualität ist eine wichtige Voraussetzung für die Schaffung nutzungsgemischter, urbaner Quartiere mit hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität und für die Umsetzung nachhaltiger sozialer, ökologischer und ökonomischer Standards. 

Zur Bewertung der Konzepte werden in der Regel Qualitätskriterien für die Bereiche

  • Wohnungspolitik
  • Städtebau und Quartier
  • Architektur und Funktion
  • Energie, Ökologie und Verkehr

formuliert.

Die Ausschreibung der Grundstücke in Rahmen der Konzeptvergabe findet in der Regel über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten statt und erfolgt in mehreren Schritten. Vor dem offiziellen Start ist es notwendig, den Marktwert der betroffenen Grundstücke durch ein Sachverständigengutachten ermitteln zu lassen. Dieser Wert bildet bei einer Konzeptvergabe ohne Kaufpreisangebot den Festpreis, bei einer Konzeptvergabe mit Kaufpreisangebot den Mindestpreis ab.

Zum weiteren Verfahrensablauf siehe Grafik aus der Orientierungs­hilfe der AKH
AKH/Joachim Mildner

Landeswettbewerbs- und Vergabe­ausschuss – Name ist Programm und Auftrag

Zusammen mit dem Referat Vergabe und Wettbewerbe der AKH beraten die Mitglieder des LWAs private und öffentliche Auftraggeber ergebnisoffen und kostenfrei in zentralen Fragen des Vergabe- und Wettbewerbswesens.

Landeswettbewerbs- und Vergabe­ausschuss

Vergaberecht

Positionen

Vergaberecht aus Sicht der AKH

Zur Stellungnahme
AKH/Christoph Rau
Fortbildung

15. Hessischer Vergabetag

Zum Programm
Vergabe und Wettbewerbe / Wettbewerbs­dokumentation

Neu! besser bauen – Architekten­wett­bewerbe in Hessen 2018

Die große Leistungsbilanz an erfolgreich durchgeführten Wettbewerben in Hessen ist als informatives Nachschlagewerk jetzt im AKH Shop erhältlich. Die Broschüre dokumentiert ein breites Spektrum von Planungs- und Bauaufgaben, die sich durch Ideenvielfalt und interessante Lösungsansätze auszeichnen. Überzeugen Sie sich selbst!

Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen (Hrsg.)

Architekten­wett­bewerbe in Hessen 2018
2019. 137 S. mit zahlreichen s/w-Abb., DIN A4, Broschur
€ 10,00 für Mitglieder der AKH  / € 15,00 für Nicht-Mitglieder (jeweils zzgl. Porto) 

Zur Bestellung

Arge Christian Thomann Architekt/heimspiel architekten
Best Competition

Stadtreparatur im Herzen von Korbach – für die Zukunft entscheiden!

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Die Durchführung eines EU-weiten Architekten­wett­bewerbs lohnt sich auch für Klein- und Mittelstädte, wie das Beispiel der Hansestadt Korbach zeigt. Eine gute Planung und Vergabe sind der Grundstein für Qualität, Nachhaltigkeit und Baukultur.