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Digitale Transformation im Architekturbüro

Die Digitalisierung ist eine der zentralen ökonomischen und technischen Aufgaben der Architekt*innenschaft. Die übergeordneten Ziele sind die Sicherung einer nach­haltigen Wirtschaftsentwicklung und guter Arbeitsbedingungen, die Stärkung der In­no­vationskraft und die Förderung der Bau- und Planungskultur. 

Beratungsservice zu Fragen der Digitalisierung

Die Digitalisierung findet in beschleunigtem Tempo in allen Bereichen der Wirtschaft statt: Das Bauwesen und die Wertschöpfungskette Bau stehen vor Heraus­forderungen. Die Methode des sogenannten Building Information Modeling (BIM) soll zusehends Standard werden. Richtig eingesetzt kann sie zu mehr Planungs- und Kostensicherheit führen.

 

Mit der Digitalisierung verändern sich die methodischen Prozesse und Abläufe im Planungs- und Bauwesen. Der konsequente Einsatz von digitalen Instrumenten ermöglicht auch kleineren Büros zusätzliche Auftragschancen, insbesondere durch die erleichterte Vernetzung mit weiteren Planungspartnern.

Dirk Hennings, Dipl.-Ing. Architekt und Experte für die Digitalisierung der Bau­wirtschaft

Architektur ist seit jeher eine integrative Disziplin; hier liegt der Fokus auf der Inanspruchnahme der Systemführerschaft des Berufs­standes und der Mitgestaltung der digitalen Transformation im Sinne der Architektenschaft.

Isabella Göring, Geschäfts­führerin Akademie der AKH

Fort- und Weiter­bildung mit Qualitätssiegel

Der BIM-Standard Deutscher Architekten- und Ingenieurkammern ist das seit 2018 erfolgreich laufende bundesweite Fort­bildungs­programm der Planerkammern in der digitalen ­Arbeitsmethode BIM auf der Basis der Richtlinie VDI/BS 2552 Blatt 8 ff. Im Juli 2020 wurde eine Vereinbarung zwischen dem Bundes­ministerium des Innern, für Bau und Heimat, der Bundes­ingenieur­kammer sowie der Bundes­architekten­kammer unterzeichnet, die vorsieht, dass die Absolventinnen und Absolventen des ­BIM-Vertiefungs­lehrgangs nach dem „BIM-Standard Deutscher Architekten- und Ingenieurkammern“ eine Teilnahmeurkunde erhalten, die bei Wettbewerben und Ver­gabeverfahren für zukünftige Bundesbauprojekte ­anerkannt wird.

Dies bedeutet für Mitglieder der Architekten­kammern, dass sie sich mit der Teilnahmeurkunde automatisch bei öffentlichen Wettbewerben und Ver­gabeverfahren in Deutschland qualifizieren. Das Einreichen der Teilnahmeurkunde reicht dafür aus. Diese weist die eingehende Kenntnis der BIM-Methode und eine interdisziplinäre, kollaborative Ausbildung nach. Außerdem sollen die Lehrgänge nach dem Standard auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bauverwaltungen angeboten werden, um die BIM-Kompetenzen der öffentlichen Bauherren zu stärken.

Basiskurs BIM in der Architektur

Der Basiskurs BIM (Building Information Modeling) richtet sich speziell an Personen aus den Bereichen Architektur, Planung und Bauen und legt den Grundstein für die interdisziplinäre Ausbildung zum professionellen BIM-Anwender. Mit diesem Ausbildungsmodul erlangen die Teilnehmenden einen Ein- und Ausblick auf die Digitalisierungsprozesse der Bau- und Planungsbranche sowie die damit einhergehenden veränderten Planungsprozesse.

Statements zur Digitalisierung des Planungs- und Bauwesens

Digital gespeichertes, prozessiertes und immer wieder neu angereichertes Wissen in Gestalt von Daten ist ent­scheidender Wirtschafts­faktor der Zukunft. Daten- und wissensgetriebene Wirtschafts­modelle kommen dem Berufs­stand der Planer im Grundsatz entgegen, sofern sichergestellt werden kann, dass die kreative Entwurfs- und Planungsleistung hinreichend geschützt werden.

Brigitte Holz, Präsidentin der AKH

Was können wir über Gebäude und ihre Architektur wissen? Im Zeichen der Digitalisierung wahrscheinlich mehr, als man bislang an datengebundenem Wissen nutzt. Und angesichts des Ziels, klimaneutral zu bauen, ziehen wir noch zu wenig Wissen aus den Gebäudedaten über rezyklierbare Baustoffe. Die Sicht auf Gebäude als wertvolle Re­ssource in einer wis­sens­ge­trieb­enen Planungs- und Bau­wirtschaft wird die Zukunft prägen. Sie kann für das Berufs­bild der Architekt*innen und den Aufgaben, die ihnen vorbehalten sein sollten, von ent­scheidendem Nutzen sein.

Dr. Martin Kraushaar, Haupt­geschäfts­führer AKH

Publikationen zum Thema BIM

BIM - Das daten- und wissensgetriebene Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden – Schon jetzt und in Zukunft

BIM gehört zu den Treibern der Digitalisierung im Bauwesen. Was bedeutet der Einsatz dieser Planungsmethode für Architektur- und Planungsbüros? Wie verändert BIM die Wertschöpfungsketten bei Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden? Wem gehören die digitalen Datenmodelle oder die Bauteildatenbanken und was bedeutet BIM für die Vertragsgestaltung?

Diesen und weiteren Fragen gehen die Autor*innen der Fachaufsätze in der neuen BIM-Broschüre der AKH nach. Die Broschüre reflektiert den aktuellen Stand und bietet darüber hinaus Ausblicke zum Beispiel auf mögliche neue Geschäftsmodelle und -felder. 

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Leitfaden "BIM für Architekten - Im­ple­ment­ierung im Büro"

Im Rahmen der Arbeit der Arbeitsgruppe „BIM-Büroimplementierung“ der BAK ist ein Leitfaden zum Thema Building Information Modelling (BIM) entstanden. Unter dem Titel „BIM für Architekten - Im­ple­ment­ierung im Büro“ sollen als praxisorientierte Einstiegshilfe konkrete Hilfestellungen und Tipps für die Im­ple­ment­ierung und die ersten Schritte bei der Einführung der BIM-Methode im Architekturbüro gegeben werden. Die Themen umfassen u.a. Strategien, Arbeitsabläufe, juristische Aspekte und Fortbildung.

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