
Weißbuch Perspektiven der Infrastruktur - Versorgungssicherheit für Hessen
Nach dem großen Erfolg des Weißbuchs zum Bürokratieabbau, das Kammern in Hessen Ende September 2024 an Staatsminister Manfred Pentz übergeben hatte, wollte Kammern in Hessen den gemeinsamen Dialog fortsetzen und neue Impulse setzen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veröffentlichung stehen die Perspektiven der Infrastruktur – als zentrale Grundlage für wirtschaftliche Stärke, gesellschaftliche Teilhabe und Zukunftsfähigkeit.
Die feierliche Übergabe des Weißbuchs „Perspektiven der Infrastruktur – Versorgungssicherheit für Hessen“ durch das Bündnis „Kammern in Hessen“ fand am 21. April 2026 im Kurhaus in Wiesbaden statt. Die Kammerorganisationen hatten 16 Problemstellungen mit passenden Lösungsvorschlägen aus der Praxis erarbeitet und überreichten das Weißbuch an die Landesregierung, vertreten durch Staatsministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus, Staatsministerin Heike Hofmann und Staatssekretärin Ines Fröhlich.

Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation:
„Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist die Grundlage für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Mit unserer Gigabitstrategie, dem Masterplan Mobilfunk und unserer regionalen Rechenzentrumsagenda schaffen wir die Basis für ein starkes und zukunftsfähiges Hessen 2030.“
Heike Hofmann, Hessische Arbeits- und Sozialministerin:
„Ich bedanke mich bei den Kammern für die im Weißbuch gebündelten konstruktiven Hinweise und Anpassungsvorschläge zu Infrastruktur und Versorgungssicherheit. Wir als Landesregierung schaffen die Rahmenbedingungen für ein zukunftsfähiges Hessen mit einer starken Wirtschaft. Mein Haus arbeitet hier insbesondere mit großem Einsatz daran, den Boden für die Gewinnung von Fach- und Arbeitskräften und für eine noch besser gelingende Teilhabe am Arbeitsleben von Frauen, von Menschen mit Behinderung oder Zugewanderten zu bereiten – und somit auch daran, die Situation für Unternehmen und Arbeitgeber zu verbessern, die dringend auf der Suche nach Beschäftigten sind. Zudem stehen wir als Arbeits- und Sozialministerium für Arbeitsschutz und dafür, zu überwachen, dass hessenweit gute und für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber faire Arbeitsbedingungen herrschen.“
Ines Fröhlich, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum:
„Die Zukunft unserer Infrastruktur in Hessen entsteht nicht am Reißbrett, sondern im engen Schulterschluss zwischen Landesregierung und Wirtschaft. Die Kammern bringen die Erfahrungen aus der Praxis ein, Genau dieses Wissen brauchen wir, um Gesetze besser, einfacher und vor allem alltagstauglich zu machen.
Auf Infrastruktur in Hessen sind wir alle angewiesen – wir prosperieren mit ihr oder stagnieren, wenn Infrastruktur den Bedarfen, den Anforderungen nicht gerecht wird. Deshalb setzen wir konsequent auf Dialog – beispielsweise mit unserer Kommission „Innovation im Straßenbau“. Dort bringen wir alle an einen Tisch, die Verantwortung tragen, und entwickeln gemeinsam Lösungen. Gleichzeitig treiben wir die Digitalisierung voran, etwa durch bessere Baustellendaten und Systeme wie AMS Hessen.
Mir ist wichtig, dass Hinweise aus der Praxis nicht nur gehört, sondern umgesetzt werden. Denn nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir Infrastruktur schneller planen, besser bauen und verlässlicher bereitstellen: Für unsere Wirtschaft und für die Menschen in Hessen.“
Weißbuch Perspektiven der Infrastruktur - Beiträge der AKH
Die AKH hat zwei Beiträge in das Weißbuch eingebracht: zur grün-blauen Infrastruktur und zur kommunalen Wärmeplanung.
Im ersten Beitrag fordert die AKH, grün-blaue Infrastruktur als Teil der Daseins- und Gesundheitsvorsorge verbindlicher zu verankern. Entsiegelung, Regenwasserrückhalt, Verschattung und Stadtgrün seien zentrale Bausteine klimaresilienter Quartiere – gerade im Bestand. Das Whitepaper fordert dafür unter anderem eine stärkere Verankerung im Planungsrecht, integrierte Umbaukonzepte für Bestandsquartiere und weiterentwickelte Standards für den klimaresilienten Stadt- und Quartiersumbau.
Im zweiten Beitrag geht es um die kommunale Wärmeplanung. Aus Sicht der AKH darf sie kein isolierter Fachprozess bleiben, sondern muss mit Stadtentwicklung, Mobilität, Freiraum und Bauleitplanung zusammengedacht werden. Gefordert werden klare Qualitätskriterien, verbindliche Schnittstellen und interdisziplinäre Verfahren, damit die Wärmewende nicht nur Netze organisiert, sondern auch zur qualitätvollen Entwicklung von Quartieren beiträgt.
Mit beiden Beiträgen bringt die AKH planungsbezogene Perspektiven in das gemeinsame Whitepaper der hessischen Kammern ein.
Kammern in Hessen
Die Kammern in Hessen vereinen rund 100.000 Freiberuflerinnen und Freiberufler und über 400.000 Unternehmen. Sie vertreten ihre Interessen objektiv und verlässlich. Als Partner des Staates übernehmen sie wichtige öffentliche Aufgaben – von der beruflichen Bildung über Qualitätsstandards bis hin zur Beratung von Politik und Gesellschaft. Das Handeln der Kammern ist geprägt von Verantwortung, Gemeinwohlorientierung und der Stärke eines demokratisch getragenen Ehrenamts.
Die Website von Kammern in Hessen erreichen Sie unter: www.kammern-in-hessen.de




