BAK fordert: Bezahlbarer Wohnungs­bau für Alle

Bezahlbarer Wohnungs­bau ist den deutschen Architekt*innen, Innen­architekt*innen, Landschafts­architekt*innen und Stadt­planer*innen ein besonderes Anliegen. Seit Jahren übersteigt besonders in den Ballungs­räumen die Nachfrage nach mietpreisgünstigem Wohnraum das An­ge­bot. Diese Asymmetrie wird durch die inter­nationale Zuwanderung nach Deutschland zusätzlich verschärft.

Die Bundes­architekten­kammer gibt mit den folgenden Ausführungen Hinweise zu Standards für bezahl­baren Wohnraum und zur Rolle der Förderung von Mietwohnungen und Wohneigentum. Sie beziehen sich auf bestehende und neue Anforderungen im Wohnungs­bau. Das Papier wird regelmäßig aktualisiert.

Nicht Wohnen allein, sondern Arbeitsplätze vor Ort sind wichtig. Zusätzliche Wohnungs-angebote müssen schwerpunktmäßig in den Ballungs­räumen, aber auch in solchen ländlichen Regionen geschaffen werden, in denen eine gute Arbeitsinfrastruktur (beispielsweise Handwerk und mittel-ständische Industrie) vorhanden ist.

Seit 2009 sind in Deutschland ca. 770.000 Wohnungen zu wenig gebaut worden. Eine Studie des Pestel-Instituts ergibt, dass bis 2021 mindestens 400.000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden müssten. Vor allem bezahlbare Wohnungen fehlen dabei nicht nur in den Ballungsgebieten. Nach Deutschland geflohene und fliehende Menschen, Zuwanderer aus EU-Ländern, der Zuzug in die Städte, der Wunsch von Familien mit Kindern nach Wohneigentum und die bisherigen Versäumnisse bei der Bedarfsdeckung bedingen nun große, gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten, um die gegenüber den aktuellen Baufertigstellungen zusätzlich erforderlichen ca. 140.000 WE/a zu realisieren. Dies ist nur mit staatlicher Förderung und großer gemeinsamer Anstrengung aller Beteiligten zu erreichen. 

Darüber hinaus erschreckt der aktuelle Anstieg der Wohnungslosigkeit in Deutschland. Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe hatten 2016 rund 860.000 Menschen in Deutschland keine Wohnung, davon waren ca. die Hälfte Zugewanderte. Für 2018 wird eine Zunahme auf bis zu 1,2 Millionen wohnungsloser Menschen erwartet. Auch wenn die Zuwanderung die Gesamtsituation verschärft, ist sie nur eine Ursache des nach wie vor bestehenden Mangels an bezahl­baren Wohnungen.
Die hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum führt unmittelbar zu einer Diskussion über kostengünstigen und sozial integrierten Wohnungs­bau. Familien mit Kindern, Zugereiste und nachziehende Familienangehörige benötigen kurzfristig bezahl­baren Wohnraum – wie auch die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die auf den Wartelisten der kommunalen Wohnungsgesellschaften und Baugenossenschaften stehen. Dabei muss der Wohnungsmarkt auf geänderte Lebensmodelle und neue Vorstellungen der Menschen über Wohnformen reagieren.

Zwei Drittel des deutschen Wohnungsbestandes liegen in privater Hand. Das dort liegende Potential, bezahl­baren Wohnraum zu schaffen, muss daher ebenfalls ausgeschöpft werden. Die Förderung von selbstgenutzten Wohnraum sollte so ausgerichtet sein, dass diese einen Beitrag zum zukunftsfähigen, qualitätsvollen Wohnungs- und Städtebau leistet.

Die BAK plädiert für

Standards, Bauordnung- und Planungsrecht, Genehmigungsverfahren
  • Regionalplanung
  • Städtebauliche Standards
  • Soziale Standards
  • Planungsstandards und -grundsätze
  • Bezahlbare Standards im Neubau
  • Bezahlbare Standards im Bestand
  • Bau­planungs­recht
  • Bau­ordnungs­recht und Vollzug
  • Standards und Normen
Boden- und Förderpolitik von Bund, Ländern und Kommunen
  • Fördermittel nutzen!
  • Sozialen Wohnungs­bau reaktivieren!
  • Förderung von selbstgenutztem Wohneigentum zielgerichtet einsetzen!
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