
Ideen für eine Stadtmitte, die einlädt
Der Magistrat der Stadt Ortenberg lobt einen städtebaulichen und freiräumlichen Planungswettbewerb als nichtoffenen Ideenwettbewerb gemäß den Richtlinien der RPW 2013 aus.
Gegenstand des Wettbewerbs
Ortenberg als eine von drei Kommunen eines interkommunalen Zusammenschlusses mit der Gemeinde Hirzenhain und der Stadt Gedern liegt in der Region Oberhessen im östlichen Teil des Wetteraukreises. Inmitten des Dreiecks der Städte Frankfurt am Main, Gießen und Fulda bilden sie zusammen einen Teil der als „Oberes Niddertal“ bezeichneten Kooperation und gleichnamigen Region im landschaftlichen Übergang zwischen der Wetterau und dem Naturpark Vulkanregion im südwestlich gelegenen, unteren Vogelsberg.
Bereits 1266 erlangte Ortenberg Stadt- und Marktrechte. Aus dieser Zeit stammt der Stadtwall, der historische Ortskern sowie das Ortenberger Schloss. Im heutigen Stadtbild sind viele Bauwerke der vergangenen Historie erkennbar: unter anderem die in Teilen erhaltene Stadtmauer mit spätgotischem Obertor, der „Diebesturm“, das alte Rathaus, das kürzlich restaurierte Schloss und zahlreiche restaurierte Fachwerkhäuser des 18. Jahrhunderts.
Der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel stellt Ortenberg vor große Herausforderungen. Der Stadtkern leidet an Funktionsverlusten und Gebäudeleerständen. Der innerörtliche Verlauf der Bundesstraße 275 bringt hohe Verkehrsbelastungen mit sich und beeinträchtigt die innerörtlichen Quererschließungen. Das Stadtbild ist von großen offenen, unzureichend gestalteten Flächen geprägt. Aber auch zahlreiche historische Gebäude gehören zum Erscheinungsbild Ortenbergs. Viele der mittelalterlichen Häuser sowie das Gebäudeensemble der Altstadt als Ganzes verleihen der Stadt stellenweise hohe städtebauliche Qualitäten.
Bund und Land unterstützen seit 2021 mit dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“, diese Herausforderung langfristig zu meistern.
Im Fokus des Programms stehen der Erhalt und die Entwicklung eines lebendigen und identitätsstiftenden Stadtkerns. Die Grundlage der Programmumsetzung bildet hierbei das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) mit Festlegung eines Fördergebietes und einer Zusammenstellung von vorgeschlagenen Projekten und Maßnahmen aus dem Jahr 2019.
Die Ausloberin hat sich dazu entschlossen, sich in einem ersten Schritt eine qualifizierte Orientierung zu den übergreifenden Entwicklungsmöglichkeiten geben zu lassen.
Im Juni 2026 ist das Preisgericht zusammengekommen, und hat drei Preise verliehen
- 1. Preis (20.000 Euro): lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin Ursula Hochrein, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Axel Lohrer, München
- 2. Preis (12.000 Euro): Thomas Schüler Architekten Stadtplaner, Architekt und Stadtplaner Thomas Schüler, Düsseldorf mit GTL Landschaftsarchitektur Triebswetter, Mauer, Bruns Partner mbB, Landschaftsarchitekt Michael Triebswetter, Kassel
- 3. Preis (8.000 Euro): Loth Städtebau + Stadtplanung, Stadtplanerin Christine Loth, Siegen mit Schmidt Freiraumplanung, Landschaftsarchitekt Stefan Schmidt, Hachenburg
Preisträger in der Übersicht
1. Preis
lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh2. Preis
Thomas Schüler Architekten Stadtplaner mit GTL Landschaftsarchitektur Triebswetter, Mauer, Bruns Partner mbB3. Preis

1. Preis
Die Arbeit nähert sich der Aufgabe und dem Ort feinsinnig, differenziert und bleibt dabei im besten Sinne konzeptionell klar: sie bearbeitet die freiräumlich-städtebauliche Verknüpfung von Nidderaue und Altstadt, die Ausformulierung einer maßstäblichen, gleichwohl prägnanten Stadtmitte sowie eine wohl austarierte Gestaltung städtisch belebter und zukunftsfähig durchgrünter öffentlicher Räume.
Auszug aus dem Protokoll der Preisgerichtssitzung zum 1. Preisträger
2. Preis
3. Preis
Steckbrief
| Wettbewerbstitel | Städtebaulich-freiräumlicher Ideenwettbewerb Kernbereich Ortenberg |
|---|---|
| Auslober | Magistrat der Stadt Ortenberg, Bau- und Liegenschaftsverwaltung, Lauterbacher Straße 2, Ortenberg |
| Wettbewerbsmanagement | grüningerarchitekten | BDA, Grüninger · Kunt · Muntermann PartG mbB, Havelstraße 16, Darmstadt |
| Teilnehmer | Stadtplaner*innen und Landschaftsarchitekt*innen in Bewerbergemeinschaft |
| Beteiligung | 10 Arbeiten |
| Fachpreisgericht | Torsten Becker, Stadtplaner, Frankfurt am Main (Vorsitz) Franz Reschke, Landschaftsarchitekt, Berlin Michael Volpert, Stadtplaner und Verkehrsplaner, Kassel Rainer Tropp, Architekt, Aschaffenburg Prof. i. V. Katharina Rauh, Stadtplanerin, Darmstadt (Stellvertretung) Doron Stern, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner, Köln (Stellvertretung) Karin Weber, Verkehrsplanerin und Stadtplanerin, Darmstadt (Stellvertretung) |
| Sachpreisgericht | Markus Bäckel, Bürgermeister Stadt Ortenberg Joachim Heuser, Bauamtsleiter Stadt Ortenberg Julien Zahn, Marktmeister Kalter Markt Ortenberg Hartmut Langlitz, Stadtrat Stadt Ortenberg (Stellvertretung) Simone Seum, Bau- und Liegenschaftsverwaltung Stadt Ortenberg (Stellvertretung) |
| Sachverständige | Bernd Uwe Domes, Regionalmanagement LEADER-Region Wetterau/Oberhessen, Wirtschaftsförderung Wetterau, Friedberg Michael Kolbe, Fraktion FWG Jens Kraft, Fraktion SPD Valentin Schwarz, Fraktion CDU Dietmar Wäß, Fraktion Bündnis 90 / Die Grüne |













