
Neubau einer modernen Feuerwache und eines langfristig nutzbaren Bürgerhauses
Die Gemeinde Wehrheim lobt einen nichtoffenen einstufigen hochbaulich-freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb im Rahmen eines VgV-Verfahrens gemäß den Richtlinien der RPW 2013 aus.
Gegenstand des Wettbewerbs
Wehrheim wurde erstmals im Jahr 1046 urkundlich erwähnt, als Kaiser Heinrich III. das Dorf „Wirena“ seiner Ehefrau Agnes schenkte. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs Wehrheim und erhielt 1372 durch die Grafen von Diez die Stadtrechte. Ihnen gehörte auch die Burganlage „Schloss Werhen“, die an der Stelle der heutigen katholischen Kirche und des Pfarrhauses stand. Aus der Zeit erhalten geblieben sind Teile der ehemals übermannshohen Stadtmauer mit Toren und Türmen, die sich einst von der Gartenstraße bis zur Hauptstraße erstreckte.
Die Gemeinde Wehrheim trägt den Beinamen „Apfeldorf am Limes“, weil sie zum einen am historischen römischen Grenzwall, dem sogenannten Limes, liegt und zum anderen seit Jahrhunderten von ausgedehnten Streuobstwiesen mit schätzungsweise bis zu 6.000 Apfelbäumen geprägt wird. Auch wenn sich diese Zahl später reduzierte, pflegt die Gemeinde auch heute eine lebendige Apfelkultur mit Festen wie dem Apfelblütenfest, einer eigenen Apfelblütenkönigin und dem Erhalt alter Apfelsorten. Seit 2002 ist der Beiname offiziell und symbolisiert Wehrheims Verbindung zu Natur, Tradition und regionalem Brauchtum.
1972 haben sich Wehrheim, Obernhain, Pfaffenwiesbach und Friedrichsthal zur Großgemeinde zusammengeschlossen. In diesem Jahr wurde auch das Feuerwehrhaus errichtet und 2002 durch einen Anbau ergänzt. Kurz darauf, im Jahr 1975, entstand das Bürgerhaus der Gemeinde Wehrheim.
Die Feuerwehr Wehrheim wurde im Jahr 1899 gegründet und feierte 2024 ihr 125-jähriges Bestehen. Sie setzt sich aus der Freiwilligen Feuerwehr, der Jugendfeuerwehr, dem Förderverein sowie der Minifeuerwehr „Apfeldrachen“ zusammen. Das Feuerwehrgerätehaus entspricht nicht mehr den heutigen feuerwehrtechnischen Anforderungen und weist zudem eine abgängige Bausubstanz auf. Die vorgesehene Fläche für den Neubau ist das unmittelbar an das derzeit bestehende Gerätehaus angrenzende Areal, welches zurzeit als Parkplatz und Festplatz genutzt wird.
Die energetische Situation des Bürgerhauses ist unzureichend. Zwar wurden die Heizungsanlage und Teile der Elektroinstallation bereits erneuert und einzelne Fenster ausgetauscht, die übrige technische Ausstattung entspricht jedoch noch dem Stand der Bauzeit. Das Bürgerhaus Wehrheim soll auch künftig ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für das vielfältige kulturelle Angebot in Wehrheim sein. Es soll sowohl für die aktuellen als auch für zukünftige Nutzergruppen ausgerichtet werden. Dabei stehen insbesondere die Flexibilität und Multifunktionalität der Räume im Vordergrund. Gleichzeitig soll das Bürgerhaus ein Ort für alle sein. Inklusion und Barrierefreiheit werden daher großgeschrieben.
Im Juni 2026 ist das Preisgericht zusammengekommen, und hat drei Preise sowie eine Anerkennung verliehen
- 1. Preis (47.000 Euro): schwabmayer architekten PartGmbB, M.A. Architekt Philipp Schwab, M.SC. RWTH Architekt Felix Mayer mit Dipl.-Ing. Matthias Schneider und ah Landschaftsarchitekten Anderson & Hinterkopf Partnerschaft mbB, B. Eng. Landschaftsarchitektur Kerstin Anderson, alle Stuttgart
- 2. Preis (35.250 Euro): Lengfeld & Wilisch Architekten PartG mbB, Dipl.-Ing. Architekt Alexander Heinigk, M.Arch. M.Eng Architektin Katharina Körber, Darmstadt mit mahl·gebhard·konzepte Landschaftsarchitekten BDLA Stadtplaner PartG mbB, Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektin BDLA Stadtplanerin DASL Andrea Gebhard, München
- 3. Preis (23.500 Euro): Birk Heilmeyer und Frenzel Gesellschaft von Architekten mbH, Univ.-Prof. Architekt BDA Stephan Birk, Dipl.-Ing. Architektin BDA Liza Heilmeyer, Dipl.-Ing. Architekt BDA Martin Frenzel mit Plankontor S1 Landschaftsarchitekten, Dipl.-Ing. (FH) Landschaftsarchitekt Ulrich Schuster, beide Stuttgart
- Anerkennung (11.750 Euro): ATELIER 30 Architekten GmbH, Dipl.-Ing. Architekt Ole Creutzig, Dipl.-Ing. MSc. Architekt BDA Thomas Fischer, Dipl.-Ing. Architekt Yunus Coskun mit GTL Landschaftsarchitektur Triebswetter, Mauer, Bruns Partner mbB, Dipl.-Ing. Michael Triebswetter, beide Kassel
Preisträger in der Übersicht
1. Preis
schwabmayer architekten Felix Mayer, Philipp Schwab / Matthias Schneider Freier Architekt mit ah Landschaftsarchitekten Anderson & Hinterkopf, Kerstin Anderson / Foto: schwabmayer architektenAnerkennung
Atelier 30 Architekten GmbH, Dipl.-Ing. Architekt Ole Creutzig, Dipl.-Ing. M.Sc. Architekt Thomas Fischer, Dipl.-Ing. Yunus Coskun2. Preis
Lengfeld & Wilisch Architekten und mahl gebhard konzepte3. Preis
Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten mit Plankontor S1 Landschaftsarchitekten Dipl.-Ing. Ulrich Schuster1. Preis
Die Baukörper bewahren sich ihre gestalterische Eigenheit, nehmen aber dennoch deutlich Bezug zueinander auf. Das gemeinsame Fassadenmaterial wird in verschiedener Farbigkeit und Textur eingesetzt und lässt so eine harmonische Nachbarschaft entstehen. Der ´alte´ Bestandsbau erhält mit der neuen Hülle ein frisches, zeitgemäßes Äußeres. Das neue Element des Sheddaches über dem Saal funktioniert gut als unaufgeregtes Zeichen der Eigenständigkeit.
Auszug aus dem Protokoll der Preisgerichtssitzung zum 1. Preisträger
2. Preis
3. Preis
Anerkennung
Steckbrief
| Wettbewerbstitel | Hochbaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb „Neubau Feuerwehr und Bürgerhaus“, Gemeinde Wehrheim |
|---|---|
| Auslober | Gemeinde Wehrheim, Bürgermeister Gregor Sommer, Dorfborngasse 1, Wehrheim |
| Wettbewerbsmanagement | DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Büro Wiesbaden, Abraham-Lincoln-Straße 44 / Büro Bremen, Am Tabakquartier 50 / Büroloft 27-30 |
| Teilnehmer | Architekt*innen (federführend) und Landschaftsarchitekt*innen – Hinzuziehung von Verkehrsanlagenplaner*innen wurde empfohlen |
| Beteiligung | 13 Arbeiten |
| Fachpreisrichter | Prof. Dr. Volker Droste, Architekt, Oldenburg (Vorsitz) Prof. Kerstin Schultz, Architektin, Reichelsheim Prof. Jean Heemskerk, Architekt, Frankfurt am Main Gabriele Harder, Architektin, Stuttgart Christian Jürgensmann, Landschaftsarchitekt, Krefeld Prof. Gero Quasten, Architekt, Darmstadt (Stellvertretung) Dorothee Hock, Landschaftsarchitektin, Frankfurt am Main (Stellvertretung) |
| Sachpreisrichter | Dr. Torsten Kunz, die Grünen Klaus Schumann, FDP Olaf Bohris, SPD Dr. Teja Müller, CDU Erhard Steinberg, die Grünen (Stellvertretung) Ingmar Rega, FDP (Stellvertretung) Heidrun Mony, SPD (Stellvertretung) Wolfgang Bachmann, CDU (Stellvertretung) |
| Sachverständige | Gregor Sommer, Bürgermeister Frank Dechert, Fachbereichsleiter Bauverwaltung Christoph Ramisch, Bauverwaltung Volker Minet, Fachbereichsleiter Hauptamt Michael Erdmann, Gemeindebrandinspektor Moritz Mangel, stellvertretender Gemeindebrandinspektor |





















