
Regionalkonferenz Inklusiv gestalten: Infrastrukturen im Bestand
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Bedeutung öffentlicher Infrastrukturen als Fundament von Gesellschaft und Wirtschaft, zu der der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Jürgen Dusel gemeinsam mit der Bundesarchitektenkammer (BAK) und der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) am 6.5. in die Stadthalle Hattersheim eingeladen hatte.
Im Rahmen der staatlichen Daseinsvorsorge gewährleisten öffentliche Infrastrukturen den Zugang zu Mobilität, Bildung, Gesundheit sowie zur Grundversorgung mit Energie und Wasser und beeinflussen damit maßgeblich die Lebensqualität und die Attraktivität von Regionen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Bestand, der den Großteil der gebauten Umwelt ausmacht.
„Als die heute bestehenden Infrastrukturen in den 1960er und 1970er Jahren gebaut wurden, hat Barrierefreiheit noch keine große Rolle gespielt – das rächt sich heute. In einer älter werdenden Gesellschaft ist es für die Lebensqualität von Millionen Menschen zentral, bestehende Barrieren abzubauen, um ein selbstbestimmtes Leben auch im Alter zu gewährleisten. Wir haben 13 Millionen Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland, von ihnen wurden aber nur 3 Prozent mit ihrer Behinderung geboren. Alle anderen bekommen die Behinderung im Laufe des Lebens, meist im höheren Alter. Sie haben ein Recht auf eine barrierefreie Umgebung. Daran müssen sich Investitionen von Bund, Ländern und Kommunen in die bestehende Infrastruktur ausrichten“, so Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen.
„Öffentliche Infrastrukturen bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft – ihre Transformation ist entscheidend für Lebensqualität, inklusive Teilhabe und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit, so Wiebke Ahues, Vizepräsidentin der BAK. Angesichts begrenzter Ressourcen und ambitionierter Klimaziele braucht es eine konsequente Umbaukultur, die den Bestand in den Mittelpunkt stellt. Barrierefreiheit ist dabei kein Kostenfaktor, sondern das eigentliche Qualitätsmerkmal nachhaltiger Planung. Die Architektenschaft steht bereit, gemeinsam mit Politik und Gesellschaft zukunftsfähige, resiliente und inklusive Infrastrukturen zu gestalten.“
„Öffentliche Räume, Infrastrukturen und Gebäude sind nur dann wirklich öffentlich, wenn sie für alle zugänglich sind. Richtig geplant ist Barrierefreiheit eine Investition in Lebensqualität, soziale Gerechtigkeit und zukunftsfähige Städte und Gemeinden. Gerade im Bestand liegt eine zentrale Aufgabe: Wir müssen vorhandene Infrastrukturen so weiterentwickeln, dass sie resilient, ökologisch verantwortungsvoll und inklusiv nutzbar werden“, so Gerhard Greiner, Präsident der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen.
Nach der Begrüßung durch Gerhard Greiner und Grußworten von Jürgen Dusel sowie Heike Hofmann, Staatsministerin, Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, wurden mit Podiumsdiskussionen, Präsentationen gelungener Praxisbeispiele intelligente Planungsansätze veranschaulicht.
In den hochkarätig besetzten Podiumsdiskussionen, u. a. mit Iris Otto, stellvertretende Leiterin der Abteilung „Bauen, Wohnen, Städtebau, Landesentwicklung“ im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, wurde u. a. darüber debattiert, wie bestehende Infrastrukturen in eine resiliente und für alle zugängliche Daseinsvorsorge transformiert werden könnten.
Im Rahmen der Vorträge wurden Best-Practice-Beispiele aus Hessen vorgestellt, darunter die Stadthalle Hattersheim, die Freianlagen eines Sport- und Bildungscampus, eine Fuß- und Radwegbrücke in Darmstadt, der Fernbahntunnel in Frankfurt am Main sowie die Jugendherbergen in Wetzlar und Marburg.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Katrin Müller-Hohenstein (ZDF).
Weitere Informationen und Impressionen der Veranstaltung finden Sie hier.
Pressekontakte:
Franziska Schönberner
Pressesprecherin des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
T: 030 18 5 27-15 23
E-Mail: franziska.schoenberner@behindertenbeauftragter.de
Cathrin Urbanek
Pressesprecherin
Bundesarchitektenkammer e. V.
T: 030 26 39 44-40
E-Mail: urbanek@bak.de
Marion Mugrabi
Leiterin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen
T: 0611 17 38-47
E-Mail: mugrabi@akh.de

