07.05.2026 | AKH, Bau­kultur, Bauwesen, Politik

Regionalkonferenz Inklusiv gestalten: Infrastrukturen im Bestand

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Be­deutung öffentlicher Infrastrukturen als Fundament von Gesellschaft und Wirtschaft, zu der der Beauftragte der Bundes­regierung für die Belange von Menschen mit Be­hin­der­ungen Jürgen Dusel gemeinsam mit der Bundes­architekten­kammer (BAK) und der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen (AKH) am 6.5. in die Stadthalle Hattersheim eingeladen hatte.

Im Rahmen der staatlichen Daseinsvorsorge gewährleisten öffentliche Infrastrukturen den Zugang zu Mobilität, Bildung, Gesundheit sowie zur Grundversorgung mit Energie und Wasser und beeinflussen damit maßgeblich die Lebens­qualität und die Attraktivität von Regionen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Bestand, der den Großteil der gebauten Umwelt ausmacht.

„Als die heute bestehenden Infrastrukturen in den 1960er und 1970er Jahren gebaut wurden, hat Barrierefreiheit noch keine große Rolle gespielt – das rächt sich heute. In einer älter werdenden Gesellschaft ist es für die Lebens­qualität von Millionen Menschen zentral, bestehende Barrieren abzubauen, um ein selbstbestimmtes Leben auch im Alter zu gewährleisten. Wir haben 13 Millionen Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutsch­land, von ihnen wurden aber nur 3 Prozent mit ihrer Behinderung geboren. Alle anderen bekommen die Behinderung im Laufe des Lebens, meist im höheren Alter. Sie haben ein Recht auf eine barrierefreie Umgebung. Daran müssen sich Investitionen von Bund, Ländern und Kommunen in die bestehende Infrastruktur ausrichten“, so Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundes­regierung für die Belange von Menschen mit Be­hin­der­ungen.

„Öffentliche Infrastrukturen bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft – ihre Trans­formation ist ent­scheidend für Lebens­qualität, inklusive Teilhabe und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit, so Wiebke Ahues, Vizepräsidentin der BAK. Angesichts begrenzter Res­sour­cen und ambitionierter Klimaziele braucht es eine konsequente Umbaukultur, die den Bestand in den Mittelpunkt stellt. Barrierefreiheit ist dabei kein Kostenfaktor, sondern das eigentliche Qualitätsmerkmal nach­haltiger Planung. Die Architektenschaft steht bereit, gemeinsam mit Politik und Gesellschaft zukunftsfähige, resiliente und inklusive Infrastrukturen zu gestalten.“

„Öffentliche Räume, Infrastrukturen und Gebäude sind nur dann wirklich öffentlich, wenn sie für alle zugänglich sind. Richtig geplant ist Barrierefreiheit eine Investition in Lebens­qualität, soziale Gerechtigkeit und zukunftsfähige Städte und Gemeinden. Gerade im Bestand liegt eine zentrale Aufgabe: Wir müssen vorhandene Infrastrukturen so weiter­entwickeln, dass sie resilient, ökologisch verantwortungsvoll und inklusiv nutzbar werden“, so Gerhard Greiner, Präsident der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen.

Nach der Begrüßung durch Gerhard Greiner und Grußworten von Jürgen Dusel sowie Heike Hofmann, Staatsministerin, Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, wurden mit Po­di­ums­dis­kus­sio­nen, Präsentationen gelungener Praxisbeispiele intelligente Planungsansätze veranschaulicht.

In den hochkarätig besetzten Po­di­ums­dis­kus­sio­nen, u. a. mit Iris Otto, stellvertretende Leiterin der Abteilung „Bauen, Wohnen, Städtebau, Landes­ent­wicklung“ im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, wurde u. a. darüber debattiert, wie bestehende Infrastrukturen in eine resiliente und für alle zugängliche Daseinsvorsorge transformiert werden könnten.

Im Rahmen der Vorträge wurden Best-Practice-Beispiele aus Hessen vorgestellt, darunter die Stadthalle Hattersheim, die Freianlagen eines Sport- und Bildungs­campus, eine Fuß- und Radwegbrücke in Darm­stadt, der Fernbahntunnel in Frank­furt am Main sowie die Jugendherbergen in Wetzlar und Marburg.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Katrin Müller-Hohenstein (ZDF).

Weitere In­for­ma­tio­nen und Impressionen der Veranstaltung finden Sie hier.

Pressekontakte:

Franziska Schönberner
Pressesprecherin des Beauftragten der Bundes­regierung für die Belange von Menschen mit Be­hin­der­ungen
T: 030 18 5 27-15 23
E-Mail: franziska.schoenberner@remove.this.behindertenbeauftragter.de

Cathrin Urbanek
Pressesprecherin
Bundes­architekten­kammer e. V.
T: 030 26 39 44-40
E-Mail: urbanek@remove.this.bak.de

Marion Mugrabi
Leiterin Kommunikation und Öffentlichkeits­arbeit
Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen
T: 0611 17 38-47
E-Mail: mugrabi@remove.this.akh.de

Sandra Hauer
Sandra Hauer