29.01.2026 | AKH, Bauwesen, Politik, Presse, Recht

Kommission In­no­vation im Bau übergibt Eckpunktepapier – AKH-Präsident fordert Pilotprojekte

Die Kommission „In­no­vation im Bau“ hat am 29. Januar 2026 ein Eckpunktepapier für ein zweites Baupaket zur Weiter­entwicklung der Hessischen Bau­ordnung an das Hessische Wirtschaftsministerium übergeben. Die Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen (AKH) sieht darin eine weitere Weichenstellung für die Wiederbelebung des Wohnungs­baus in Hessen.

„Bei den immer noch zurückhaltenden Prognosen für die Ent­wick­lungen des Wohnungs­baus im Jahr 2026, müssen solche Ver­besse­rungen der rechtlichen Rahmen­bedingungen schnell kommen“, fordert der Präsident der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen, Gerhard Greiner, und erklärt: „Ich meine, es sollte darüber hinaus der Anspruch der Landes­regierung sein, durch Pilotprojekte, etwa im Holz­bau, innovativen Wohnungs­bau zu fördern“. Denn ohne Mut zu einer echten Wohnungs­baustrategie für Hessen, so der Präsident der AKH, und einem neuen Hessen-Standard für den öffentlich geförderten Wohnungs­bau werde es kaum gelingen, die vom Deutschen Institut für Wirtschaft für die gesamte Bundesrepublik prognostizierten realen Zuwächse im Wohnungs­bau von mageren rund 0,9 bis maximal 2,7 Prozent im Jahr 2026 in dem eigentlich erforderlichen Maß zu steigern.

Mit dem nun vorgelegten Eckpunktepapier für das Baupaket II greift die Kommission weitere Themen auf. Aus Sicht der AKH besonders relevant sind unter anderem die Vereinfachung schallschutzrechtlicher Anforderungen bei Dachgeschossausbauten, Aufstockungen und Umnutzungsvorhaben, Erleichterungen für das Bauen mit Holz sowie die Überprüfung und Bereinigung kommunaler Satzungen. Zudem sollen brandschutzrechtliche Vorgaben der Hessischen Bau­ordnung, die in der Praxis häufig zu aufwendigen Abweichungsverfahren führen, dort vereinfacht werden, wo sie für Wohnungs­bauvorhaben nicht zwingend erforderlich sind.

Als mutig bezeichnet der Präsident den Schritt, die technischen Bau­bestimmungen in den Rang von Empfehlungen herabzustufen. „Das Ziel jedenfalls ist wichtig und richtig“, so Greiner. „Wir müssen die Baustandards, die eben auch durch die technischen Bau­bestimmungen mit nach oben getrieben werden, zurückfahren“. Er macht aber darauf aufmerksam, dass selbst innerhalb der geltenden technischen Bau­bestimmungen schon Spielräume für kostenreduziertes Bauen bestehen, die sofort gehoben werden können, noch bevor die Gesetzes- und Erlasslage geändert ist.

 

Das Eckepunktepapier steht auf der Website des Hessischen Wirtschaftsministeriums zum Download bereit. 

 

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Der Hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori und AKH-Haupt­geschäfts­führer Dr. Martin Kraushaar bei der Übergabe des Eckpunktepapiers zum Baupakt II.