Schenker Salvi Weber ZT GmbH

Platz für naturkundliche Objekte der Prähistorie und Kunst der Gegen­wart

Das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen und den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, lobt einen nichtoffenen einphasigen Wettbewerb gemäß den Richt­linien der RPW 2013 mit maximal 20 teil­nehmenden Büros aus.

Gegenstand des Wettbewerbs

Das Museum Wies­ba­den befindet sich in der hes­si­schen Landes­haupt­stadt Wies­ba­den und gehört zu einem der drei Hessischen Landesmuseen. Es verbindet Kunst und Natur und spannt den Bogen von naturkundlichen Objekten der Prähistorie bis zur Kunst der Gegen­wart. Auf einer Ausstellungsfläche von 7.400 Quadratmetern vereint das Landesmuseum die Kunstsammlungen, unter anderem Ausstellungsstücke der Alten Meister, der Klassischen Moderne, der Moderne sowie der Zeitgenössischen Kunst und die Dauerausstellung der Naturhistorischen Sammlungen. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Raumbedarfs, insbesondere von Ausstellungs- und Depotfläche sowie bestehender funktionaler Inkongruenzen im Museumsbetrieb ist die Erweiterung des Landesmuseums in Planung. Der Flächenbedarf der Erweiterung wurde auf etwa 2.945 Quadratmeter festgelegt. Unter Einbezug aller Erkenntnisse konzentriert sich die Entwurfsaufgabe auf ein Baufeld im Südhof des Bestandsgebäudes. Der Erweiterungsneubau soll an diesem Standort als eigenständiger Anbau an das bestehende Museumsgebäude errichtet werden und sich unter Berücksichtigung von Denkmal­schutz und städte­bau­lichen Restriktionen in die Umgebung einfügen. Die Konzeption erfordert eine durchdachte vertikale und horizontale Verteilung der Nutzungen, präzise Anbindungen und Vernetzungen mit dem Bestand sowie eine geschickte Organisation der Flächen.

Am 1. April 2025 wurde das Museum Wies­ba­den 200 Jahre alt. Das Landesmuseum in der Hessischen Hauptstadt ist eine bürgerliche, keine fürstliche Gründung und damit Symbol eines demokratischen, durch Bürgersinn entwickelten Bundeslandes Hessen. Unter den drei Landesmuseen Hessens Ist Wies­ba­den der profilierteste Ort für die Kunst des 20. Jahrhunderts bis in die Gegen­wart, seine Sammlungen stehen damit auch für die geschichtliche Gegen­wart des 1946 gegründeten Bundeslandes Hessen. Es ist zugleich ein Zweispartenhaus, in dem naturhistorische Sammlungen und Kunstsammlungen in einer abgestimmten Präsentationsästhetik ausgestellt werden. Das Museum Wies­ba­den besitzt die weltweit bedeutendste Sammlung des Werkes von Alexej von Jawlensky und eine der gewichtigsten Sammlungen der klassischen Moderne in Deutsch­land. In der Kunst seit 1945 gehören die Werkkonvolute von Eva Hesse und Rebecca Horn, sowie die Sammlung Amerikanischer Kunst (etwa Arbeiten von Mark Rothko, Donald Judd, Ellsworth Kelly, Fred Sandback) und der deutschen Malerei seit 1950 (Kunst des Informel, Gerhard Richter, Jörg lmmendorff bis Katharina Grosse und Albert Oehlen) zu den deutschen Spitzensammlungen. Es ist seit 2013 durch die Zugänge großer und qualitativ herausragender Sammlungskonvolute des Jugendstils, der klassischen Moderne und der Gegen­wartskunst überdurchschnittlich gewachsen und ist neben dem Frank­furter Museums für Moderne Kunst das wichtigste Museum für Moderne in Hessen. Jährlich zwischen zehn und sechzehn Ausstellungen haben auch die Besuchszahlen des Hauses in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich von 30.000 im Jahr 2009 auf mittlerweile über 100.000 Besuche im Jahr anwachsen lassen.

Im November 2025 ist das Preisgericht zusammengekommen, und hat drei Preise sowie zwei Anerkennungen verliehen:
 
  • 1. Preis  (67.592 Euro): Schenker Salvi Weber ZT GmbH, Architekt Dipl-.Ing. (FH) SIA Michael Salvi, Architekt Dipl.-Mag. Thomas Weber, Wien
  • 2. Preis (42.245 Euro): Wandel Lorch Götze Wach GmbH, Prof. Architekt­in und Stadt­planerin Andrea Wandel, Prof. Dipl.-Ing. Architekt Wolfgang Lorch, Dipl.-Ing. Architekt Florian Götze, Dipl.-Ing. Architekt Thomas Wach, Frank­furt am Main
  • 3. Preis (25.347 Euro): Degelo Architekten BSA SIA AG, Dipl. Arch. FH/BSA/SIA Heinrich Degelo, Dipl.-Ing. Florian Walter, Basel
  • Anerkennung (16.898 Euro): gmp International GmbH, Dipl.-Ing. Architekt­in Magdalena Weiß, Hamburg mit Faerber Architekten Partner­schafts­gesellschaft mbG, Dipl.-Ing. Architekt Fabian Faerber, Mainz
  • Anerkennung (16.898 Euro): Staab Architekten, Prof. Dipl. Arch. ETH Architekt Volker Staab, Berlin

Preisträger in der Übersicht

1. Preis

Schenker Salvi Weber ZT GmbH
Schenker Salvi Weber ZT GmbH, Wien

Anerkennung

gmp International GmbH mit Faerber Architekten Partner­schafts­gesellschaft mbG
gmp International GmbH, Hamburg mit Faerber Architekten Partner­schafts­gesellschaft mbG, Mainz

2. Preis

Wandel Lorch Götze Wach GmbH
Wandel Lorch Götze Wach GmbH, Frank­furt am Main

Anerkennung

Staab Architekten
Staab Architekten, Berlin

3. Preis

Degelo Architekten BSA SIA AG
Degelo Architekten BSA SIA AG, Basel

1. Preis

Schenker Salvi Weber ZT GmbH
Schenker Salvi Weber ZT GmbH
Schenker Salvi Weber ZT GmbH
Schenker Salvi Weber ZT GmbH
Schenker Salvi Weber ZT GmbH
Perspektive - Das Alte und Neue wird sichtbar und tritt in einen differenzierten Dialog
Perspektive - Die skulpturale Scherentreppe verflechtet Bestand und Neubau
Perspektive - Der Blick als Wahrnehmungsmoment
Lageplan
Grundriss Tiefparterre - Sonderausstellung

Der Neubau definiert mit großer Selbstverständlichkeit und Klarheit die städte­bau­lichen Raumkanten und fügt sich dabei in einer ausgewogenen Kubatur harmonisch in den Kontext ein. Er begegnet dem Ort und dem angrenzenden Museumsgebäude von Theodor Fischer mit Respekt und gleichzeitig mit eigener, souveräner Identität.

Auszug aus dem Protokoll der Preisgerichtssitzung zum 1. Preisträger

2. Preis

Wandel Lorch Götze Wach GmbH
Wandel Lorch Götze Wach GmbH
Wandel Lorch Götze Wach GmbH
Wandel Lorch Götze Wach GmbH
Wandel Lorch Götze Wach GmbH
Perspektive
Innenraumperspektive Ausstellungsraum
Innenraumperspektive Multiraum Unterpaterre
Lageplan
Grundriss Unterparterre

3. Preis

Degelo Architekten BSA SIA AG
Degelo Architekten BSA SIA AG
Degelo Architekten BSA SIA AG
Degelo Architekten BSA SIA AG
Degelo Architekten BSA SIA AG
Perspektive
Innenraumperspektive
Ansicht Süd
Lageplan
Grundriss Unterparterre

Anerkennung

gmp International GmbH mit Faerber Architekten Partner­schafts­gesellschaft mbG
gmp International GmbH mit Faerber Architekten Partner­schafts­gesellschaft mbG
gmp International GmbH mit Faerber Architekten Partner­schafts­gesellschaft mbG
gmp International GmbH mit Faerber Architekten Partner­schafts­gesellschaft mbG
gmp International GmbH mit Faerber Architekten Partner­schafts­gesellschaft mbG
Perspektive - Blick von der Auguste-Viktoria-Straße
Perspektive - Multifunktionsraum Dritter Ort
Ansicht Süd
Lageplan
Grundriss Unterparterre

Anerkennung

Staab Architekten
Staab Architekten
Staab Architekten
Staab Architekten
Staab Architekten
Perspektive von Südosten
Innenraumperspektive
Ansicht Süd von der Viktoria-Luise-Straße
Lageplan
Grundriss Erdgeschoss/Hochparterre

Steckbrief

Wettbewerbstitel Nichtoffener einphasiger Wettbewerb Museum Wies­ba­den – Erweiterung des Museumsgebäudes, Landes­haupt­stadt Wies­ba­den
Auslober Land Hessen vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen, vertreten durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), Niederlassung West in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und dem Landesamt für Denkmal­pflege und dem Museum Wies­ba­den - Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Wettbewerbsmanagement FALTIN+SATTLER, FSW Düsseldorf GmbH, Rathausufer 14, Düsseldorf
Teilnehmer Architekt*innen
Beteiligung 19 Arbeiten
Vorab gesetzt waren:
Atelier Kempe Thill, Rotterdam (NL)
Barozzi Veiga, Barcelona (ESP)
haascookzemmrich, Stuttgart
Nieto Sobejano Arquitectos, Madrid (ESP) / Berlin
Staab Architekten, Berlin
Fach­preis­richter Prof. Gesine Weinmiller, Berlin (Vorsitz)
Prof. Zvonko Turkali, Frank­furt am Main
Prof. Anett-Maud Joppien, Frank­furt am Main
Prof. Dr. Michael Koch, Berlin / Zürich
Prof. Kirsten Schemel, Berlin
Philipp Schiffer, Darm­stadt
Susanne Wartzeck, Dipperz
Mirjam Niemeyer, Zürich
Prof. Andreas Garkisch, München
Roland Schmidt, Hessisches Ministerium der Finanzen, Wies­ba­den (HMdF)
Sebastian Burger, Hessisches Ministerium der Finanzen, Wies­ba­den (HMdF) (Stellvertretung)
Sachpreisrichter Frank Müller, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK)
Jörg Radloff, Hessisches Ministerium der Finanzen, Wies­ba­den (HMdF)
Camillo Huber-Braun, Amtsleitung Stadt­planung Landes­haupt­stadt Wies­ba­den
Dr. Andreas Henning, Direktor Museum Wies­ba­den
Thomas Platte, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Zentrale, Wies­ba­den
Dr. Jörg Daur, stv. Direktor Museum Wies­ba­den (Stellvertretung)
Rafael Riedel, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Zentrale, Wies­ba­den (Stellvertretung)
Stefan Haub, Hessisches Ministerium der Finanzen, Wies­ba­den (HMdF) (Stellvertretung)
Sachverständige Dr. Henriette Freifrau von Preuschen, Oberkonservatorin, Landesamt für Denkmal­pflege Hessen, Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege
Christian Stock, Bauherrenvertreter Museum Wies­ba­den
Sandra Ruhl, Hessisches Ministerium der Finanzen, Wies­ba­den (HMdF)
Nina Klenk, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Niederlassung West, Wies­ba­den
Michaela Heinz, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Niederlassung West, Wies­ba­den
Constanze Gebhardt, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Niederlassung West, Wies­ba­den
Stefan Brückner, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Zentrale, Wies­ba­den
Silviya Kremer, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Zentrale, Wies­ba­den
Martin Horsten, Abteilungsleiter Denkmal­schutz und Denkmal­pflege (Untere Denkmal­schutzbehörde) Stadt Wies­ba­den
Thorsten Brokmann, Denkmal­schutz und Denkmal­pflege (Untere Denkmal­schutzbehörde) Stadt Wies­ba­den
Britta Dubbelde, Stadt­planung Landes­haupt­stadt Wies­ba­den
Christopher Booher, Stadt­planung Landes­haupt­stadt Wies­ba­den
Andreas Dalkowski, Solidar Planungswerkstatt
Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident Landesamt für Denkmal­pflege Hessen
Ulrich Petzold, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen
Holger Wonka, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Niederlassung West, Wies­ba­den
Aleksandra Babina, FALTIN+SATTLER, Düsseldorf
Andreas Sattler, FALTIN+SATTLER, Düsseldorf
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Nichtoffener einphasiger hochbaulicher Realisierungs­wett­bewerb zum Neubau des dritten Bauabschnitts der Neuen Mitte mit Orientierung an Bauabschnitt Eins in Eschborn

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