Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Unsere Fortbildungsangebote

Anerkannte Regeln der Technik - Neue Abdichtungsnormen

Akademie, Technik, Aus- und Durchführung, Kennziffer: 219-K40
Referenten

Prof. Matthias Zöller, Dipl.-Ing., Architekt, ö.b.u.v. Sachverständiger, Neustadt

Termin Montag, 28.10.2019, 10:00 Uhr – 17:30 Uhr
Anmeldung bis: Montag, 14.10.2019
Zur Anmeldung
Veranstaltungsort Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Wiesbaden
Teilnahmegebühr
Für Mitglieder der AKH
199,00 €

Für Gäste
299,00 €

Für Personen mit Ermäßigung
149,00 €
8 Fortbildungspunkte

Anerkannte Regeln der Technik – Inhalt eines technisch unbestimmten Rechtsbegriffs, erläutert an Beispielen neuer Abdichtungsnormen für erdberührte Bauteile, Dränanlagen und Flachdachabdichtungen

Gibt es Regeln, die anerkannt sind? Wer erkennt an? Welche Fachkreise sind betroffen? Wie lange muss sich etwas bewährt haben?

Im Bauwesen haben Anerkannte Regeln der Technik (a.R.d.T.) eine zentrale Bedeutung, sie sind bei allem, was gebaut wird, zu beachten.
Zwar spricht jeder Baubeteiligte von a.R.d.T, aber keiner weiß so recht, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Es handelt sich um einen technisch unbestimmten Begriff, der im Einzelfall mit Leben zu füllen ist.
Aufgrund der nicht mehr überschaubaren Zunahme von Regelwerken kann nicht mehr vorausgesetzt werden, dass eine Regel in Fachkreisen auch bekannt ist. Dennoch werden nicht selten kurzerhand DIN-Normen und andere Regelwerke mit a.R.d.T. kritiklos gleichgesetzt, was aber so noch nicht einmal von den Regelwerkverfassern beabsichtigt ist.
Bautechnik und Bauprodukte ändern sich heute erheblich schneller als früher, als sich Bauweisen und Bauprodukte noch länger bewähren mussten und auch konnten. Zwangsläufig entsteht ein Konflikt: Einerseits soll neu und leistungsfähig gebaut werden, andererseits sollen sich die Bauweisen bereits über längere Zeit bewährt haben.
Dabei war und ist der Begriff der a.R.d.T. als Platzhalter für richtiges Bauen dort notwendig, wo Inhalte nicht umfassend und detailliert beschrieben werden können. Sie gelten als Mindeststandard und lassen sich deswegen sogar durch vertragliche Einzelvereinbarungen i.d.R. nicht aushebeln. Dabei kann die aus einer früheren Zeit stammende Definition heute nicht mehr gelten. Damit der Begriff auch zukünftig verwendet werden kann, werden zum notwendigen Paradigmenwechsel Vorschläge zur neuen Inhaltsbestimmung unterbreitet.

Der Vortrag setzt sich ausführlich mit den unterschiedlichen Aspekten der a.R.d.T. auseinander, da diese situationsabhängig unterschiedliche Bedeutung haben: Eine a.R.d.T. einer Fallkonstellation ist für eine andere keine. Er differenziert nach
- verschuldensunabhängigen Leistungsverpflichtungen sowie
- verschuldensabhängigen Einstandspflichten etwa bei Planungen
sowie nach
- perspektivischen Betrachtungen für Planung und Ausführung
- in Unterscheidung zur Bewertung des bereits Erstellten.

Die Ausführungen werden erläutert an zahlreichen Beispielen aus verschiedenen Bereichen des Hochbaus, etwa Algenbildung an Fassaden, Gefällegebung an Dächern und bewitterten Treppen sowie Abdichtungen erdberührter Bauteile.

Die Veranstaltung wird für die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes mit 4 Unterrichtseinheiten (Wohngebäude), 4 Unterrichtseinheiten (Energieberatung im Mittelstand), 4 Unterrichtseinheiten (Nichtwohngebäude) angerechnet.