Lisa Farkas/Vor­bild­liche Bauten 2011

Fachliteratur

Hier finden Sie In­for­ma­tio­nen zu Neuerscheinungen anderer Herausgeber aus den vergangenen drei Monaten, die für Ihre Tätigkeit als Architekt oder Stadt­planer von Interesse sein könnten:

Brand­schutztechnische Anforderungen an Bauteile: Landesbauordnungen im Vergleich

Brand­schutztechnische Anforderungen an Bauteile werden als Bestandteil des Bau­ordnungs­rechts in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt. In der Folge müssen sich Ar­chi­tekt*in­nen, die bundeslandübergreifend tätig sind, je nach Standort des Projekts bei der Brand­schutzplanung mit unter­schiedlichen materiellen Anforderungen auseinandersetzen. Hier leistet die vorliegende Neuerscheinung wertvolle Unterstützung. Das Nachschlagewerk bietet sowohl eine bauteilbezogene als auch eine bundeslandbezogene Vergleichsmöglichkeit der bauaufsichtlichen Anforderungen an Bauteile sowie eine Synopse mit Verweisen auf die gesetzlichen Fundstellen in allen Landesbauordnungen sowie der Musterbauordnung.

Die tabellarische Darstellung der bauaufsichtlichen Anforderungen ermöglicht einen klaren Überblick. Um nicht lange Gesetzestexte abbilden zu müssen, werden die Anforderungen jeweils kurz beschrieben und sind mit Verweisen auf die entsprechenden Gesetzestextstellen versehen. Anstelle textlicher Angaben zu Feuerwiderstandsanforderungen und Brandverhalten verwendet die Autorin die Nomenklatur nach DIN 4102 und DIN EN 13501.

Vorangestellt sind eine Einführung in die Grundlagen sowie In­for­ma­tio­nen zu Aufbau und Handhabung des Nachschlagewerks, das Architekt­innen und Architekten einen gut verständlichen Zugang zu dieser technisch wie juristisch anspruchsvollen Materie bietet.

 

Robuste Architektur - Lowtech Design

Energiesparen ist das Gebot der Stunde – doch die Technologien, die hierfür beim Bauen zum Einsatz kommen, werden immer komplexer, ebenso auch das Regelungsumfeld. Intelligente Energieeffizienztechnologien lassen mittlerweile den Bau von Energieplus-Gebäuden zu, bringen aber auch sehr hohe Investitionskosten und großen Abstimmungsbedarf zwischen den einzelnen am Bau beteiligten Gewerken mit sich.

Das Autorenteam der vorliegenden Neuerscheinung plädiert für einen anderen Weg zu resilienten und nach­haltigen Gebäuden: Sie legen den Schwerpunkt auf Dauerhaftigkeit statt Hightech, denn nur ein Gebäude, das lange steht und funktioniert, ist ein nach­haltiges Gebäude. Eine solche Haltung verlangt neben einer gründlichen Planung auch eine ganzheitliche Berücksichtigung der Nutzerbedürfnisse und lokaler Gegebenheiten wie Klima, vor Ort verfügbare Werkstoffe (idealerweise nachwachsend, recycelt oder recycelbar) und bewährte lokale Konstruktionsweisen. Dabei geht es nicht um Technologiefeindlichkeit – erst in Kombination mit modernen Planungswerkzeugen und Forschungserkenntnissen entstehen Designstrategien für einfache, robuste und dauerhafte Gebäude.

Das Buch bietet umfassende In­for­ma­tio­nen darüber, was sich hinter den Begriffen robuste Architektur und Lowtech Design verbirgt. Ein ausführlicher Analyseteil untersucht einzelne Themen wie Entwurfskonzepte, Gebäudetechnik, Methoden und Materialien sowie Sanierung und stellt dauerhafte Lowtech-Lösungen vor. Zehn realisierte Projektbeispiele mit ganz unter­schiedlichen Anforderungsprofilen, darunter Wohnungs­bauten, öffentliche Gebäude oder Büros zeigen, wie selbstverständlich die Praxis sein kann.

 

 

Natursteinfassaden

Die jüngste Neuerscheinung aus der Reihe Handbuch und Planungshilfe von DOM Publishers behandelt Entwurf, Planung und Ausführung von Natursteinfassaden. Das Autorenteam zeigt in fünf Kapiteln die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Naturstein auf, lädt aber auch ein zu einer kritischen Auseinandersetzung darüber, wo Natursteinfassen sinnvoll sind – und wo nicht.

In der Einführung wird einerseits auf die lange Tradition von Naturstein als Baustoff verwiesen, andererseits auf die planerischen Spielräume durch moderne industrielle Fertigungsmethoden. Unter Nachhaltigkeitsaspekten kann Naturstein durch seine Langlebigkeit punkten – es bedarf jedoch guter und damit anschlussfähiger Architektur, damit diese zum Tragen kommen kann und Gebäude nicht schon vor Erreichen ihrer Lebensdauer abgerissen werden. Auf ein Kapitel mit baugeschichtlichen und architekturtheoretischen Überlegungen folgt eine genauere Betrachtung einzelner Fassadenteile in ihrer plastischen Ausbildung. Im Hauptteil der Neuerscheinung werden unterschiedlichste gebaute Projekte aus den letzten beiden Jahrzehnten mit beispielhaften Fassaden aus Naturstein ausführlich und mit zahlreichen Abbildungen vorgestellt. Ein Informationsblock enthält jeweils elementare Angaben zur Art des Vorhabens, Bezeichnung, Lage, Planer*in, eingesetztem Stein, wesentlicher Konstruktionsart und Fertigstellung. Das fünfte und letzte Kapitel beschreibt den Weg des Materials von der Gewinnung im Steinbruch über die Verarbeitung bis hin zur Montage.

Die Entscheidung für eine Natursteinfassade hat substanzielle Auswirkungen auf die Planung des gesamten Bauwerks, daher plädieren die Autoren des vorliegenden Handbuchs für eine frühzeitige Abstimmung zweischen Bauherrschaft, Architekten und Fachleuten von Natursteinbetrieben, um zu bestmöglichen und nach­haltigen Lösungen zu kommen. Das vorliegende Handbuch bietet hierfür eine gute Grundlage.

 

 

Baugesetzbuch (BauGB) Baunutzungsverordnung

Der mittlerweile in 10. Auflage fortgesetzte Kommentar zum Baugesetzbuch und der Baunutzungsverordnung bietet einen hervor­ragenden Einstieg in die Rechtsmaterie des Baugesetzbuchs und der Baunutzungsverordnung – die Grundlagen des Bau­planungs­rechts. Positiv stechen dabei die sinnvollen Verweise auf die höchstrichterliche Rechtsprechung im Zusammenspiel mit den jeweiligen materiell-rechtlichen Erläuterungen hervor. Diese er­mög­lichen es bei der praktischen Arbeit mit dem Kommentar problemlos, die materiellen Erwägungen, die prägnant zusammengefasst werden, durch Urteilsrecherche sachgerecht zu vertiefen. Durch diese Verweise, die zwar in großer Anzahl angelegt wurden, aber auf die wesentlichen Urteile beschränkt bleiben, wird auch dem Kommentarnutzer abseits der juristischen Berufe eine umfassende Möglichkeit geboten die für ihn relevanten Frage­stellungen im Bereich des Bau­planungs­rechts nachzuschlagen und sich damit das relevante Wissen anzueignen oder sein Wissen zu vertiefen. Damit eignet sich der Kommentar insbesondere auch für Professionen abseits der Juristerei als Einstiegs- und Nachschlagewerk, die in ihrer täglichen Arbeit mit dem Bau­planungs­recht konfrontiert sind, wie etwa Architekten, Ingenieure, Bauhandwerker und Bauunternehmer. Dem eingespielten Autorenteam gelingt es, eine exzellente Verbindung zwischen fachlicher Tiefe im Hinblick auf die juristische Materie und guter Verständlichkeit der jeweiligen Erläuterungen herzustellen.

Das Werk beinhaltet alle seit Erscheinen der Vorauflage ergangenen Gesetzes­änderungen und dabei insbesondere die Neuerungen durch das Baulandmobilisierungsgesetz 2021 und durch das Aufbauhilfegesetz.

Hingewiesen sei in diesem Zusammen­hang auch auf die zusätzlich zu vergütende Option, den Kommentar „BauGB * BauNVO context“ elektronisch zu beziehen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit die jeweiligen Erläuterungen und die gesamte einschlägige Rechtsprechung auch digital abzurufen, sodass gerade in Zeiten von Homeoffice und Digitalisierung auch im Bereich des digitalen Arbeitens die entsprechende Fachliteratur genutzt werden kann.

Der Kommentar gibt damit insbesondere Praktikern das notwendige Handwerkszeug an die Hand, um sich in der teilweise hochkomplexen Materie des Bau­planungs­rechts zu orientieren und bietet insoweit auch das notwendige Rüstzeug, um in Fachdiskussionen im Rahmen der Bauplanung mit den zuständigen Genehmigungsbehörden argumentativ bestehen zu können.

AHO: Leis­tungen nach der Baustellenverordnung

AHO-Schriftenreihe Heft 15:

Leis­tungen nach der Baustellenverordnung

Die vollständig überarbeitete 3. Auflage wurde den neuen Erkenntnissen aus der Praxis angepasst und präsentiert die Ergebnisse der Untersuchungen zum Leis­tungsbild und zur Honorierung für den Bereich Koordination nach der Baustellenverordnung.

Die aktuellen Umfragen zur Honorarsituation der Koordinatoren haben gezeigt, dass neben den anrechenbaren Kosten auch die Bauzeit eine wesentliche Rolle bei der Ermittlung des Aufwandes spielt. Da einige aufwandsbestimmende Faktoren mit der Bauzeit korrelieren, enthält das neu bearbeitete Honorarmodell nur noch eine Honorarformel, die lediglich Zuschläge für Bauen im Bestand und vorhandene Kontaminationen berücksichtigt.

Neben der auf den Stand der Technik angepassten Kommentierung und dem checklistenartig aufgebauten Leis­tungskatalog wird auch ein transparentes Modell zur Berechnung des Honorars zur Verfügung gestellt, das es ermöglicht, die optimale Qualität der Leis­tung zu angemessenen Preisen zu realisieren.

Die im Anhang zur Orientierung enthaltene Honorartabelle stellt das Ergebnis aus der Anwendung der Honorarformel in Bezug auf die Regelleistungen dar.

Aus dem Inhalt
  • Grundlagen und Definitionen
  • Leis­tungsbild Koordination nach Baustellenverordnung
  • Erläuterungen zum Leis­tungsbild
  • Honorarempfehlung
  • Anhang: Begriffe und Herleitung der Vergütungsempfehlung
Weitere Veröffentlichungen

Veröffentlichungen