Lisa Farkas/Vor­bild­liche Bauten 2011

Fachliteratur

Hier finden Sie In­for­ma­tio­nen zu Neuerscheinungen anderer Herausgeber aus den vergangenen drei Monaten, die für Ihre Tätigkeit als Architekt oder Stadt­planer von Interesse sein könnten:

Baustellenverordnung: BaustellV

Der Kommentar zur Baustellenverordnung von Kollmer/Ketterling/Kollmer ist im C.H. Beck Verlag im Juni 2021 in 3. Auflage erschienen. Die Neuauflage wendet sich neben Fachleuten aus dem Rechtsbereich und aus dem Auftraggeberbereich insbesondere auch an Praktiker*innen wie Architekt*innen und Ingenieur*innen, die im Bereich der Baustellensicherheit, oft als Bauleiter*in oder SiGE-Koordinator*in tätig sind.

Umfassende Berücksichtigung finden in der Kommentierung die Vorschriften der BaustellVO, insbesondere unter Einarbeitung der dynamischen Entwicklungen jn der neuesten Literatur und Rechtsprechung bis Mitte 2020, auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Auf die Praxisrelevanz des Werks für Architekt*innen, Bauher*innen und involvierte Jurist*innen wurde großer Wert gelegt.

Die Qualifikationsvoraussetzungen für die SiGe-Koordinator*innen, deren Weisungsbefugnisse, Honorarfragen, Mindestanforderungen an die Vorankündigung, den SiGe-Plan und die Unterlage sowie kostensparende Effekte sind genauso kommentiert wie Haftungsfragen (vertragliche Haftung, Verkehrssicherungspflichten, haftungsrechtliche Frage­stellungen zwischen Bauherr*innen, Bauunternehmer*innen und Architekt*innen / SiGeKo gemäß § 4 BaustellVO).

Die beachtliche Novelle der Arbeitsstättenverordnung vom August 2020 ist eingearbeitet. Einbezogen sind die Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen (RAB), Stand 10-2020, die zwar keine Rechtsnormqualität besitzen, aber den amtlichen Stand der Interpretation der Vorschriften der BaustellVO abbilden.

Baurecht für die Projektleitung

Die handliche und kompakte Neuerscheinung aus der Reihe PraxisWissen Baurecht richtet sich an Projektverantwortliche sowohl der Auftragnehmer- als auch der Auftraggeberseite, dabei ausdrücklich auch an Nichtjuristen. Gerade beim Bauen stehen die Beteiligten immer wieder vor komplexen Situationen, in denen für einen wirtschaftichen Projekterfolg juristisches Handeln erforderlich wird – sei es bei der Kalkulation, den Vertragsverhandlungen, in der Projektabwicklung oder in der Gewährleistungsphase.

Hier setzt der vorliegende Ratgeber an: Aufgezeigt und für Nichtjuristen gut verständlich erläutert werden Lösungswege für sich in der Baupraxis immer wieder ergebenden Rechtsprobleme. Wohltuend lesefreundlich ist dabei die neben der aus­ge­zeichneten Textverständlichkeit auch die Konzentration auf Schlüsselsituationen und immer wieder auftretende Fragen. Der Autor erhebt bewusst keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dafür bietet er zahlreiche wertvolle Praxistipps und konkrete Handlungsanleitungen.

Im Anschluss an eine Darstellung der Grundlagen des Baurechts folgen fünf weitere Bau­steine für einen wirt­schaftlichen Projekterfolg:

  • Konfliktmanagement
  • Kommunikation in Schlüsselsituationen
  • Dokumentation
  • Behinderungs- und Bedenkenmanagement
  • Mangelmanagament

Ein Anhang enthält den Text der VOB/B sowie einen Auszug aus dem BGB – die mit dem Werkvertragsrecht befassten §§ 631 bis 650o – und ein kurzes Sachverzeichnis.

Die gut verständliche Darstellung, die klaren Handlungsanleitungen und Praxistipps machen den Ratgeber zu einem äußerst nützlichen Begleiter für alle Baupraktiker. Er beweist zudem, dass das in der Praxis relevante Baurecht auch für Nichtjuristen in großen Teilen des alltäglichen Projektmanagements beherrschbar ist.

Praxishandbuch Nachbarrecht

Bereits das (launig geschriebene) Vorwort nennt besonders plastische Beispiele für Nachbarrechtsstreitigkeiten – um dann aber auch aufzuzeigen, wo der wesentliche Nutzen des Werkes liegt: Aufklärung über die Rechtslage, was erfahrungsgemäß schon helfen kann, zu einem sachlichen Miteinander beizutragen.

Das "Praxisbuch Nachbarrecht" ist in 6 Kapitel unterteilt. Die ersten 4 Kapitel „Grundeigentum und Nachbarrecht“, „Das Grundstück und seine Grenzen“, „Einwirkungen auf das Grundstück“ und „Das Grundstück und seine Nutzung durch Dritte“ sind eine hervorragende Erkenntnisquelle auch für Architekten und Ingenieure.

Allein schon die Vielzahl der für das Nachbarrecht maßgeblichen Rechtsquellen – um nur drei zu nennen, das BGB, die Landesbauordnungen und die Nachbar­rechts­gesetze der Bundesländer - macht dessen Anwendung nicht einfach. Deswegen ist hervorzuheben, wie gut das Nebeneinander und zum Teil auch das Ineinandergreifen des öffentlich-rechtlichen und des privatrechtlichen Nachbarrechts aufgezeigt wird. Die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheidenden und für die Nachbarrechtsverhältnisse relevanten landesrechtlichen Vorschriften sind an jeweils passender Stelle im Wortlaut wiedergegeben.

Die nachbarrechtlichen Gegenstände, mit denen Architekt­innen und Architekten aller Fach­richtungen sich in ihrer täglichen Arbeit befassen müssen, werden ausführlich und für den juristischen Laien gut verständlich dargestellt. Beispielhaft zu nennen sind Grenzverhältnisse und Grenzeinrichtungen, Überbau, Grundstückseinwirkungen (insbesondere Zuführung unwägbarer Stoffe, gefahrdrohende Anlagen, drohender Gebäudeeinsturz, Vertiefung), Notweg-­ und Betretungsrechte, Fensterrecht, Probleme bei Bäumen und Sträuchern.

Das 5. und 6. Kapitel, „Der Nachbarstreit vor den Gerichten und die außer­gerichtliche Streit­beilegung“ und „Mustertexte“, sind auch für den Architekten sehr informativ. Sie sollten aber in der Beratung und Anwendung denen vorbehalten bleiben, für die diese Darstellungen in diesen beiden Kapiteln gedacht sind: den rechtsberatenden Berufen.

Auch wenn das Werk sich vornehmlich an Juristen wendet, ist es auch für den Berufs­stand der Architekt*innen, Innen­architekt*innen, Landschafts­architekt*innen und Stadt­planer*innen, eine wertvolle Hilfe. Das "Praxisbuch Nachbarrecht" kann deswegen jedem, der sich eingehender mit der Materie befassen möchte (oder muss) uneingeschränkt empfohlen werden.

 

Weitere Veröffentlichungen

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