Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau der Grundschule in Oberursel, Stadtteil Stierstadt

1. Preis € 22.400: leitenbacher spiegelberger architekten, Traunstein
2. Preis € 15.000: FHP Felix Hennel & Partner, Karlsruhe
3. Preis € 10.200: Michael Weindel & Junior Architekten, Waldbronn
4. Preis € 6.800: Drei Architekten Prof. Haag Haffner Stroheker, Stuttgart
Ankauf € 4.500: djb - architekten Dittrichs Jakobs Brennauer Architektenpartnerschaft, München
Ankauf € 4.500: Bieling Architekten GmbH, Kassel
Ankauf € 4.500: Prof. Dr. Ing. Enno Schneider, Berlin
 

Grundschulspezialisten
Bayerisches Architektenbüro gewinnt zum zweiten Mal Wettbewerb im Hochtaunuskreis

Zügiger als der Hochtaunuskreis kann man Schulpolitik kaum vorantreiben – zumindest was die architektonische Seite anbelangt. Die ausgerufene Schulinitiative wird seit dem Jahr 2000 konsequent umgesetzt, insgesamt elf Grundschulen wurden und werden nach und nach neu gebaut. Eine der ersten war im Jahr 2001 die Grundschule in Schloßborn, die inzwischen kurz vor der Fertigstellung steht. Damals waren die Sieger des Architektenwettbewerbs das Büro leitenbacher spiegelberger architekten. Rund drei Jahre danach haben es die Traunsteiner Grundschulspezialisten wieder geschafft. Erneut landeten sie auf Platz eins – diesmal beim Wettbewerb um die Grundschule im Oberurseler Stadtteil Stierstadt. Platz zwei belegte das Karlsruher Büro FHP Felix, Hennel & Partner vor Michael Weindel & Junior Architekten aus Waldbronn.

Für die am Ortsrand gelegene Grundschule Schloßborn hatten sich die Bayern viel einfallen lassen was den Übergang zu Landschaft und Stadt anbelangt. Diesmal ist es der Baukörper selbst, der durch seine Form Akzente setzt und der die Entscheidung der Preisrichter einstimmig ausfallen ließ. Das mäanderartige, entfernt S-förmige Gebäude gliedert das Gelände sinnvoll und erhält zugleich ein Maximum an Freiflächen inklusive Schulgarten und Biotope. Im Mittelpunkt des Gebäudes steht eine transparent gestaltete, zweigeschossige Halle. Eine verglaste Brücke kürzt die Wege dort ab, wo die Form des Gebäudes Umwege erzwingen würde.

Die Schule mit Betreuungszentrum ist auf bis zu 280 Schüler ausgelegt. Auch hier hat man, wie bei den meisten der neuen Schulen im Hochtaunuskreis, darauf geachtet, dass die Schule ganztagsfähig ist, sprich: über ein Betreuungszentrum mit Mensa verfügt. Letztere ist so angegliedert, dass Fahrzeuge anliefern können, ohne den Schulbetrieb zu stören. Etwas unbestimmt fand das Preisgericht allerdings die Fassadengestaltung, und der Weg von der Eingangshalle zu den Verwaltungsräumen fällt relativ weit aus. Von dort hat man jedoch einen sehr guten Überblick über den Pausenhof. Gelobt wurden zudem der gelungene Eingangshof sowie die klare Anordnung der Unterrichtsräume im ersten Stock. Und last but not least: Die Verfasser nutzen die Hanglage geschickt aus, was den Eingangsklassen ebenerdige Ausgänge direkt ins Grüne beschert.

Fazit: Auch dieser Wettbewerb setzt die Hohe Taunusschulkunst der Vergangenheit fort.