AKH/Kraus Lazos

10.06.2022 | AKH, Bau­kultur, Presse

Aus­zeich­nung Vor­bild­licher Bauten: Frank­furt baut auf Nachhaltigkeit

Zwei Projekten aus der Mainmetropole wurde vor Ort die Aus­zeich­nung Vor­bild­liche Bauten im Land Hessen 2020 verliehen. Sie zeigen beispielhaft, wie eine nach­haltige Trans­for­ma­ti­on der Stadt gelingen kann.

Zwei von insgesamt fünf Preisträgerinnen und Preisträgern der Vor­bild­lichen Bauten im Land Hessen 2020 wurden heute mit einer Schmuckplakette ausgezeichnet. Das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen, und die Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen (AKH) würdigen damit die besondere baukulturelle Leis­tung auf dem Gebiet des nach­haltigen Planen und Bauens.

Hessens Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms erklärte: „Die eingereichten Planungen und gebauten Beispiele zum Thema Nachhaltigkeit haben eine große Bandbreite an Lösungsansätzen für die städtebaulichen Heraus­forderungen der kommenden Jahre aufgezeigt. Dabei ragte das Aktiv-Stadthaus Spei­cher­straße besonders hervor. Mit einem umfassenden Energie-Konzept und modernster technischer Ausstattung weist das Gebäude in die Zukunft der Energiewende. Projekte wie der Stylepark-Neubau am Peterskirchenhof hingegen machen aber auch deutlich, wie komplex und unterschiedlich die einzelnen Planungs- und Bau­aufgaben sein können: von der Nachnutzung großer Konversionsflächen über die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude und die Errichtung neuer Bürohochhäuser bis zum generationenge­rech­ten Wohnen. Beim Stylepark ist es meisterhaft gelungen, Neubau und denkmal­geschützten Bestand mit­ein­ander zu vereinen und dabei einen Beitrag zur Nachverdichtung und effizienten Nutzung städtischer Flächen zu leisten.“

Brigitte Holz, Präsidentin der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen und Jurymitglied betont: „Um die Chancen und Qualitäten einer nach­haltigen Gestaltung der gebauten Umwelt zu verdeutlichen, gibt es nichts Geeigneteres als Best-Practice-Beispiele. Die in Hessen aus­ge­zeichneten Projekte und Planungen sind ein Beleg gelebter Nachhaltigkeit. Nachhaltig Planen und Bauen heißt, dass ein Quar­tier mit lokal angemessener Dichte vielfältige Entwicklungen ermöglicht, dass ein Freiraum den differenzierten Bedürfnissen von Menschen, aber auch der Umwelt gerecht wird und, dass Gebäude auf­grund archi­tek­tonischer und funktionaler Qualitäten zukunftsweisend konzipiert sind.“

Gemeinsam enthüllten Finanzstaatssekretär Worms und AKH-Präsidentin Holz in Anwesenheit der Planerinnen und Planern sowie der Bauherrinnen und Bauherren die Schmuckplaketten an den beiden Siegerprojekten:

Aktiv-Stadthaus Spei­cher­straße

  • Preisträgerin in der Kategorie Quar­tiersplanung und Stadtentwicklung
  • Architekt­innen und Architekten: HHS Planer + Architekten AG, Kassel
  • Bauherrin: ABG Frank­furt Holding Wohnungs­bau- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Frank­furt am Main

Mit dem Bau des Aktiv-Stadthauses in Frank­furt am Main entstanden auf einer bis dahin als nahezu unbebaubar geltenden Parkplatzfläche nicht nur 74 Wohnungen, sondern ein Gebäude, das als Landmarke wirkt und Strahlkraft für die Umgebung besitzt. Besonders hervorzuheben ist nicht nur das städtebauliche und ar­chi­tek­to­nische Konzept, sondern auch das Energie­konzept des Hauses. Das achtgeschossige Gebäude benötigt in der Jahresbilanz keine zugeführte Energie, sondern erzeugt mit einer Photovoltaikanlage auf dem Pultdach und an der Südfassade ein Plus.

Stylepark Neubau am Peterskirchhof

  • Preisträger in der Kategorie Bauen im Bestand
  • Architekt­innen und Architekten: NKBAK Nicole Kerstin Berganski Andreas Krawczyk Architekten Part mbB, Frank­furt am Main
  • Bauherrin: Stylepark AG, Frank­furt am Main

Der vergleichsweise kleine Anbau einer privaten Marketingagentur für Ar­chi­tek­tur und Design an ein klassizistisches Mietshaus gibt viel beachtete Hinweise, wie Nachverdichtung, Nutzungsmischung und Übergänge vom privaten in den öffentlichen Raum gestaltet werden können. Besonders hervorzuheben ist, die harmonische Vernetzung unterschiedlicher baulicher Zeitschichten in der Frank­furter Innenstadt.

Die sichtbare Aus­zeich­nung der Projekte soll einer breiten Öffentlichkeit zeigen, dass Nachhaltigkeit ein wichtiges Zu­kunfts­thema ist.

Weitere In­for­ma­tio­nen zum Aus­zeich­nungs­verfahren und den aus­ge­zeichneten Projekten, inklusive Bildmaterial, stehen auf der Website der AKH zur Verfügung: www.akh.de/vorbildliche-bauten

Hintergrund

Das Aus­zeich­nungs­verfahren Vor­bild­licher Bauten im Land Hessen – Preis für Ar­chi­tek­tur und Städtebau wird im Turnus von drei Jahren durch das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen, und die Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen ausgelobt. Die Aus­zeich­nung wird seit 1954 vergeben und zählt zu den ältesten und anerkanntesten Ar­chi­tek­turpreisen in Deutsch­land. In diesem Jahr wurden die Aus­zeich­nungen erstmals für Ar­chi­tek­tur und Städtebau vergeben, da die Trans­for­ma­ti­on der Städte nur im Zusammenspiel aller Disziplinen gelingen kann.


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