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Ernst-Reuter-Schule Frankfurt - Großstrukturen von einst weiterdenken

In den Sechziger- und Siebzigerjahren wurden unter dem Aspekt des „Bildungsnotstandes“ neue Reformschulen mit modernen pädagogischen und räumlichen Konzepten gebaut. Wie kann man mit diesem besonderen baukulturellen Erbe in der Gegen­wart und Zukunft umgegangen werden?

Thema

Die in der Frankfurter Nordweststadt  gelegene Ernst-Reuter-Schule war Thema der Tagung. Errichtet zu Beginn der 1960er-Jahre an zentraler Stelle des neu entstehenden Stadtteils, war die Ernst-Reuter-Schule von Anfang an ausdrücklich als Modell- und Experimentalschule ausgelegt. Sie machte mit unterschiedlichsten reformpädagogischen Ansätzen von sich reden, die für den heutigen Lehrbetrieb teilweise selbstverständlich sind. Der Schulkomplex wird heute von einer achtzügigen Integrierten Gesamtschule sowie einem Oberstufengymnasium mit insgesamt weit über 2.000 Schülerinnen und Schülern genutzt. Das Thema „Inklusion“ hat sehr hohen Stellenwert.

Entsprechend den progressiven pädagogischen Überlegungen weist der von den Architekten Franz Schuster und Günter Silz geplante Gebäudekomplex ein sehr differenziertes und umfangreiches Raumprogramm auf. So verfügt die Schule beispielsweise über einen großzügigen, professionellen Theatersaal, der heute auch überörtlich der Theaterschulausbildung dient.

Die Gesamtanlage mit ihrem sehr markanten Plankonzept stellt sich heute in weiten Teilen authentisch und unverbaut, aber mit hohem Sanierungsstau dar. Kostenschätzungen in einer frühen Phase der Konzeptfindung für Sanierung und Weiter­entwicklung des Standorts lassen schon jetzt erkennen, dass hier die teuerste Schulsanierung in der Geschichte der Stadt Frankfurt zu erwarten ist. In dieser Phase ist es hochinteressant, hierüber in die Diskussion zu kommen. Über Erhalt und Weiter­entwicklung des konkreten Objekts hinaus sind die damit verbundenen Fragen vielfach exemplarisch für die weitreichende Bauaufgabe der Sanierung von Schulen jener Epoche.

Eindrücke vor Ort

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Programm

Begrüßung

Brigitte Holz, Präsidentin der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen

Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege Hessen

 

Einführung „Überblick über die bauliche Anlage aus Sicht der Denkmalpflege, Anmerkungen zum Architekten Franz Schuster"
Heinz Wionski, Landeskonservator Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden

 

Gestaltungs- und Denkmalqualitäten der Freianlagen
Wenzel Bratner, Gartendenkmalpfleger Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden

 

Bestandsanalyse Ernst-Reuter-Schule – Phase 0
Dirk Landwehr, Trapez Architekten, Hamburg

 

Rundgänge in Gruppen

 

Heraus­forderungen und Chancen der Sanierung aus Sicht der Bauherrenvertretung
Eva Hanf-Dressler, Amt für Bau und Immobilien Stadt Frankfurt 

 

Best-Practice: Sanierung der Carl-Sonnenschein-Schule, Berlin

Jost und Nadja Haberland, Haberland Architekten BDA, Berlin

 

Moderation: Astrid Wuttke, Vorsitzende der AG Architekten in der Denkmalpflege und Bauen im Bestand, AKH

 

Veranstaltungsort

Ernst-Reuter-Schule, Nordweststadt, Hammarskjöldring 17A, 60439 Frankfurt am Main