AKH/Kraus Lazos

Das Aus­zeich­nungs­verfahren Vor­bild­licher Bauten im Land Hessen 2020 geht in die nächste Runde

Die Bewerbungsphase ist abgeschlossen und es haben sich zahlreiche Planer*innen aus dem gesamten Bundes- und Landesgebiet sowie aus dem inter­nationalen Ausland beworben. Über 120 Projekte auf dem Gebiet des nach­haltigen Planen und Bauen wurden eingereicht.

Der Preis für Architektur und Städtebau widmet sich dem Zu­kunfts­thema „Nachhaltigkeit“ und sucht vorbildliche Projekte und Planungen auf dem Gebiet des nach­haltigen Planen und Bauens.

Im regelmäßigen Turnus von drei Jahren wird die Aus­zeich­nung Vor­bild­licher Bauten im Land Hessen – Preis für Architektur und Städtebau gemeinsam vom Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen, und der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen ausgelobt und richtet sich an Architekt*innen, Innen­architekt*innen, Landschafts­architekt*innen, Stadt­planer*innen und an öffentliche sowie private Bauherr*innen gleichermaßen.

Zielsetzung Nachhaltiges Planen und Bauen

Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist seit 2018 als neues Staatsziel in der Hessischen Landesverfassung verankert. Im Sinne der Generationengerechtigkeit sowie des Schutzes von Ressourcen hat Nachhaltigkeit eine hohe Be­deutung für das gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Handeln in Gegen­wart und Zukunft.

Die Aus­zeich­nung vorbildlicher Projekte ist Bestandteil einer ge­meinsamen Nachhaltig­keits­strategie der Landes­regierung Hessen und der AKH. Die innovativen und qualitätsvollen prämierten Projekte sollen Planer*innen, Bauherr*innen, Bauindustrie und Handwerk sowie Politik und Gesellschaft darin bestärken, gemeinsam an einem nach­haltigen Hessen zu arbeiten und einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele und Vereinbarungen des Weltklimavertrags zu leisten.

Der Bausektor ist bei Klima­schutz und Klimaanpassung im Besonderen gefordert. Nachhaltiges Planen und Bauen bedeutet für alle daran Beteiligten, soziokulturelle, ökologische und ökonomische Fragen und Ansprüche im Sinne der Bau­kultur ganzheitlich zu betrachten. Sie sollen sowohl bei Planer*innen als auch bei Bauherr*innen Mut zu In­no­vation wecken und Lust auf nach­haltiges Planen und Bauen machen.

Mit dem diesjährigen Preis für Architektur und Städtebau wird nach­haltiges Planen und Bauen in Hessen über gebaute Beispiele und in Realisierung befindliche Planungen bilanziert.

Die aus­ge­zeichneten Projekte sind in der Zusammenschau als wichtiger Beitrag und Anreiz für eine Diskussion der Nachhaltig­keits­strategie des Landes Hessen zu sehen.

Die Siegerprojekte wie die Short-List-Projekte bilden die Grundlage für hessenweit geplante Regionalkonferenzen der AKH.

Die individuellen Bau­steine des Aus­zeich­nungs­verfahrens sollen eine breite Öffentlichkeit ansprechen und dazu beitragen, den Diskurs zur Notwendigkeit des nach­haltigen Planens und Bauens zu verstetigen.

Preise und Aus­zeich­nungskategorien

Die Aus­zeich­nung Vor­bild­licher Bauten im Land Hessen 2020 zeichnet Projekte und Planungen in vier Kategorien aus. Der Jury steht es frei, innerhalb einer Kategorie mehrere Objekte auszuzeichnen. Die Auswahl der Short-List-Nominierungen und der Preisträger*innen erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges.

Gesucht werden innovative und zukunftsfähige Lösungen, die über ihre Gestaltungsqualität hinaus einen wegweisenden Beitrag zum ressourcenschonenden und energieeffizienten Bauen leisten.

Gesucht werden Projekte, die den Bestand als Teil der kulturellen, gesell­schaft­lichen Identität begreifen, ihn in seiner Qualität weiterentwickelt haben und einen Beitrag zum ressourcenschonenden und energieeffizienten Bauen leisten.

Gesucht werden Projekte und Planungen, die über die besondere Qualifizierung von öffentlichen und privaten Freiräumen einen Beitrag u.a. zum Stadtklima (Klimaanpassung) oder zur Generationengerechtigkeit leisten, die einen intelligenten Umgang mit Ressourcen im Sinne einer nach­haltigen Flächenkreislaufwirtschaft aufweisen, die zukunftsfähige Mobilitätskonzepte oder Lösungen für einen nach­haltigen Umbau von Energie- und Kulturlandschaft aufzeigen.

Gesucht werden Projekte und Planungen, die Siedlungs-, Freiraum- und Verkehrsentwicklung im Sinne einer nach­haltigen Stadtentwicklung ganzheitlich betrachten oder neue Formen der Mischung und Nutzungsüberlagerung (Multikodierung), Mobilität oder Nachverdichtung umsetzen.

Die interdisziplinäre Fachjury stellt sich vor

  • Prof. Dietmar Eberle, Architekt und Büropartner, Baumschlager Eberle Architekten, Lustenau
  • Véronique Faucheur, Dipl. Stadtplanung/Land­schafts­architektur und Büropartnerin, atelier le balto Landschafts­architekten, Berlin
  • Andrea Georgi-Tomas, Architekt­in und Geschäfts­führerin, ee concept gmbh, Darmstadt
  • Prof. Dr. Markus Harzenetter, Kunsthistoriker und Präsident, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden
  • Brigitte Holz, Architekt­in, Städte­bau­architektin, Stadt­planerin und Präsidentin, Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen, Wiesbaden
  • Mirjam Niemeyer, Architekt­in, Städtebauerin und Büropartnerin, Helsinki Zürich Office GmbH, Helsinki/Zürich
  • Martin Rein-Cano, Landschafts­architekt und Bürogründer/Creative Director, TOPOTEK 1, Berlin
  • Prof. Matthias Schuler, Dipl.-Ing. und Bürogründer/CEO, TRANSSOLAR Energietechnik GmbH, Stuttgart
  • Raoul Sigl, Architekt und Büropartner, Conen Sigl Architekten, Zürich
  • Dr. Martin J. Worms, Verwaltungsjurist und Staatssekretär, Hessisches Ministerium der Finanzen, Wiesbaden

Ressourcenschonendes Planen und Bauen ist für uns die Basis unser Profession in der heutigen Zeit. Was uns bewegt, ist die soziale Dimension der Nachhaltigkeit und damit die Frage, wie wir mit unseren Projekten sozialen Austausch, Gemeinschaftlichkeit, Gesundheit und Glück fördern können. Dafür sind Überzeugungskraft, Kreativität und kontinuierliches Weiterdenken von neuen Möglichkeiten des nach­haltigen Planens und Bauens gefragt. Ganz im Sinne einer ganzheitlichen, massstabsübergreifenden Denkweise, die alle Bereiche des Bauens, von der Stadtplanung und dem Städtebau bis zur Architektur umfasst.

Mirjam Niemeyer, Jurymitglied und Büropartnerin, Helsinki Zürich Office GmbH, Helsinki/Zürich

Abgesehen von der ökologischen Nachhaltigkeit, die erfreulicherweise immer öfter im Planen und Bauen zum Thema wird, ist die soziale Nachhaltigkeit ein ebenso wichtiger Punkt, mit dem wir uns befassen müssen. Einen adäquaten Lebensraum für zukünftige Generationen zu garantieren, fordert auch eine durchdachte Gestaltung des öffentlichen Raumes und dessen Gebäude. Daher setzen wir uns kontinuierlich das Ziel, positive, soziale Interaktionen in unseren Projekten zu schaffen.

Martin Rein-Cano, Jurymitglied und Landschafts­architekt, TOPOTEK 1, Berlin

Ein Aspekt der Nachhaltigkeit, die auch unsere Arbeit im Büro prägt, ist die Wiederverwertung von Bauten, Bauteilen und Baustoffen. Qualitätsvolle Umbauten und das Weiterbauen im Bestand ist in dieser Hinsicht von grosser Be­deutung. Wir sollten mehr Umbauen, Erweitern und die bestehende Substanz besser nutzen. Dies würde viel Material und somit graue Energie einsparen.

Raoul Sigl, Jurymitglied und Büropartner, Conen Sigl Architekten, Zürich

Einer der zentralen Gedanken von Nachhaltigkeit ist es, auch künftigen Generationen die gleichen Gestaltungschancen zu er­mög­lichen. Damit ist – avant la lettre - denkmalpflegerisches Handeln per se nachhaltig, geht es doch darum, unsere baukulturellen Werte zu erkennen, zu bewahren und behutsam zu modernisieren.

Prof. Dr. Markus Harzenetter, Jurymitglied und Präsident des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden

Der Umgang mit Ressourcen ist für das nach­haltige Planen und Bauen entscheidend. Urban Mining bietet wichtige Denk­an­stöße wie mit Ressourcen im Bestand verantwortungsvoll, klimaschonend und ökonomisch sinnvoll umgegangen werden kann.

Brigitte Holz, Jurymitglied und Präsidentin der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen

Nachhaltiges Planen und Herstellen bedeutet für den Berufsstand Garten- und Land­schafts­architektur, eine optimale Verwendung des Regenwassers vor Ort und eine minimale Versiegelung des Bodens, sowie eine langfristige Begleitung der Pflege der Vegetation durch die Planer. Wir sind daran interessiert, dass kein fertiges Bild erzeugt wird, sondern ein dynamisches – sich im Prozess befindliches. In dieser Hinsicht ist unter Pflege nicht die Erhaltung eines Zustands zu verstehen, sondern das Anstoßen und Begleiten natürlicher Entwicklungen, die wir begrüßen.

Véronique Faucheur, Jurymitglied und Büropartnerin, atelier le balto Landschafts­architekten, Berlin

Nachhaltiges Planen und Bauen in Neubau und insbesondere auch im Bestand sind wichtige Voraussetzungen um die Emissionsreduktionsziele zu erreichen. Der Gebäudesektor trägt für Bau und Betrieb mit fast 50% zu den CO2 Emissionen bei, wobei mit einer Reduzierung des laufenden Energiebedarfs neben dem Betrieb insbesondere auch die CO2 Lasten der Baumaterialien immer wichtiger wird.

Prof. Matthias Schuler, Jurymitglied und CEO, TRANSSOLAR Energietechnik GmbH, Stuttgart

Nachhaltigkeit hat für die Landes­regierung einen hohen Stellenwert. Daher freue ich mich schon sehr auf mutige Konzepte, innovative Ideen und vorbildliche Lösungen der Planerinnen und Planer sowie Bauherrinnen und Bauherrn in Hessen. Für eine lebenswerte Zukunft ist nach­haltiges Planen und Bauen mehr als nur eine Option: Es ist eine Notwendigkeit!

Dr. Martin J. Worms, Jurymitglied und Staatssekretär, Hessisches Ministerium der Finanzen, Wiesbaden

Nachhaltiges Planen und Bauen ist die einzig zukunftsfähige Strategie in der Architektur. Die Grundregel dabei ist das Denken über den Lebenszyklus - von der Herstellung über die Nutzungsphase hin zum Rückbau - und im Kreislauf. Unsere Gebäude müssen klimaneutral sein, nicht nur im Betrieb sondern inklusive der Materialität. Sie müssen über ihre Lebensdauer ökonomisch sein, nicht in der Erstinvestitionsphase. Sie müssen gesund sein – und einen baukulturellen Beitrag leisten um überhaupt nachhaltig sein zu können.

Andrea Georgi-Tomas, Jurymitglied und Architekt­in, ee concept gmbh, Darmstadt

Denken in Zeiträumen und deren Konsequenzen für Architektur ist die Aufgabe, der sich eine neue Architektur stellen muss.

Prof. Dietmar Eberle, Jurymitglied und Büropartner, Baumschlager Eberle Architekten, Lustenau

Be­wert­ungs­kriterien

Gesucht werden innovative und zukunftsfähige Lösungen, die einen besonderen Beitrag zum nach­haltigen Planen und Bauen leisten und mit hoher archi­tek­tonischer, innen­archi­tek­tonischer, land­schafts­archi­tek­tonischer oder städtebaulicher Qualität überzeugen.

Die Beurteilung der eingereichten Projekte und Planungen erfolgt primär nach folgenden Kriterien: Gestaltung, Multifunktionalität des Nachhaltigkeitsbegriffs (ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Qualität), Technische Qualität, Prozessqualität und Standort.

Diese können sich bei den eingereichten Projekten in unterschiedlicher Ausprägung wiederfinden.

Gestaltung: sehr gute städtebauliche Einbindung, besondere Qualifizierung des Außenraums, architektonisch-räumliche Gebäudequalität, anspruchsvolle Gestaltung und Haltung, …

Multifunktionalität des Nachhaltigkeitsaspekts: beispielhafte Verknüpfung von Nachhaltigkeitsaspekten:

  • Ökologische Qualität: Ressourcenschonung (Baustoffe, Boden, Wasser und Lebenszyklus) und Begrenzung der Umweltbelastung, Berücksichtigung der Aspekte Effizienz, Konsistenz und Suffizienz, …
  • Ökonomische Qualität: wirtschaftliche Auslastung von Infrastrukturen, Berücksichtigung von Lebenszykluskosten, …
  • Soziale und kulturelle Qualität: bedürfnisgerechte Gestaltung (Nutzerakzeptanz), Förderung des Wohlbefindens und der Kommunikation, Sicherstellung von Barrierefreiheit, Flexibilität, …

Technische Qualität: innovativer Einsatz moderner Technik (Low- oder High-Tech-Lösung), Angemessenheit, Instandhaltungsfreundlichkeit, Nach- und Aufrüstbarkeit, Rückbaubarkeit, Recyclingfreundlichkeit, …

Prozessqualität: interdisziplinäre Projektstruktur, Planungswettbewerb, Partizipationsprozess (Nutzer- und Öffentlichkeitsbeteiligung), Qualitätskontrolle, Monitoring, …

Standort: integrative Planung unter Berücksichtigung der Potenziale eines eng- oder weitgefassten Kontextes (Standort / Region), …

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Alle Termine im Überblick

Termine Phase 1
  • Bewerbungszeitraum: 24. September 2020 - einschließlich 22. Januar 2021 (neue Fristverlängerung!)
  • Vorprüfung: Januar 2021
  • Jurysitzung 1: Februar 2021
  • Bekanntgabe Short-List + Sustainability Talk 1: März 2021 (neuer Termin)
Termine Phase 2
  • Abgabe erweiterte Einverständniserklärung Bauherr*innen: März 2021 (neuer Termin)
  • Projektbesichtigungen durch die Jury + Jurysitzung 2: April 2021 (neuer Termin)
  • Preisverleihung + Sustainability Talk 2: Mai 2021
  • Herausgabe Sustainability Papers I+II: Mai 2021

Ihr Ansprech­partner

Sie haben Fragen zur Aus­zeich­nung Vor­bild­licher Bauten im Land Hessen 2020 oder Fragen zu Ihrer Bewerbung beziehungsweise zu den Bewerbungsmodalitäten?

Referent Bau­kultur, Wirtschaft und Hochschulwesen
Florian Dreher
Dipl.-Ing.
Telefon: 0611 1738-55
Fax: 0611 1738-40

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