Lisa Farkas/Vor­bild­liche Bauten 2011

Architekturbücher

Bücher über Architektur liegen im Trend - opulente Bildbände ebenso wie kenntnisreiche Monografien über Architekten­persönlich­keiten, einzelne Bauwerke oder Baustile. Auf diesen Seiten werden Sie regelmäßig über Neuerscheinungen auf diesem Gebiet informiert:

MAYHAUS

Das mayhaus in der Frank­furter Römerstadt ist das einzig vollständig und denkmalgerecht wiederhergestellte Wohnhaus im Stil des Neuen Frank­furt der 1920er-Jahre. Die vorliegende Neuerscheinung in deutscher und englischer Sprache erklärt auf 152 Seiten anhand aktueller Fotografien sowie erstmals publizierter historischer Pläne die Funktionen des Musterhauses. Über die Textebene, die sich von der Stadt über die Siedlung und dann die Straße in das Gebäude hineinzoomt, wird das gesamte Raumprogramm des mayhauses inklusive seiner Frank­furter Küche bauhistorisch und soziokulturell eingeordnet. Die Texte stellen das mayhaus (innen und außen) sowie seine Umgebung umfassend dar. Außerdem wurden in verschiedenen Archiven historische Aufnahmen und Pläne recherchiert, die nun zum Teil erstmalig der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Gärten des Jahres 2021

Ob klassische Gartenkunst oder naturnaher Familiengarten – die vorliegende Dokumentation zum Wettbewerb GÄRTEN DES JAHRES 2021 bietet wieder eine Auswahl der schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum. Gezeigt werden 50 Gärten in zahlreichen Farbabbildungen und Gartenplänen. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts, der verwendeten Materialien und der Auswahl der Pflanzen runden die 50 Gartenporträts ab.

Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der naturnahen Gartengestaltung. Antworten auf die Heraus­forderungen durch den Klimawandel liefert zum Beispiel ein weitläufig gestalteter Hanggarten, der ganz ohne Bewässerungsanlage auskommt. Dass es auch innerstädtisch und in kleinem Maßstab geht, beweist ein gerade mal 100 m² großer, zu einer Eigentumswohnung gehörender Stadtgarten auf dem Dach einer Tiefgarage. Allen vorgestellten Projekten gemeinsam ist ihre gestalterische Qualität.

Der Katalog eignet sich gut zum Schmökern und bietet gerade jetzt zu Beginn der Gartensaison vielfältige Anregungen für Gartenbesitzer und Gartenplaner.

Deutsches Architektur Jahrbuch 2021

Seit fast 40 Jahren gehört das Deutsche Architektur Jahrbuch zu den Highlights der Architekturbuchszene. Es dokumentiert die Ergebnisse des DAM Preises für Architektur in Deutschland und spiegelt so die Entwicklung des zeitgenössischen Baugeschehens wider. Vorgestellt werden in der diesjährigen Ausgabe der Preisträger, die drei weiteren Finalisten sowie die engere Auswahl – insgesamt 25 Projekte. Vier Projekte der engeren Auswahl stammen von in Deutschland ansässigen Büros, befinden sich aber im Ausland und somit außer Konkurrenz um den DAM Preis. Sie werden in einem eigenständigen Kapitel Deutscher Architektur Export präsentiert.

Die Herausgeber gehen im Vorwort – das entgegen landläufiger Erwartung nicht am Anfang des Jahrbuchs steht, sondern nach der Vorstellung der  Finalisten, die durch diesen schönen Zug in den Vordergrund gestellt werden – auch auf die besonderen Umstände der Jurierung in Pandemiezeiten ein.

Die Bandbreite der ausgewählten Projekte ist erwartbar groß und reicht von Wohnbauten über Museums- und Betreuungsbauten bis hin zu Verwaltungs- und Bürogebäuden. Zwei Projekte fallen ein Stück weit aus dem üblichen Rahmen – der Urbach Turm im Remstal steht für völlig neue Wege im Holzbau, die neue Hochwasserschutzanlage von Zaha Hadid in Hamburg fungiert zugleich als beliebter öffentlicher Treffpunkt und Aufenthaltsort.

Erkennbar ist ein klarer Trend hin zu sehr flexiblen Nutzungen – auch das Siegerprojekt WERK 12 in München von MVRDV und N-V-O Architekten zeichnet sich dadurch aus. Weitere Trends reflektiert das Jahrbuch in eingestreuten Texten: Der Physiker Wolfgang Kessling spricht in einem Interview über ökologische Haustechnikkonzepte, Barbara Brakenhoff zeichnet in einem Essay nach, wie die Bundesgartenschau 2019 zum Initialprojekt einer partizipativen Stadtentwicklungsstrategie wurde.

Alle Projekte werden mit zahlreichen Fotos, Plänen und sachkundigen Texten präsentiert, das Jahrbuch ist immer wieder lesenswert. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch auch dabei – ein Inhaltsverzeichnis und/oder eine  Projektliste kämen den Lesern bei der Suche nach bestimmten Beiträgen sicherlich entgegen.

 

 

Eine Haltung, kein Stil. Das architektonische Werk von Rolf Gutbrod

Diese erste vollständige Werkmonografie über das Schaffen des großen Stuttgarter Architekten der Nachkriegsmoderne gibt Auskunft über die Architektur Rolf Gutbrods in vier Jahrzehnten – von ersten Studienarbeiten aus dem Jahr 1959 bis hin zu seinen vorwiegend im arabischen Raum angesiedelten Projekten der späten 1970er Jahre. Von den 251 im Werksverzeichnis aufgelisteten Projekten Gutbrods werden 26 ausgewählte Bauten mit ausfühlichen Beschreibungen und zahlreichen Fotos und Abbildungen vorgestellt, darunter so prägende Bauten wie die Liederhalle Stuttgart oder der deutsche Pavillon auf der EXPO Montreal/Kanada, den Gutbrod zusammen mit Frei Otto gestaltete. Aber auch Hochschulbauten, Wohnhäuser und Verwaltungs- sowie Industriebauten gehörten zu den Bauaufgaben, denen sich Gutbrod erfolgreich widmete. Eine einheitliche Formensprache, ein „Gutbrod-Stil“, lässt sich dabei nicht erkennen – sehr wohl aber, wie schon der Titel der Monofgrafie andeutet, eine Haltung: Gutbrod entwickelte seine Bauten von den Bedürfnissen der Nutzer her. Vor der Suche nach der angemessenen künstlerischen Form standen für ihn das Programm, die Topografie, das Klima und die umgebenden Bauten im Vordergrund. Wie sehr diese Haltung zur dauerhaften Wertschätzung seiner Bauten beitrug verdeutlicht der in dem Buch enthaltene aktuelle Fotoessay von Christoph Engel und Bernd Seeland über zwölf Bauten von Gutbrod.

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