Lisa Farkas/Vor­bild­liche Bauten 2011

Architekturbücher

Bücher über Architektur liegen im Trend - opulente Bildbände ebenso wie kenntnisreiche Monografien über Architekten­persönlich­keiten, einzelne Bauwerke oder Baustile. Auf diesen Seiten werden Sie regelmäßig über Neuerscheinungen auf diesem Gebiet informiert:

Architekturführer Hannover

In der Reihe der Architekturführer aus dem Hause DOM publishers ist nun ein Band über Hannover erschienen. Die niedersächsische Landes­haupt­stadt  wird auf den ersten Blick eher selten als Architekturstadt wahrgenommen. Dabei hat sie von mittelalterlichen Wehrtürmen über barocke Gärten bis zu hervor­ragenden Exponaten des Backstein-Expressionismus ein ganze Menge zu bieten, erst recht im Hinblick auf zeitgenössische Architektur. Letzteres ist auch den großflächigen Zerstörungen der Innenstadt im 2. Weltkrieg zuzuschreiben. Gestalterische Vielfalt und ein Nebeneinander von traditionalistischer, moderner und moderater Architektur prägten bereits den Wiederaufbau in den 1950er und 1960er Jahren, bevor in den 1970 Jahren vorübergehend ein Trend zu Megastrukturen einsetzte, von dem noch zwei Projekte zeugen, die heute zu den städtebaulichen Problemzonen Hannnovers gezählt werden. Den nächsten wirkmächtigen städtebaulichen Impuls setzte die Weltausstellung im Jahr 2000, wie zahlreiche Projekte im vorliegenden Architekturführer belegen. International renommierte Architekten wie Frank O. Gehry, Günther Behnisch, Alessandro Mindini, Kleihues oder MVRDV bauten seit der Jahrtausendwende in Hannover.

All dies lässt sich auf den 7 Touren, die in dem vorliegenden Architekturführer vorgeschlagen werden, ausführlich erkunden. Mehr als 330 Objekte werden mit zahlreichen Farbfotos und kundigen Begleittexten vorgestellt, QR-Codes helfen bei der Orientierung. Hannover mag nicht als Mekka für Architekturfans gelten, bietet aber sehr viel sehenswerte Architektur wie auch Impulse für urbane Aufenthaltsqualitäten, ohne überlaufen zu sein.

 

Home Smart Home

Wie wir wohnen wollen

SZ-Autor Oliver Herwig beschäftigt sich seit Jahren mit dem Wandel von Wohnräumen und Wohnträumen. Seine Beiträge für die SZ-Serie „Wie wir wohnen“ bilden die Grundlage für die in der vorliegenden Neuerscheinung versammelten insgesamt 17 Texte, die den sich wandelnden Vorstellungen vom Wohnen einer Gesellschaft im digitalen Wandel gewidmet sind. Nicht zuletzt beschleunigt durch die pandemiebedingte Invasion der Arbeit in die Privaträume, überlagern sich die Nutzungen von Wohnräumen immer stärker – das Smart Home steht für entgrenztes Wohnen, wo multifunktionale Räume vielfältige Nutzungen wie Wohnen, Arbeit, Familie, Schule, Freunde gleichzeitig und multimedial bedienen – sei es als Arbeitsbad, Wohnschlafküche oder in anderen Kombinationen. Der Autor geht davon aus, dass das Zeitalter analoger Wohnungen zu Ende geht und das hybride Heim die Regel wird, in dem sich Freizeit und Arbeit, Intimität und Öffentlichkeit nicht mehr voneinander abgrenzen lassen. Die Einordnung als Utopie oder als Dystopie bleibt den Leser*innen selbst überlassen.

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