Lisa Farkas/Vor­bild­liche Bauten 2011

Ar­chi­tek­turbücher

Bücher über Ar­chi­tek­tur liegen im Trend - opulente Bildbände ebenso wie kenntnisreiche Monografien über Architekten­persönlich­keiten, einzelne Bauwerke oder Baustile. Auf diesen Seiten werden Sie regelmäßig über Neuerscheinungen auf diesem Gebiet informiert:

Ar­chi­tek­turführer FRANKFURT 1990-1999

Er hat es schon wieder getan – der  Grafiker und Ar­chi­tek­turkritiker Wilhelm E. Opatz hat eine weitere Dekade des Frank­furter Baugeschehens der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Begonnen hat er vor wenigen Jahren mit einem Ar­chi­tek­turführer FRANKFURT 1950-1959 (vergriffen) und hat seitdem alle ein bis zwei Jahre gemeinsam mit dem Verein Freunde Frank­furts e. V. einen Führer durch die Frank­furter Ar­chi­tek­tur der folgenden Dekaden vorgelegt. Nun also einen Ar­chi­tek­turführer über die 90er Jahre.

Das Baugeschehen in Frank­furt wurde in diesen Jahren durch eine ganze Reihe von Bauwerken renommierter inter­nationaler Architekten wie Mete Arat, Norman Foster, Ernst Gisel, Toyo Ito, Helmut Jahn, Gustav Peichl oder Quinlan Terry geprägt, deren Bauten in dem vorliegenden Band mit kundigen Texten und vor allem Farbfotografien vorgestellt werden. Der Messeturm, die Nationalbibliothek oder auch der Commerzbank Tower stehen für die Internationalisierung der Stadt Frank­furt, die seinerzeit auch viele inter­nationale Künstler, Musiker und Designer anzog. Das Baugeschehen umfasst aber mehr als nur die ikonischen „Leuchttürme“, die zu Frank­furts Image als Hochhausstadt beigetragen haben. Die Solitäre am Museumsufer, die Villa Lunkewitz oder der „Frank­furter Engel“ der Künstlerin Rosemarie Trockel am Klaus-Mann-Platz gehören ebenso dazu. Diese und viele weitere Bauten werden in dem vorliegenden Band vorgestellt, ergänzt um Beiträge zu den damaligen baupo­li­ti­schen Diskussionen und Positionen sowie um Interventionen, die die Erinnerung an das Lebensgefühl der 90er Jahre in Frank­furt aufkeimen lassen.

 

 

Siedlung Roter Hang in Kronberg im Taunus

In der "Kleinen Reihe" des Landesamts für Denkmal­pflege Hessen werden kürzere Texte wie zum Beispiel wissenschaftliche Aufsätze, Bauberater, Fachbroschüren oder Leitlinien publiziert. Die "Kleine Reihe" wird digital abrufbar sein; zusätzlich werden ausgewählte Bände auch in gedruckter Form erscheinen.

Der jetzt erschienene erste Band der Kleinen Reihe ist der Siedlung Roter Hang in Kronberg am Taunus gewidmet. In ihrer Dichte und Geschlossenheit gehört die Siedlung Roter Hang bundesweit zu den wenigen, noch weitgehend unveränderten Siedlungen der späten Sechziger und frühen Siebzigerjahre. Die kompakte Siedlung gilt bis heute als Zeugnis für das Konzept eines modernen, erschwinglichen Wohnens in bevorzugten Lagen. Die Leitlinien dokumentieren die Be­deutung der Siedlung und benennen die Bandbreite der Veränderungsmöglichkeiten. Neben Ausführungen zur Geschichte und Be­deutung der Siedlung enthält die Broschüre auch Planmaterialien sowie Hinweise zur energetischen Ertüchtigung. Sie soll nicht nur das Verständnis der Ar­chi­tek­tur dieser Zeit fördern, sondern auch einen Beitrag zur Siedlungsgeschichte der Bundesrepublik Deutsch­land leisten.

Die Broschüre kann hier kostenfrei heruntergeladen werden:

Siedlung Roter Hang in Kronberg im Taunus

 

Eine umfangreichere Fassung kann bei der Stadt Kronberg oder der Unteren Denkmal­schutzbehörde des Hochtaunuskreises, die das Projekt fachlich begleitet haben, eingesehen werden.

 

 

Hans Scharoun. Gestalt finden

Zum 50. Todestag von Hans Scharoun (1893 – 1972) ist im Verlag Park Books diese überaus eindrucksvolle Monografie über den großen Architekten erschienen. Geboren in der Kaiserzeit hat Scharoun die Weimarer Republik, das Dritte Reich und die demokratische Bundesrepublik erlebt und zwei Weltkriege überlebt. Seine organischen Entwürfe – die Gestalt seiner Gebäude war für ihn beeinflusst von den wechselseitigen Beziehungen zwischen Mensch und Gemeinschaft, Wohnung und Stadt, Stadt und Landschaft sowie von Natur und Kosmos – wurde von den Verfechtern der funktionalen Moderne und des Rationalismus nicht geschätzt. Dem Autor Ralf Bock kommt das Verdienst zu, nach jahrelanger Grundlagenforschung und intensiver Auseinandersetzung mit Hans Scharouns Arbeiten dessen Entwurfsprinzipien nachvollziehbar zu erschließen und wertschätzend in den zeitgenössischen gesell­schaft­lichen Kontext einzuordnen.

Insgesamt 32 noch bestehende Bauten von Hans Scharoun aus den Jahren 1926 bis 1975 werden mit großformatigen Bildern, Grundrissen, Schnitten und Erläuterungen insbesondere zur Konzeption des jeweiligen Bauwerks durch den Architekten und den heutigen Zustand präsentiert. Stellenweise werden den beeindruckenden Fotostrecken von Philippe Ruault Archivaufnahmen aus früheren Jahren beigestellt.

Diese umfassende und detailreiche Darstellung von Hans Scharouns Werk ist für Fans des Architekten ein un­verzicht­bares Must-have. Für alles Anderen bietet es die Möglichkeit zur qualifizierten Auseinandersetzung mit dem Schaffen einer Schlüsselfigur der Nachkriegsmoderne – gut möglich, dass sie dann ebenfalls zum Fan von Hans Scharoun werden.

 

 

 

 

Weitere Veröffentlichungen

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