Lisa Farkas/Vor­bild­liche Bauten 2011

Architekturbücher

Bücher über Architektur liegen im Trend - opulente Bildbände ebenso wie kenntnisreiche Monografien über Architekten­persönlich­keiten, einzelne Bauwerke oder Baustile. Auf diesen Seiten werden Sie regelmäßig über Neuerscheinungen auf diesem Gebiet informiert:

Nichts ist erledigt!

Der vorliegende 10. Band aus der Reihe Konferenz zur Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt dokumentiert die Jubiläumskonferenz 2019, bei der es um Forderungen nach einer Reform der rechtlichen Bedingungen für das gemischte Stadtquartier ging, ausformuliert in der „Düsseldorfer Erklärung zum Stadtbaurecht“, die dem Tagungsband vorangestellt ist.

Ausgangspunkt der Debatten war die These, dass rechtliche Regelungen wie die Baunutzungsverordnung oder die Lärmschutzverordnung dem zeitgemäßen Verständnis von Charakter und Funktionsweise gemischter Stadtquartiere oft entgegenstehen, sogar deren Realisierung verhindern,  und daher modernisiert werden müssen. Die Diskussionsbeiträge waren ebenso vielfältig wie die Interessen der Beteiligten: Stadtbaurät*innen, Architekt*innen, Planungsdezernent*innen, Politiker*innen, Anwält*innen, Wissenschaftler*innen, Kunsthistoriker*innen und Vertreter der Im­mo­bilien­wirtschaft brachten ihre durchaus kontroversen Standpunkte teils in Vorträgen, teils im Rahmen der Podiumsdiskussionen zu Gehör.

Der Tagungsband spiegelt diese Meinungsvielfalt wider. Es ist umso bedauerlicher, dass aus technischen Gründen nicht alle Vorträge und Diskussionen aufgezeichnet und in dem Tagungsband abgedruckt werden konnten. Manche Gesichtspunkte werden also keine Leser finden.

Eyes That Saw - Architecture After Las Vegas

Geprägt von den Studentenunruhen Ende der 1960er Jahre an den amerikanischen Univeritäten veröffentlichten Robert Venturi, Denise Scott Brown und Steven Izenour an der Yale Schoolof Architecture 1972 „Learning from Las Vegas“. Das Buch veränderte die Diskussion über Architektur und Stadtplanung sowie die Bildenden Künste in den 1970ern entscheidend und galt bereits kurz nach seinem Erscheinen als Klassiker.

Mit der enormen Wirkung dieses Buches setzen sich mehr als 40 Jahre später prominente Architekten, Architektur- und Kunsthistoriker sowie Künstler auseinander: Die Neuerscheinung „Eyes that Saw: Architecture after Las Vegas“ versammelt Essays und Abhandlungen aus unterschiedlichsten Perspektiven. Es geht um Pop Art ebenso wie um Peter Fischlis Weg von Dessau nach Las Vegas, um das Verhältnis von Architektur und Kunst ebenso wie um das von Lehre und Politik oder auch die von Zufällen geprägte Entstehungsgeschichte der Stadt Las Vegas.

Die Beiträge stammen von Stan Allen, David Allin, Eve Blau, Beatriz Colomina, Valéry Didelon, Elizabeth Diller, Peter Fischli, Dan Graham, Neil Levine, Mary McLeod, Rafael Moneo, Stanislaus von Moos, David M. Schwarz, Denise Scott Brown, Katherine Smith, Martino Stierli, Karin Theunissen und Robert Venturi, das Vorwort von Robert A.M. Stern.

Neben Skizzen, Fotos und Bildern enthält das Buch auch einige Dokumente aus dem Venturi, Scott Brown & Associates Archive der University of Pennsylvania.

Es ist schade, dass dieser Band nur in englischer Sprache vorliegt – so bleibt das Lesevergnügen denjenigen vorbehalten, die sich in dieser Sprache zuhause fühlen.

Stefan Forster Architekten - Wohnungs­bau 1989-2019

Die vorliegende Monografie dokumentiert 30 exemplarische Bauten des Frank­furter Büros Stefan Forster Architekten aus den letzten 30 Jahren in großformatigen Fotos, Grundrissen, Schnitten und Lageplänen. Ausklappseiten mit weiteren Fotos, Skizzen, Zeitungsausschnitten und weiteren Überraschungen ergänzen die Darstellungen. Das Spektrum der vorgestellten Projekte umfasst Sanierungen ebenso wie Neubauten und reicht vom sozialen Wohnungs­bau bis zum aufwändigen Eigentumswohnungsbau, von der Siedlung bis zum verdichteten Bauen, vom Stadthaus auf der Parzelle bis zum Großblock.

Die 30 Projekte sind nicht chronologisch, sondern anhand der Gebäudetypologien angeordnet: drei Kapitel zum städtischen Block, zum Stadthaus und zur Siedlung werden ergänzt um ein weiteres Kapitel mit Transformationsprojekten. Dennoch lässt sich die Entwicklung des Frank­furter Architekten gut nachvollziehen. Bei der Einordnung hilft auch der im Buch ebenfalls enthaltene Aufsatz „Die Würde des Wohnens. Über die Häuser des Büros Stefan Forster Architekten“ von Michael Mönninger. Die Debatte um Qualität im Wohnungs­bau ist angesichts der Wohnungskrise aktuelle denn je. Die vorliegende Monografie darf hierbei durchaus als Plädoyer für qualitätsvolle Alltagsarchitektur und gelingende Stadtentwicklung vestanden werden.

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