Lisa Farkas/Vorbildliche Bauten 2011

Architekturbücher

Bücher über Architektur liegen im Trend - opulente Bildbände ebenso wie kenntnisreiche Monografien über Architektenpersönlichkeiten, einzelne Bauwerke oder Baustile. Auf diesen Seiten werden Sie regelmäßig über Neuerscheinungen auf diesem Gebiet informiert:

Deutsches Architektur Jahrbuch 2020

Alle Jahre wieder... erscheint zeitgleich mit der Vergabe des DAM Preis für Architektur das Deutsche Architektur Jahrbuch, in dem der Preisträger, die Finalisten und die Shortlist-Projekte in einem hochwertig gestalteten Band vorgestellt werden.

In diesem Jahr geht der DAM Preis 2020 an David Chipperfield Architects für die James-Simon-Galerie in Berlin. Die vier weiteren Finalisten sind der taz Neubau in Berlin von E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten, das Eingangsgebäude des Freilichtmuseums Glentleiten in Großweil (Oberbayern) von Florian Nagler Architekten, der Stylepark Neubau am Peterskirchhof in Frankfurt am Main von NKBAK Architekten sowie das Wohnhaus "einfach gebaut" in Berlin von orange architekten.

Die Besprechungen der einzelnen Projekte - insgesamt sind es 26 Bauten, davon drei außerhalb Deutschlands gelegen - durch namhafte Autoren werden durch zahlreiche Fotos, Grundrisse, Zeichnungen und Pläne ergänzt, der Band ist auch optisch eine Augenweide. Aber er bietet mehr als nur einen Querschnitt hervorragender Bauten in und aus Deutschland: anhand der Projekte wird erkennbar, welche Bauaufgaben aktuell im Fokus der öffentlichen Diskussion stehen. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Mal gleich 16 der vorgestellten Projekte Wohnbauten bzw. gemischt genutzte Bauten mit einem Wohnungsanteil sind. Das Thema Wohnungsbau steht weiterhin ganz vorne auf der gesellschaftlichen Agenda.

Vorworte der Herausgeber und ein Essay von Rainer Nagel zum Thema "Baukultur als Handlungsebenen für Stadt und Land" komplettieren das Jahrbuch (das Inhaltsverzeichnis befindet sich kurioserweise auf dem rückwärtigen Umschlag), das ein Muss für jeden an Architektur und Baukultur in Deutschland Interessierten darstellt.


Gärten des Jahres 2020

Einen einzigartigen Überblick über die schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum bietet die Dokumentation zum Wettbewerb GÄRTEN DES JAHRES 2020. Landschafts­architekten, Gartengestalter sowie Garten- und Landschaftsbauer waren wieder aufgerufen, besonders gelungene, realisierte Privatgärten einzureichen, die von einer renommierten Jury ausgewählt und prämiert wurden. Vergeben wurden ein erster Preis und drei Anerkennungen, weitere 46 Gärten wurden mit einer Auszeichnung versehen.

Die vorliegende Wettbewerbs­dokumentation der insgesamt 50 Gartenprojekte zeigt eine beeindruckende Vielfalt unterschiedlichster Privatgärten anhand von über 400 Farbabbildungen und Gartenplänen. Den Portraits des ersten Preises und der Anerkennungen ist jeweils eine Laudatio vorangestellt. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts, der verwendeten Materialien und der Auswahl der Pflanzen runden die Gartenportraits ab.

Die Dokumentation ist für Gartenplaner und Gartenbesitzer gleichermaßen ein vorzügliches Kompendium, um sich inspirieren zu lassen.


Architekturführer Metropolführer Frankfurt Rhein-Main

Mehr als 300 ganz überwiegend zeitgenössische Bauten aus den Kernstädten von Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt sowie aus den umliegenden Gemeinden versammelt der neue, 500 Seiten starke Architekturführer Metropolregion Frankfurt Rhein-Main. Das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum dieser Region entlang von Rhein und Main ist ungebrochen, die Grenzen der Metropolregion nach außen wie zwischen ihren kommunalen Lebensräumen, wo sie nicht durch die Flussläufe definiert werden, sind häufig verwischt.

Die Polyzentrik der Region nutzten die Autoren dieses Architekturführers geschickt, um die Fülle der vorgestellten Bauten klarer zu erschließen. So bietet die Neuerscheinung nicht nur Anregungen für Rundgänge durch die genannten Städte, sondern auch Fahrradtouren, z.B. entlang regionaler Grünzüge oder vom Main bis in den Taunus. Die regionale Perspektive entsteht durch die Würdigung der Architektur sowohl der fünf Städte als auch der landschaftlich vielfältigen Zwischenräume und unbebauten Flächen.


Architekturführer Schleswig-Holstein

Geprägt vom oft sehr windigen und feuchten Klima der norddeutschen Tiefebene hat sich im äußeren Norden Deutschlands eine durchaus eigenständige Architektur ausgebildet. Typisch sind die vielen gedrungenen Backsteinbauten, die Wind und Wetter wenig Angriffsflächen bieten. Mehr als 220 Gebäude stellt der Autor Dieter Mehlhorn in dem neu erschienen Architekturführer Schleswig-Holstein  vor, manche bereits im späten 19. Jahrhundert entstanden, andere noch im Bau oder gerade erst fertiggestellt.

Die Auswahl der vorgestellten Bauten in den drei großen Städten Schleswig-Holsteins – Flensburg, Kiel und Lübeck – ist von der der jeweiligen Stadt eigenen Thematik geprägt: Der Autor spürt dem dänischen Einfluss in der Architektur der Grenzstadt Flensburg nach, zeigt die Spuren der zahlreichen grundlegenden Umbrüche der heutigen Landes­haupt­stadt Kiel auf und setzt sich mit der Angemessenheit des zeitgenössischen Bauens im historischen Kontext der Stadt Lübeck auseinander.

Insgesamt sechs verschiedene Touren in das Umland dieser Städte erschließen immer wieder Überraschendes. Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass der Autor weniger auf spektakuläre und bekannte Architektur setzt sondern stattdessen zahlreiche solide und vor allem nachhaltige Bauten präsentiert. Ergänzt werden die Beschreibungen durch eine Reihe von Exkursen zu Themen wie Kirchenbau nach dem Zweiten Weltkrieg, Rathäuser oder auch Kieler Kunstkeramik sowie durch Kurzbiografien einiger der Architekten der vorgestellten Bauwerke.

Wie üblich für die Architekturführer dieser Reihe von DOM publishers bietet auch der vorliegende Band wieder GPS-Koordinaten der vorgestellten Bauten, Karten, Personen- und Ortsregister.


Architektur und Diplomatie

Die Neuerscheinung anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Auswärtigen Amts präsentiert rund ebensoviele deutsche Botschaftsbauten in aller Welt. 150 Jahre deutscher Diplomatie finden ihren Ausdruck in der Architektur.

Auslandsvertretungen verleihen als Repräsentationsbauten dem zeitgenössischen Selbstverständnis des Staates Ausdruck. Von der nationalstaatlichen Gefasstheit des Deutschen Reichs mit seinen herrschaftlichen Repräsentanzen über den nationalsozialistischen Machtanspruch des Dritten Reichs bis zur demokratische Grundwerte symbolisierenden transparenten Moderne der Bundesrepublik parallel zur 'schöpferischen Fortschreibung des nationalen Bauerbes' der Botschaftsbauten der DDR in den sozialistischen Bruderstaaten nach dem Zweiten Weltkrieg lassen sich diese Verhältnisse ein Stück weit ablesen an den Botschaftsbauten der jeweiligen Zeit.

Verschränkt sind diese Tendenzen jedoch auch mit den Verhältnissen in den jeweiligen Gastländern - dort herrschen in der Regel andere nationale Bauvorschriften und Bautraditionen und oft auch andere politische und gesellschaftliche Verhältnisse. Botschaftsbauten spiegeln als Auslandsbauten immer auch das Verhältnis der beiden betreffenden Staaten zueinander wider.

Die Autoren Jörg Düwel und Philipp Meuser setzen sich darüber hinaus auch mit den sich wandelnden Aufgaben von Botschaftsbauten auseinander, die die Gestaltung von Botschaftsbauten ebenfalls beeinflussen. Dies gilt auch für den in den letzten Jahren verstärkt in den Vordergrund gerückten Aspekt der materiellen Sicherheit. Das stellt Architekten und Bauherren gleichermaßen vor ein Dilemma, war doch viele Jahre die Idee vorherrschend, demokratische Grundwerte durch scheinbar offene Gebäude und eine transparente Erscheinung zu verkörpern. Es bleibt die Frage, inwieweit Geisteshaltungen eine architektonische Kategorie sein können.


Geht doch! Ein Buch über bezahlbares Wohnen

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist allgegenwärtig und bereits Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen. Auch wenn die Corona-Pandemie zur Zeit der Entstehung der vorliegenden Veröffentlichung noch kein Thema war ist anzunehmen, dass deren wirtschaftliche Folgen die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum weiter verschärfen und es breiten Bevölkerungsschichten noch schwerer machen werden, Wohneigentum zu erwerben. Hier setzen die Autoren der vorliegenden Neuerscheinung an.

Sie beschreiben in einem ersten Teil zunächst die Geschichte des Wohnens, gehen Fragen des klimagerechten Bauens nach und beschreiben gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische und juristische Aspekte der Wohnungsfrage und mögliche Ursachen für die oft hohen Kosten im Wohnungsbau. Eingestreute Interviews mit Experten aus den Bereichen Wohnsoziologie, Finanzwissenschaften, Städtebau, aber auch einem Bauunternehmer und einem Kommunalpolitiker bieten mit ihren teils provokanten und kontroversen Thesen Stoff für die aktuelle Debatte um bezahlbaren Wohnraum.

Die Autoren plädieren für mehr Immobilienbesitz in privater Hand als Schutz vor Altersarmut und werben für ein Modell professionell angleiteter Baugemeinschaften, basierend auf einer direkten Zusammenarbeit von Planern und lokalem Handwerk, um kostengünstig nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. Im zweiten Teil des Buches präsentiert das Autorenteam insgesamt sieben bereits realisierte Projektbeispiele aus der Praxis, vorgestellt jeweils mit Fotos, Projektbeschreibung, Baubeschreibung, Kostenfeststellung und Grundrissen sowie Schnitten, um zu verdeutlichen: Geht doch!

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