Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau Institut für Bienenkunde in Oberursel

Preisträger

2. Preis: ARGE ts/c und Marcel Heller, Frankfurt/Main

7.000 € (netto)

Marcel Heller, Till Schweizer
Mitarbeit: Lena Pipkorn, Daniel Denkel, Amarens Lock, Katja Beerhalter, Nele Boskamp
Fachberater: Thomas Thies (Bienenkunde), Uta Ehrhardt (Energie und Baubiologie)

2. Preis: Torsten Kiefer Architekten, Radolfzell

7.000 € (netto)

Torsten Kiefer
Mitarbeit: Carolina Kiefer

Anerkennung: Michael Gehlhaar Architekt, Darmstadt

4.500 € (netto)

Michael Gehlhaar
Mitarbeit: Reimund Luck, Mathias Heinrich, Felix Günther
Fachplaner: Matthias Hain (Haustechnik)

Anerkennung: Matthias Schneider, Stuttgart

4.500 € (netto)

Matthias Schneider

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Offener, zweiphasiger Realisierungswettbewerb.
Preisgerichtssitzung 18.02.2019
Ort Oberursel
Auslober Polytechnische Gesellschaft e. V., Frankfurt/Main
Betreuung Wentz & Co. GmbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Zvonko Turkali (Vorsitz), Joachim Wendt, Gabriele Hornung, Anja Littig, Uta Meissner, Prof. Dr. Bernd Grünewald, Johann-Peter Krommer, Bürgermeister Hans-Georg Brum

Bienen-Forscher ziehen um
Neubau des Instituts für Bienenkunde in Oberursel

Das Institut für Bienenkunde in Oberursel gilt in der internationalen Forscherlandschaft als „Marke“. Und das soll künftig auch so bleiben. Doch die Institutsgebäude im Karl-von-Frisch-Weg 2 im Oberurseler Norden sind in die Jahre gekommen; ein Teil stammt aus den 1960er Jahren, ein anderer noch aus den 1930ern. Die letzten Sanierungsmaßnahmen liegen weit zurück. Auch die Bienenflughalle, die sich aus historischen Gründen nicht auf dem gleichen Areal befindet, ist nicht mehr zweckdienlich.

Beide Einheiten des Instituts sollen an einem neuen Standort zusammengeführt werden, um Energiekosten zu sparen. Zugleich reagiert die Polytechnische Gesellschaft e. V. aus Frankfurt/Main damit auch auf die steigende Besucheranzahl. Denn neben universitärer Grundlagenforschung und praktischer Bienenhaltung legt das Institut großen Wert auf die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Bedeutung der Honigbiene. Geplant ist ein repräsentativer, maximal zweigeschossiger Neubau an der Ebertstraße für Forschung, Lehre, Bienenhaltung und Besuche, der besondere Aufenthalts- und Arbeitsqualitäten bietet. Die Wettbewerbsaufgabe sieht für das Außengelände keine detaillierte Planung, sondern vielmehr nur eine Zonierung der einzelnen Funktionen vor. Hoher Stellenwert kommt dabei dem Institutsgarten als zentrales Gestaltungs- und Verbindungselement zu. Er teilt sich in einen öffentlichen und internen Bereich sowie einen rein dienenden Bereich, in dem Andienung, rund 20 PKW- und Fahrrad-Stellplätze sowie Lagerräume untergebracht sind.

Lösungsvorschläge für das neue Institutsgebäude lieferte nun ein offener, zweiphasiger Realisierungswettbewerb, den Wentz & Co. GmbH aus Frankfurt/Main betreuten. Zur zweiten Phase waren sieben statt gemäß Auslobung fünf Büros aus ganz Deutschland zugelassen worden.

Ein zweiter Preis ging an die ARGE ts/c und Marcel Heller aus Frankfurt/Main. Die Verfasser schlagen drei skulptural überformte Bauteile für Verwaltung, Bienenhaltung und Forschung/Lehre vor, die durch einen Lichthof verbunden sind. Die Anordnung der Gebäudeteile auf dem Grundstück schaffe differenzierte Außenräume – sowohl für die Eingangssituation als auch für die Bienenaufzucht, öffentliche Gartenfläche und die von der Besucherseite getrennte Andienung. Die ausgeprägte Architektursprache mit den markanten Gebäudeformen verliehe dem Institut für Bienenkunde ein eigenständiges Gesicht, lobte die Jury. Hierzu trügen auch die geneigten Dächer, die eine bewegte Dachlandschaft bilden, bei. Der Entwurf nimmt die Topographie des Grundstücks auf, indem das Erdgeschoss ostseitig in einer über dem Garten liegenden Terrasse endet. Die vorgeschlagene Holzfassade, das einladende Foyer und der Lichthof als Mittelpunkt und Verteilerraum des Gebäudes konnten ebenfalls überzeugen. Als besonders gelungen aber erachteten die Preisrichter die innere Organisation des Gebäudes mit ihrer engen Verknüpfung von Forschung und Lehre sowie der direkten Anbindung des Traktes für Bienenhaltung an den Außenraum. Insgesamt handele es sich um einen „Entwurf mit hoher architektonischer Eigenständigkeit“, der kurze Wege und gut zugeordnete Außenbereiche verspreche, so das Juryurteil.

Mit einem weiteren zweiten Preis wurde der zweigeschossige, y-förmige Neubau der Torsten Kiefer Architekten prämiert. „Das Gebäude besticht durch seine bescheidene aber selbstbewusste Anmutung", lobte das Preisgericht, zumal die sägerauhen Holzlamellen eine differenzierte Fassadengestaltung ermöglichen. Diese reiche von großflächig verglasten Elementen über normale Fenster mit Brüstung bis hin zu völlig geschlossenen Wandteilen. Sowohl die Zonierung der Außenräume in die Bereiche Öffentlich, Intern/Andienung und Garten als auch die klare Strukturierung im Innern wurden gewürdigt: Der Eingang ist leicht auffindbar, regengeschützt und zum Foyer hin orientiert, das den Mittel- und Treffpunkt des Hauses bildet. Die nicht für den Publikumsverkehr bestimmten Bereiche lassen sich leicht abtrennen. Überzeugend seien auch die gewählten Materialien – Beton für das Erdgeschoss sowie Holz für Obergeschoss und Fassade.

Anerkennungen gingen an die Architekten Michael Gehlhaar aus Darmstadt und Matthias Schneider aus Stuttgart. Beide regen einen zweigeschossigen Baukörper entlang der Ebertstraße an, der durch einen weiteren eingeschossigen Bau flankiert wird.

Das Preisgericht unter Vorsitz des Frankfurter Architekten Prof. Zvonko Turkali empfahl dem Auslober einstimmig, die beiden mit einem zweiten Preis ausgezeichneten Büros zu einer Überarbeitung aufzufordern. Nach Überarbeitung konnte sich der Entwurf der ARGE ts/c und Marcel Heller aus Frankfurt/Main als Sieger durchsetzen.

Lena Pröhl


Dauer der Ausstellung:                                                   13.8. bis 29.8. 2019
offizieller Eröffnungstermin
in Anwesenheit Auftraggeber/ Wettbewerbsteilnehmer: 20.8.2019 von 17 bis 19 Uhr im Foyer
Adresse der Ausstellung:                                                Foyer des Rathauses Oberursel,
                                                                                        Rathausplatz 1, 61440 Oberursel (Taunus)
Zugänglichkeit/ Öffnungszeiten:                                      Mo. – Fr. 8:00 – 12:00  Mo + Do. 14.00 – 18.00 Uhr