Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Erster Baustein zum Masterplan LaDaDi 2020+, Darmstadt

Preisträger

1. Preis: Angela Fritsch Architektin, Seeheim-Jugenheim

12.500 € (netto)

Angela Fritsch
Mitarbeit: Sebastian Timmermann, Frank Scholl, Kristin Gunkel, Daniel Sossou
Fachberater: Landschaftsarchitekten, Berlin, Planungsbüro für Gebäudetechnik
ZWP Ingenieur-AG, Wiesbaden, TSB Ingenieurgesellschaft mbH, Darmstadt

1. Preis: Michael Gehlhaar Architekt, Darmstadt

12.500 € (netto)

Michael Gehlhaar
Mitarbeit: Reimund Luck, Felix Günther, Mathias Heinrich

3. Preis: ina Planungsgesellschaft mbH, Darmstadt

5.000 € (netto)

Isabell Passing
Mitarbeit: Joost Hartwig, Nikola Mahal, Laura Diekmann, Tobias Bork
Fachberater: Landschaftsarchitekten Sommerlad Haase Kuhli, Gießen

3. Preis: Kramm + Strigl GbR, Darmstadt

5.000 € (netto)

Prof. Rüdiger Kramm
Mitarbeit: M. Paffrath, O. Behre, F. Merkel

Anerkennung: B&V Braun Canton Architekten, Frankfurt/Main

2.500 € (netto)

Wolfgang Braun
Mitarbeit: Ulrich von Mende, Cornelia Thielen
Fachberater: Landschaftsarchitekten Sommerlad Haase Kuhli, Gießen

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Stadtplanung
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Offener, zweiphasiger Ideenwettbewerb
Preisgerichtssitzung 11.10.2018
Ort Darmstadt
Auslober Kreisausschuss des Landeskreises Darmstadt-Dieburg
Betreuung M.O.O.CON GmbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Anett-Maud Joppien (Vorsitz), Stephanie Bastian, Rainer Leiß, Klaus Peter Schellhaas, Andreas Arnold, Prof. Christian Moczala, Michael Olesch, Prof. Dr.-Ing. Annette Rudolph-Cleff, Prof. Zvonko Turkali

Moderner Verwaltungsstandort
Erster Baustein zum Masterplan LaDaDi 2020+ in Darmstadt

Die Verwaltung des Landkreises Darmstadt-Dieburg - LaDaDi genannt - ist derzeit auf unterschiedliche Standorte im gesamten Landkreis und Stadtgebiet verteilt. Das soll sich mit dem Masterplan LaDaDi 2020+ ändern. Durch die sukzessive Sanierung, Erweiterung und Umstrukturierung der Liegenschaften in Darmstadt-Kranichstein soll ein moderner, zukunftsgerechter Verwaltungsstandort entstehen.

Bei dem offenen, zweiphasigen Ideenwettbewerb wurden Lösungsvorschläge für einen funktionalen, identitätsstiftenden Verwaltungsneubau mit 500 Büroarbeitsplätzen (Trakt 5) sowie ein repräsentatives, offen gestaltetes Eingangsgebäude (Trakt 9) gesucht, das als neues Gesicht der Kreisverwaltung fungiert. Beide Gebäude sollten nachhaltig, innovativ und kundenorientiert sein. Darüber hinaus sollten Trakte 2, 3 und 4 saniert oder abgerissen werden, die Erschließung verbessert und rund 30 Prozent mehr Stellplätze für Mitarbeiter und Besucher nachgewiesen werden. Der erste Baustein zum Masterplan LaDiDa 2020+ musste abschnittsweise realisierbar sein. Teilnahmeberechtigt waren Arbeitsgemeinschaften aus Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten.

Der erste Preis wurde gleich zweimal vergeben an die Architektin Angela Fritsch aus Seeheim-Jugenheim sowie den Darmstädter Architekten Michael Gehlhaar. Auch die beiden dritten Preis gingen nach Darmstadt an die ina Planungsgesellschaft mbH und Kramm + Strigl GbR. Des Weiteren würdigte das Preisgericht die Arbeiten von B&V Braun Canton Architekten aus Frankfurt und SHP Architekten aus Darmstadt mit Anerkennungen. Der erstplatzierte Entwurf von Angela Fritsch bindet das Hochhaus von Trakt 1 in einem eigenständigen viergeschossigen Neubau ein und "vermittelt mit dieser ruhigen städtebaulichen Setzung sehr gut zwischen den Bestandsgebäuden", lobten die Preisrichter. Das hierdurch entstehende kompakte Gebäudeensemble unterstütze nicht nur die Freiraumqualitäten auf dem Campus, sondern trage auch zur Adressbildung bei. Als besonders gelungen erachtete das Preisgericht die "Kongruenz von innerer wie äußerer Erschließung", die sich nicht nur im "großzügigen zentralen Eingangsbereich (zeige), sondern insbesondere auch in der zentralen sternförmigen Erschließung der Büroflächen und der Gestaltung der Grundrisse". Es entstünden "abwechslungsreiche und kommunikationsfreundliche Bürowelten", die sich in die Außenbereiche und in die privaten Innenhöfe öffnen. Die Freiräume sind als Parklandschaft mit unterschiedlichen Nutzungsbereichen gestaltet und mit den Innenhöfen im Gebäudeensemble verbunden.

Einen ganz anderen Vorschlag unterbreitet die ebenfalls mit einem ersten Preis prämierte Arbeit von Michael Gehlhaar: Die vorgesehene Kammstruktur staffelt sich straßenseitig in viergeschossige und hofseitig in fünfgeschossige Einzelkuben und vermittele geschickt zur nördlichen zweigeschossigen Wohnbebauung. Zugleich würden sich insbesondere für die Freiflächen zwischen den Einzelbaukörpern besondere Qualitäten ergeben, die noch stärker ausdifferenziert werden müssten. Der Hauptzugang liegt im Norden; die Büroräume weisen eine Ost-West-Orientierung auf. Dadurch schaffe der Verfasser eine gleichwertige Arbeitsplatzqualität für die Mitarbeiter. Insgesamt handele es sich um einen "sehr wirtschaftliche(n)" Entwurf, der zudem abschnittsweise realisiert werden könne.

"Die flächige, eingeschossige Bebauung im Zusammenhang mit der vertikalen Scheibe liefert einen interessanten und klaren Entwurfsbeitrag für die bauliche sowie konzeptionelle Entwicklung eines neuen Standorts für die Kreisverwaltung." So beschreibt das Preisgericht die Arbeit der ina Planungsgesellschaft mbH, die mit einem dritten Preis bedacht wurde. Im "gut platziert(en)" Eingangsgeschoss schlagen die Verfasser eine "großzügige Servicelandschaft vor, die sowohl offene als auch diskrete Servicebereich vorsieht und damit alle Trakte verbindet." Auch freiraumplanerisch konnte der Entwurf mit seinem großen grünen Rahmen auf der Ost- und Südseite überzeugen.

Einen weiteren dritten Preis sicherte sich die Kramm + Strigl GbR. Das Preisgericht würdigte hauptsächlich die vorgeschlagene "kompakte Bauform und den Mut, mit den vorhandenen Baukörpern der Trakte 2, 3 und 4 umzugehen." Durch die Kompaktheit des Gebäudevolumens könne das campusartige Areal auch hinsichtlich der öffentlichen Nutzung weiterentwickelt werden. Die Haupteingangssituation von Süden führt durch eine großflächig überdachte Zone. Das Parkhaus Süd wird näher an Trakt 7 gerückt, das Parkhaus Nord schließt direkt an Trakt 1 an.

Das Preisgericht, dem die Frankfurter Architektin Prof. Anett-Maud Joppien vorsaß, empfahl, die Parkhäuser als Teil des anschließenden hochbaulichen Realisierungswettbewerbs entwickeln zu lassen. Die Parkhäuser sollen so kompakt wie möglich gestaltet und gegebenenfalls um eine erdgeschossige Nutzung erweitert werden.

Lena Pröhl