Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neugestaltung des Domplatzes in Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: capatti staubach Landschaftsarchitekten, Berlin

20.000 € (netto)

Matthias Staubach, Tancredi Capatti
Mitarbeit: Thomas Steinborn, Guangzheng Li, Anja Ziebart

2. Preis: BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten Part.GmbH, mit Jourdan & Müller Steinhauser GmbH, beide Frankfurt/Main

15.000 € (netto)

Klaus Dieter Aichele, Prof. Jochem Jourdan
Mitarbeit: Konrad Deines, Frank Wiegmann

3. Preis: Faktorgruen PartG mbB Landschaftsarchitekten und Beratende Ingenieure, Freiburg

10.000 € (netto)

Martin Schedlbauer
Mitarbeiter: Ricardo Patings, Elena Müller-Tzoulakis, Michal Herl, Danilo Meixner

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 31.08.2018
Ort Frankfurt am Main
Auslober DomRömer GmbH, Frankfurt/Main
Betreuung ANP Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel
Preisrichter Prof. Christoph Mäckler (Vorsitz), Prof. Thomas J. Meurer, Michael Triebswetter, Till Rehwaldt, Michael Guntersdorf, Martin Hunscher, Mike Josef

Grüner, heller, belebter
Die Neugestaltung des Domplatzes in Frankfurt/Main

Frankfurt ist vor allem für seine Skyline bekannt. Doch die Stadt am Main hat mit Römer und Dom auch einen geschichtsträchtigen Stadtkern. Im Zuge der „Altstadterneuerung“ sollen nun auch der Domplatz als Tor zur Altstadt neugestaltet und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Dort, wo heute Fahrbahn und Gehwege durch Bordsteine und Poller getrennt sind, soll eine einheitliche Platzfläche entstehen. Durchgangsverkehr und Parkplätze sollen verschwinden.

Zu diesem Zweck hatte die DomRömer GmbH einen nicht offenen Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren ausgelobt, der von der ANP - Architektur- und Planungsgesellschaft mbH aus Kassel betreut wurde. Aus den elf eingereichten Arbeiten wurde der Entwurf der capatti staubach Landschaftsarchitekten aus Berlin zum Sieger gekürt. Den Verfassern sei es gelungen, eine „gute Balance zwischen Einheitlichkeit und Differenzierung“ zu finden, so die Preisrichter. Durch Verschiebung des Baumdachs werde der Platz erhellt und der Blick von der Straße auf den Dom freigegeben. Der vorgeschlagene Brunnen mit Sitzgelegenheiten verspreche einen „urbanen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität“, der eine „atmosphärische Ausstrahlung“ entwickeln werde, waren sich die Preisrichter sicher. Auch die in sonnigen und schattigen Situationen sehr differenziert vorgeschlagenen Aufenthaltsorte überzeugten. Die teils übergroßen Sitzmöbel empfand das Preisgericht jedoch als dem ruhigen, kleinteiligen Charme der Domumgebung nicht entsprechend. Der Beitrag, so das Urteil der Preisrichter, beseitige wesentliche stadträumliche Defizite und entwickle zukunftsfähige Vorschläge zur Neuordnung des Domumfelds.

Auf dem zweiten Platz landete die Frankfurter Bewerbergemeinschaft BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten Part.GmbH und Jourdan & Müller Steinhauser GmbH. Ihr Entwurf interpretiert den Stadtraum um den Dom als Abfolge dreier thematisch unterschiedlicher Räume und gibt so differenzierte Antworten auf die verschiedenen stadträumlichen und funktionalen Anforderungen. Im Norden und Osten des Doms wird eine steinerne Fläche vorgeschlagen, die mit drei langen Bankelementen und einem Brunnen Aufenthaltsqualität verspreche, lobten die Preisrichter. Die Entfernung des Platanenhains wurde allerdings kontrovers bewertet. Im nördlichen Bereich des Weckmarkts wird die Baumpflanzung verdichtet. Dadurch entstehe ein „lauschige(r) Platz“, der den Bereich des historischen Domgartens und ehemaligen Friedhofs mit dem Vorfeld der Wohnbebauung aus den 1950er Jahren zusammenführe. Auch dem erhöhten Verkehrsaufkommen im Bereich des Weckmarkts trage die Arbeit durch eine neue Asphaltfahrbahn Rechnung.

Der dritte Preis ging an Faktorgruen PartG mbB Landschaftsarchitekten und Beratende Ingenieure aus Freiburg. Leitidee der Verfasser ist die Schaffung eines „eigenen Domumfelds, welches den Dom in einen aufgespannten Rahmen stellt und ihn somit im Stadtgefüge klar ablesbar definiert“. Als besonders gelungen erachtete das Preisgericht die Unterscheidung in belebte und weniger belebte Platz- und Straßenräume, welche durch die gewählten Baumstellungen unterstrichen werde. Der Domplatz wird als souveräner Stadtplatz gebildet; auf dem Weckmarkt entsteht ein ausreichend breiter Straßenraum für den KFZ-Verkehr.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Christoph Mäckler empfahl, die Verfasser der erstplatzierten Arbeit mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen. Die Arbeiten sollen kommendes Jahr beginnen und 2020 abgeschlossen werden.

Lena Pröhl