Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

zur Detailseite

Erweiterung der integrierten Gesamtschule Oberursel-Stierstadt

Preisträger

1. Preis: pussert kosch architekten, Dresden

80.000 € (netto)

Dirk Pussert, Achim Kosch
Mitarbeit: Farhad Babayev
Fachberater: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Till Rehwaldt, Modellbau Gusk, beide Dresden

2. Preis: plus+bauplanung GmbH, Neckartenzlingen

40.000 € (netto)

Olaf Hübner, Christoph Forster, Christian Remes
Mitarbeit: Suin Kim, Lukas Brenner, Piot Paczkowski, Wolfgang Mahler, Selina Hermann
Fachberater: Specht Landschaftsarchitektur, Helmut Meyer Transsolar

3. Preis: Harter+Kanzler Architekten PartGmbB, Freiburg

16.000 € (netto)

Ludwig Harter, Ingolf Kanzler
Mitarbeit: Markus Maurer
Fachberater: AG Freiraum Landschaftsarchitekten PartGmbB, Jochen Dittus, Stahl + Weiß PartGmbB, Volker Stahl, beide Freiburg

Anerkennung: sdks Architekten dummert sonek partner mbB, Darmstadt

6.000 € (netto)

Michael Sonek
Mitarbeit: Jan Feghelm, Florian Theisinger

Anerkennung: Rossmann+Partner Architekten, Karlsruhe

6.000 € (netto)

Götz Biller
Mitarbeit: Valerie Reuter, Anna Bader
Fachberater: Aldinger + Wolf, Stuttgart (Perspektive), Liebenwein Modelle, Karlsruhe (Modellbau)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 14.08.2018
Ort Oberursel-Stierstadt
Auslober Hochtaunuskreis - Der Kreisausschuss -
Betreuung BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, Frankfurt/Main
Preisrichter Prof. Johann Eisele (Vorsitz), Prof. Ernst-Ulrich Scheffler, Angela Bezzenberger, Prof. Kerstin Schultz, Ulrich Krebs, Hans Georg Brum, Markus Herget, Jürgen Banzer, Dr. Stephan Wetzel

Drei Komplexe
Erweiterung der integrierten Gesamtschule Oberursel-Stierstadt

Die Integrierte Gesamtschule Oberursel-Stierstadt besteht seit 1972. Künftig kann man hier auch das Abitur machen. Mit der gymnasialen Oberstufe wird mit bis zu 200 zusätzlichen Schülern gerechnet. Und auch sonst soll die Schule wachsen: Die sechszügige Mittelstufe wird auf acht Klassen und um 300 Schüler erweitert. Um das Mehr an Schülern aufzunehmen, sollen am Kiesweg mehrere Neubauten mit insgesamt 10.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entstehen, die sich in die vorhandene Geländestruktur einfügen.

Vorschläge hierfür lieferte nun ein nichtoffener Realisierungswettbewerb, den der Hochtaunuskreis ausgelobt hatte. Vorrangiges Ziel war es, die verschiedenen Nutzungsbereiche sinnvoll unterzubringen: Neben Klassen- und Fachräumen beinhaltete dies auch Ganztageseinrichtungen, eine Mensa sowie Räume für die neue Oberstufe. Um das Bauvorhaben umsetzen zu können, muss das bestehende Hauptgebäude weichen, da es nicht mit vertretbarem Aufwand saniert werden kann. Der Hauptzugang zur Schule soll sich auch künftig am Kiesweg befinden; die erforderlichen Autostellplätze hier nachgewiesen werden. Die Buswendeschleife am Fasanenweg soll als öffentliche Verkehrsfläche gesichert und an das neue Schulareal angebunden werden. An dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb hatten 25 Architekturbüros teilgenommen. Das Preisgericht unter Vorsitz des Darmstädter Architekten Prof. Johann Eisele vergab einstimmig drei Preise und vier Anerkennungen. Die Verfahrensbetreuung lag bei der BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH aus Frankfurt/Main.

Als Sieger setzte sich das Dresdener Büro pussert kosch architekten durch. Die Verfasser schlagen drei gestaffelte, ineinander verschobene Komplexe vor. „Durch die Anordnung der zwei- und dreigeschossigen Bauteile entsteht in Verbindung mit den bestehenden Clustergebäuden der Schule ein großzügiger Pausenhof mit urbanem Platzcharakter“, urteilte das Preisgericht. Hier ließen sich auch Zonen für die einzelnen Jahrgangsstufen einrichten. Der Komplex ist barrierefrei, die oberen Etagen werden mit Aufzügen erreicht und durch breite Flure verknüpft. Besonders lobten die Preisrichter die gute Orientierung innerhalb des Komplexes: Aula, Mensa und Schülerbücherei orientieren sich zum zentralen Schulplatz und sind auf kurzem Weg zu erreichen. Der Ganztages- und Informationsbereich im 1. Obergeschoss ist zusätzlich über den südlichen Zugang direkt und ebenerdig erreichbar, ebenso die Verwaltung.

Der zweite Preis ging an die plus+bauplanung GmbH aus Neckartenzlingen. Die Arbeit sieht drei separat stehende Gebäude vor. Durch die Anordnung eines großen Baukörpers als Hauptgebäude entlang des Kieswegs und zwei kleinerer Baukörper im südöstlichen Bereich entstehe „ein großzügiger zusammenhängender Schulhof, der sich zudem sehr schön in die südliche Grünzone öffnet“, hieß es in der Urteilsbegründung. In einem der beiden kleineren Baukörper sind die Sporthalle und die Sekundarstufe II untergebracht; im zweiten die Oberstufe. Im großen Baukörper ist der zentrale Mensa- und Aulabereich angeordnet, wobei der Haupteingang der Schulhofseite und dem bestehenden Clustergebäuden zugeordnet ist. „Insgesamt bietet die Arbeit durch die Anordnung der Baukörper und des dadurch entstehenden verbindenden Schulhofs eine sehr gute Lösung für die IGS und nimmt den Campusgedanken auf“, lautete das Fazit der Preisrichter.

Mit dem dritten Preis wurde das Freiburger Büro Harter+Kanzler Architekten PartGmbB bedacht, dessen Entwurf die Preisrichter städtebauliche, architektonische und innenräumliche Qualitäten attestierten. Die Verfasser bieten eine klare städtebauliche Struktur für die geforderten Nutzungen in drei versetzten Clustergebäuden an. Insbesondere überzeugte die Freiraumgliederung in einen intensiv genutzten Schulcampus und einen ruhebetonten Schulpark, welche differenzierte Aufenthaltsbereiche ermögliche. Als gelungen wurde zudem das Forum mit Aula und Mensa erachtet, das interessante Übergänge und Sichtbeziehungen in darüberliegende Geschosse und in den südlich gelegenen Schulpark freigebe.

Anerkennungen gingen an die sdks Architekten dummert sonek partner mbB aus Darmstadt, Rossmann+Partner Architekten aus Karlsruhe, BJW Broghammer.Jana.Wohlleber aus Zimmern ob Rottweil sowie an das Stuttgarter Büro dasch zürn + partner.

Das Preisgericht empfahl dem Auslober, den Erstplatzierten mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen. Der Abbruch des Hauptgebäudes steht für Mitte 2019 an. 2020 soll mit dem Neubau der Schule begonnen werden. In der zweiten Jahreshälfte 2022, so der Plan, soll der Schulbetrieb dann im neuen Gebäude aufgenommen werden.

Lena Pröhl