Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Masterplan, Guxhagen-Breitenau

Preisträger

1. Preis: LOMA architecture.landscape.urbanism, Kassel

10.500 € (netto)

Petra Brunnhofer, Ilija Vukorep, Wolfgang Schück
Mitarbeit: Sabrina Campe, Franziska Marquardt, Hannah Hagedorn, Hanna Stiller

2. Preis: Lena Ehringhaus, Berlin mit Prof. Christiane Sörensen, Hamburg

9.500 € (netto)

Lena Ehringhaus, Prof. Christiane Sörensen
Mitarbeit: Alisa Joseph
Fachberater: ifb Berlin, Prof. Michael Staffa, Berlin

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Stadtplanung
Landschaftsarchitektur
Wettbewerbsform Offener, zweiphasiger Ideenwettbewerb
Preisgerichtssitzung 09.08.2018
Ort Guxhagen-Breitenau
Auslober Vitos Kurhessen GmbH, Bad Emstal
Betreuung roller architekten GmbH, Kassel
Preisrichter Prof. Berthold Penkhues (Vorsitz), Angela Bezzenberger, Reinhard Paulun, Dr. Eckart Rosenberger, Hans-Uwe Schultze, Irmgard Raschka-Halberstadt, Dr. Alexander Gary, Babette Reinhold, Edgar Slawik

Zwei richtungsweisende Konzepte
Masterplan „Guxhagen-Breitenau“ – Entwicklung eines integrativen Wohnquartiers für seelisch behinderte Menschen in der ehemaligen Klosteranlage Breitenau

Die Vitos Kurhessen GmbH bedient mit ihren Kliniken und Wohneinrichtungen das gesamte Spektrum der Psychiatrie und Psychotherapie für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Neben den Hauptstandorten Bad Emstal und Kassel unterhält die Gesellschaft auch an mehreren Außenstellen in Nordhessen Einrichtungen zur wohnortnahen stationären, teilstationären und ambulanten psychiatrischen Versorgung. In der Außenstelle Guxhagen auf dem Gelände der ehemaligen Klosteranlage Breitenau sollen nun die beiden aktuellen Wohngruppen aufgelöst und die Bewohnerplätze in eine zeitgemäße Wohnform überführt werden.

Zu diesem Zweck war ein offener, zweiphasiger Ideenwettbewerb ausgelobt worden, den die roller architekten GmbH aus Kassel betreute. Gesucht wurden insbesondere Ideen, wie eine Wohngebietsentwicklung im Areal der ehemaligen Klosteranlage aussehen könnte, wie sich die ehemalige Klosteranlage nach außen öffnen und wie gleichzeitig der erhaltenswerte historische Bestand der Gesamtanlage mit zusätzlichen, weiteren Nutzungen weiterentwickelt werden kann. Teilnahmeberechtigt waren Stadtplaner, Architekten und Landschaftsarchitekten; in der zweiten Phase war die Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten zwingend vorgeschrieben. Unter den fünf eingereichten Arbeiten vergab das Preisgericht einstimmig einen ersten Preis an das Kasseler Büro loma architecture.landscape.urbanism, deren Entwurf vor allem durch die angemessene bauliche Dichte besteche, sowie einen zweiten Preis an die Berliner Architektin Lena Ehringhaus in Zusammenarbeit mit der Hamburger Landschaftsarchitektin Prof. Christiane Sörensen.

Beide Arbeiten, lobten die Preisrichter, zeigen umsetzungsfähige Bauabschnitte, die im Weiteren noch zu differenzieren seien, sowie interessante Ansätze zur Inklusion auf. In der weiteren Ausarbeitung müsse besonderes Augenmerk auf die Planung der Übergänge von der öffentlichen Mitte über halböffentliche bis zu privaten Freiräumen für die Bewohner gelegt werden. Das Stellplatz- und Erschließungskonzept von Lena Ehringhaus und Christiane Sörensen erscheine in Hinblick auf die Aufgabenbeschreibung zunächst schlüssiger. Ein neuer Eingang im nordöstlichen Bereich der Klostermauer sei zwar gewünscht, dessen Machbarkeit sei im weiteren Verlauf – nicht zuletzt auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten – noch näher zu untersuchen.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Berthold Penkhues empfahl dem Auslober, die Konzepte beider Preisträger für den weiteren Verfahrensablauf als richtungsweisend zugrunde zu legen. Beide Arbeiten würden „gleichermaßen hervorragende, tragfähige Gesamtkonzepte mit einer vergleichbaren Grundidee der ringförmigen Neubauentwicklung entlang der historischen Mauer unter Verzicht auf Neubauten im historischen Kern der Klosteranlage dar(stellen)“, hieß es in der Urteilsbegründung. 

Lena Pröhl