Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2018

7. Klimaschutz ganzheitlich betrachten

Hessen bekennt sich zum Klimaschutz. Bis 2050 soll das Land klimaneutral sein. Die tägliche Flächenneuinanspruchnahme soll bis 2020 auf max. 2,5 ha sinken. Die strategischen Handlungsfelder sind damit umrissen: Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz, Ausbau der erneuerbaren Energien, intelligente Netz-Nutzer-Lösungen und nachhaltiges Flächenmanagement.

Die Energiewende wird das Bild der Städte und Regionen verändern. Es besteht die große Chance und die Notwendigkeit, den Landschaftswandel konzeptionell zu gestalten, aber auch Siedlungs- und Verkehrsentwicklung neu zu denken. Die Konzentration der Siedlungsentwicklung entlang von Infrastrukturknoten, kompakte städtebauliche Strukturen und Nutzungsmischung im Quartier, der Ausbau von Fuß- und Radwegen sowie von zukunftsfähigen Verkehrsangeboten schaffen die besten Voraussetzungen für effiziente Mobilitätssysteme und nachhaltiges Flächenmanagement. Die Freiraumentwicklung in den Städten gewinnt zunehmend an Gewicht. Vegetation bindet Staub, filtert Schadstoffe und sorgt für Temperaturausgleich. Im Sinne einer resilienten Stadtentwicklung ist der Ausbau grüner Infrastrukturen zu fördern.

Die Energieeinsparung im Gebäudebereich wird derzeit stark auf das Einzelgebäude fokussiert. Die Quartiersbetrachtung sollte stärker in den Vordergrund treten. Dezentral im Quartier erzeugte Energie und deren Speicherung mit kurzen Transportwegen zur Minimierung von Übertragungsverlusten bieten zukunftsfähige Lösungen. Die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden beziehen sich bisher ausschließlich auf die Nutzungsphase. Eine Bewertung über den gesamten Lebenszyklus schafft eine differenziertere Betrachtung im Sinne der Nachhaltigkeit und Investitionsanreize.

Klimaschutz und Energiewende erfordern daher neue und systemische Lösungen. Sie müssen als Strategie in die Stadt- und Regionalentwicklung integriert werden. Architekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten können mit ihrer Expertise dazu beitragen, die Energiewende erfolgreich und lebenswert zu gestalten.

Ungeachtet der Klimaschutzanstrengungen schreitet der Klimawandel fort. Auch in Hessen sind die Folgen mittlerweile spürbar. In den Städten verstärken sich Überhitzungseffekte und damit die Gesundheitsbelastung, vor allem für alte und kranke Menschen. Häufigere und intensivere Starkregenereignisse verstärken Hochwassergefahren. Die Artenzusammensetzung in der Landschaft und in den Freiräumen der Städte verändert sich. Klimaanpassungsstrategien gewinnen neben Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele zunehmend an Gewicht.

Das sagen die Parteien zu diesem Wahlprüfstein

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Die AKH plädiert für:

  • die Verankerung von Ressourcenschutz, Energieeffizienz und -einsparung als Querschnittsthema in der Stadt-, Regional- und Landesplanung,

  • eine Verzahnung von Effizienz- und Suffizienzstrategien in der Stadt- und Regionalentwicklung,

  • zusätzliche Strategien der Klimaanpassung,

  • eine bewusste Gestaltung des Landschaftswandels und Landschaftsbildes im Zuge der Energiewende,

  • die Stärkung der grünen Infrastruktur in der Stadtentwicklung,

  • Modellvorhaben nachhaltiger Stadtquartiere (kompakt, urban, grün).

 

 

 

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