Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2018

3. Szenarien für die Metropolregion entwerfen

Die Metropolregion FrankfurtRheinMain ist eine der elf europäischen Metropolregionen. Ihre Stärken als internationaler Finanzplatz, Verkehrs- und Logistikdrehscheibe, Internetknoten und Wissensregion prädestinieren sie für eine Entwicklung als "Smart Region". Wirtschaftlicher Erfolg und Zentralität lassen derzeit die Bevölkerungszahlen in den Großstädten des Agglomerationsraums stark ansteigen. Die Wohnungsmärkte stehen erheblich unter Druck. Die Verkehrssysteme, die das Bild der Region raumwirksam prägen, geraten an ihre Kapazitätsgrenzen. Die für Versorgung, Stadtklima und Lebensqualität wichtigen land- und forstwirtschaftlichen Flächen und vielfältigen Naturräume drohen zugunsten von neuen Bauflächen zu schrumpfen.

Entscheidungsträger stehen vor der großen Herausforderung, die Balance zwischen internationaler Wettbewerbsfähigkeit und stabiler, wachsender Lebensqualität der Region zu sichern. Szenarien sind gefragt, die "mögliche Zukünfte" simulieren, gesellschaftliche Trends integrieren, Stellschrauben von Entwicklungsperspektiven transparent machen und eine Folgenabschätzung ermöglichen. Für einen nachhaltigen Umbau der Metropolregion müssen nicht nur Effizienz-, sondern auch Suffizienzstrategien
verfolgt werden.

Eine größere städtebaulichen Dichte bei gleichzeitiger Stärkung der Freiraumqualitäten und neue Mobilitätsstrategien, die moderne Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen einbeziehen, stehen beispielhaft für die Chancen und das Innovationspotential der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Auf eine ganz andere Weise stellt sich die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Städte und Gemeinden in den übrigen Landesteilen: Trotz Bevölkerungsschwund werden an den Ortsrändern neue Wohn- und Gewerbegebiete ausgewiesen, die Ortskerne dagegen fallen brach. Strategien zur Revitalisierung der  Ortsmitte sind gefragt, denn vitale Gemeinden sind als Identitätsanker im ländlichen Raum unverzichtbar.

Das sagen die Parteien zu diesem Wahlprüfstein

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Die AKH plädiert für:

  • eine gesellschaftliche Debatte zu Chancen und Grenzen wirtschaftlichen Wachstums und technischer Innovation,

  • einen politischen Diskurs zu Entwicklungsperspektiven der strukturschwachen (ländlichen) Regionen Hessens und zum Abbau räumlicher Disparitäten,

  • eine szenariobasierte Diskussion zur Zukunft der Metropolregion FrankfurtRheinMain,

  • eine differenzierte Debatte zu Chancen und Grenzen der Innenentwicklung,

  • die Förderung von Modellvorhaben zur

    • doppelten Innenentwicklung, die gleichzeitig die Freiraumversorgung sichert und die Nutzbarkeit erhöht, was die Akzeptanz baulicher Verdichtung verbessert,
    • Reduzierung des Individualverkehrs im städtischen Raum und zur Rückgewinnung des öffentlichen Raums,
    • Revitalisierung ländlicher Kommunen,

  • innovative Wege der Planung und Beteiligung und die Verknüpfung formeller Planung mit informellen Instrumenten der Partizipation, um die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Ort und notwendigen Veränderungsprozessen zu erhöhen bzw. die Mitgestaltung zu ermöglichen.

 

 

 

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