Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2018

2. Landesentwicklung programmatisch betreiben

Die Landesentwicklung Hessens steht vor vielfältigen Herausforderungen. Der nach wie vor prosperierenden Entwicklung der Metropolregion FrankfurtRheinMain steht die Bevölkerungsabnahme vor allem in den ländlichen Regionen Nord- und Mittelhessens gegenüber. Dabei steigt selbst in schrumpfenden Regionen der Flächenverbrauch. Der anhaltende Strukturwandel in der Landwirtschaft, der Klimawandel und die Energiewende sind Treiber eines immer rascheren Landschaftswandels. Er wirkt sich negativ auf den Naturhaushalt, die biologische Vielfalt und den Bestand des kulturellen Erbes und der Kulturlandschaften aus. Die Deckung des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien droht an fehlender Akzeptanz für geplante Vorhaben zu scheitern. Die Verkehrssysteme in den Wachstumsregionen geraten zunehmend an Kapazitätsgrenzen.

Zweifelsfrei besteht Handlungsbedarf. Die Konkurrenz zwischen Städten und Regionen wächst. Der Druck, sich im globalen Wettbewerb zu positionieren, steigt. Das Lokale als Ausdruck des Unverwechselbaren und Individuellen gewinnt als Teil der Globalisierung stark an Bedeutung. Chancen für eine nachhaltige Entwicklung Hessens liegen in der Stärkung regionaler Identitäten und der intelligenten Vernetzung sowie arbeitsteiligen Kooperation von Stadt und Land. Grüne und graue, mobile und digitale sowie soziale Infrastrukturen müssen entsprechend weiterentwickelt werden.

Planungsabstinenz ist keine Option. Konzeptionelles Vorgehen und programmatisches Handeln sind auch auf der Ebene der Landesentwicklung gefragt. Es geht um die Sicherung der Zukunftsfähigkeit und Resilienz der gebauten Umwelt und damit auch um die Wahrung der Lebensqualität in den Regionen. Die Fortentwicklung der baulich-räumlichen Vielfalt ist als identitätsstiftendes Moment geeignet, den Menschen ein Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit zu vermitteln.

Das sagen die Parteien zu diesem Wahlprüfstein

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Die AKH plädiert für:

  • einen Paradigmenwechsel in der Politik hin zu einer programmatisch ausgerichteten Landesplanungund einer integrierten Regionalentwicklung,

  • eine Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans und ein Überdenken des räumlichen Ordnungsmodells der zentralen Orte-Gliederung,

  • die Wiedereinführung der dreistufigen Landschaftsplanung sowie ihre zeitgemäße Fortschreibung,

  • eine aktive Gestaltung der vielfältigen Nutzungen von Siedlung und Landschaft im Ausgleich der Interessen,

  • die integrierte Gestaltung des Infrastrukturausbaus (Anlagen des Verkehrs und der Energiewende),

  • die Förderung der Entwicklung regionaler Identitätenund Ableitung entsprechender Handlungsstrategien (Tourismusförderung, regionale Baukultur, …),

  • die Mobilisierung von Leerständen und Brachen durch bürgerschaftliches Engagement,

  • innovative Mobilitätsstrategien zur intelligenten Verknüpfung von Stadt und Land,

  • die Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit, insbesondere im Rahmen der Flächenhaushaltspolitik,

  • eine Fortschreibung und Förderung des Planspiels zum Flächenhandel, um das Flächensparziel derNachhaltigkeitsstrategie Hessen von 2,5 ha/Tag zu sichern.

 

 

 

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