Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2018

1. Zuständigkeit für das Planen und Bauen innerhalb der Landesregierung bündeln

Wohnen, Bauen, Denkmalpflege, Stadt- und Infrastrukturentwicklung sind untrennbar miteinander verbunden. Die Verteilung der Aufgaben für das Planen und Bauen von Gebäuden und Bauwerken der Infrastruktur, für die Pflege und Weiterentwicklung des Denkmalbestands sowie für die Stadtentwicklung, Landschaftsplanung und Landesentwicklung auf verschiedene Ressorts hat sich im Sinne einer kohärenten Baupolitik und Landesplanung nicht bewährt. Eine Konzentration der Zuständigkeiten würde bestehende Abstimmungsprobleme beseitigen. Zugleich entspricht eine solche Aufwertung der gesamtgesellschaftlich und volkswirtschaftlich zunehmenden Bedeutung des Planungs- und Bausektors. Ein Landesministerium für Bauen, Stadtentwicklung und Infrastruktur ist die richtige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen.

Architektur und Städtebau, Landschaftsplanung und Infrastrukturplanung bilden den Rahmen für kulturelles, soziales und wirtschaftliches Leben. Sie bestimmen maßgeblich die Lebensqualität in den Städten und Regionen. Sowohl der wertvolle Denkmalbestand als auch zeitgenössische Bauten geben Hessen sein unverwechselbares Gepräge.

Qualitätvolles Planen und Bauen ist kulturelle Leistung wie Wirtschaftsförderung im besten Sinne. Ein zeitgenössisches Verständnis von Baukultur erhöht die Attraktivität von Städten und Gemeinden und wird zum Standortfaktor im Wettbewerb der Regionen. Baukultur stärkt die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Gemeinde und fördert die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – eine wichtige Voraussetzung für eine aktive Bürgergesellschaft.

Die Förderung der Baukultur ist daher kein Luxus oder gar Selbstzweck, sondern im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung vornehmliche Aufgabe des Staates auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene.

Das sagen die Parteien zu diesem Wahlprüfstein

Zum download der Gegenüberstellung bitte anklicken

Die AKH plädiert für:

  • ein Landesministerium für Bauen, Stadtentwicklung und Infrastruktur,

  • eine institutionelle Förderung und Weiterentwicklung der Landesinitiative Baukultur, um die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Relevanz von Architektur und Innenarchitektur, Städtebau, Landschafts- und Infrastrukturplanung in die Breite zu tragen,

  • eine Vorbildfunktion des Landes in seiner Funktion als öffentlicher Bauherr, und damit für

  • die Übertragung des Bewertungssystems nachhaltiges Bauen (BNB) auf den Landesbau (in Analogie zum Bundesbau),

  • die Verpflichtung zu Planungswettbewerben bei Landesbauten,

  • die Initiierung von ganzheitlich orientierten Modellvorhaben im Bereich des Wohnungs- und Städtebaus, der Landschafts- und Infrastrukturplanung, um die Innovationskraft Hessens nach außen zu zeigen,

  • die Fortschreibung von Planungsinstrumenten und die Stärkung informeller Verfahrensweisen.

 

 

 

Architektensuche

Finden Sie für Ihr Bauvorhaben
das passende Architekturbüro.
Zur Suche