Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Mitgliedschaft

Weitere Fragen zur Rentenversicherung im Versorgungswerk

Aufgrund meiner Befreiung von der gesetzl. Rentenversicherungspflicht werden die Beiträge aus meinem Angestelltenverhältnis statt zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Versorgungswerk gezahlt. Gilt die Befreiung für jedes Arbeitsverhältnis weiter?
Nein. Die Befreiungsregelung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI ist tätigkeitsbezogen, d. h. die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht ist auf die jeweilige berufsspezifische Beschäftigung oder Tätigkeit beschränkt. Eine Ausnahme wird lediglich für solche berufsfremden Tätigkeiten zugelassen, die vorübergehend ausgeübt werden. Danach erstreckt sich die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht auch auf andere versicherungspflichtige Tätigkeiten, wenn diese infolge ihrer Eigenart oder vertraglich im Voraus für maximal zwei Jahre zeitlich begrenzt sind. Damit gilt: Sollten Sie nach einem Wechsel in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis nicht mehr als Architektin/Architekt bzw. Ingenieurin/Ingenieur tätig sein, sind die Rentenversicherungsbeiträge aus diesem Beschäftigungsverhältnis wieder an die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen.

Ich habe vor der Mitgliedschaft im Versorgungswerk Beiträge an die Deutsche Rentenversicherung gezahlt. Können diese Beiträge an das Versorgungswerk übertragen werden? 
Nein. Eine direkte Übertragung von Beiträgen von der Deutschen Rentenversicherung an das Versorgungswerk ist leider in keinem Fall möglich. Sofern Sie mindestens 60 Monate lang Beiträge an die Deutsche Rentenversicherung entrichtet haben, ist eine Beitragserstattung nicht mehr möglich, weil Sie dann die dort erforderliche Wartezeit erfüllt und Rentenanwartschaften bei der Deutschen Rentenversicherung erworben haben.

Falls Sie weniger als 60 Monate Beiträge an die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt haben, empfiehlt es sich zu überprüfen, ob gegebenenfalls weitere Beiträge zur Auffüllung der insgesamt erforderlichen Wartezeit von 60 Beitragsmonaten geleistet werden sollten, um somit Rentenanwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwerben. Andernfalls besteht die Möglichkeit, sich die entrichtenden Beiträge in Höhe der geleisteten Arbeitnehmeranteile (50% der Gesamtbeitragszahlung) erstatten zu lassen. Die erstatteten Beiträge können dann als freiwillige Sonderleistung im Rahmen der zulässigen Höchstabgabe beim Versorgungswerk eingezahlt werden, um somit die spätere Rente zu verbessern.

Zahlt die Krankenkasse bei dem Bezug von Krankengeld auch Beiträge an das Versorgungswerk?
Nein. Für angestellte Mitglieder, die von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht zugunsten des Versorgungswerks befreit sind, hat die Krankenkasse bei Zahlung von Krankengeld keine Beiträge an das Versorgungswerk abzuführen. Es fehlt hierfür an einer erforderlichen gesetzlichen Grundlage. Das zu gewährende Krankengeld wird in diesem Fall dann aber auch nicht um den Arbeitnehmeranteil reduziert.

Damit bei Bezug von Krankengeld nach Möglichkeit kein beitragsfreier Zeitraum entsteht, empfehlen wir für diese Zeit wenigstens Versorgungsabgaben in Höhe des halben Beitragssatzes (derzeit 9,95% vom Krankengeld) zu leisten. Dadurch hätten Sie gegenüber einem Pflichtversicherten bei der Deutschen Rentenversicherung kein geringeres Krankengeld und erwerben anderseits mit dem halben Beitragswert im Versorgungswerk in etwa den gleichen Rentenwert wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung mit dem vollem Beitragswert (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil).

Ich möchte Ihnen eine Änderung meiner persönlichen Daten mitteilen. Kann ich das auch telefonisch oder per E-Mail machen?
Nein. Die Änderung Ihrer persönlichen Daten ist nur schriftlich und mit Ihrer Unterschrift möglich.

Ich stehe in einem Beamtenverhältnis. Werden meine an das Versorgungswerk gezahlten Beiträge später auf die Beamtenpension angerechnet?
Nach § 55 Beamtenversorgungsgesetz werden anderweitig erworbene Rentenanwartschaften auf die spätere Beamtenpension angerechnet, sofern diese auf Beiträge aus einer Beschäftigung im öffentlichen Dienst zurückzuführen sind und der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge geleistet hat. Danach sind bei uns erworbenen Rentenanwartschaften, die aus freiwilliger Beitragsleistung resultieren, nicht anzurechnen. Zu Ihrer Sicherheit sollten Sie diese Frage jedoch zusätzlich noch mit Ihrem Dienstherrn bzw. der zuständigen Besoldungsstelle klären.

Kann ich über das Versorgungswerk eine Direktversicherung in Form einer Entgeltumwandlung abschließen?
Nein. Die Direktversicherung ist im Bereich der Lebensversicherung (3. Säule der Altersvorsorge) angesiedelt, die zugunsten des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber abgeschlossen wird. Beitragszahler ist also das Unternehmen, Versicherter und Begünstigter ist der Arbeitnehmer. Eine Direktversicherung kann bei einem privaten Versicherungsunternehmen abgeschlossen werden, nicht aber beim Versorgungswerk.

Aufgrund eines Arbeitsplatzwechsels ziehe ich nach Schleswig-Holstein um. Können die Beiträge aus dem Angestelltenverhältnis weiter an das Versorgungswerk gezahlt werden?
Angestellte in Schleswig-Hostein sind keine Pflichtmitglieder der Architektenkammer. Durch diese Besonderheit wird eine der Befreiungsvoraussetzungen in § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI nicht erfüllt. Damit entfaltet die ursprünglich ausgesprochene Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht bei einer berufsspezifischen Tätigkeit in diesem Bundesland keine Wirkung. Die Beiträge aus dem Angestelltenverhältnis sind an die Deutsche Rentenversicherung zu entrichten. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn Beschäftigte vorübergehend nach Schleswig-Holstein entsendet werden oder tätig sind, weil die Tätigkeit dort der Art nach nur vorübergehend oder von Anfang an auf maximal zwei Jahre befristet ist.

Als angestellter Bauingenieur möchte ich meine Rentenversicherungsbeiträge statt bei der gesetzlichen Rentenversicherung beim Versorgungswerk einzahlen. Ist das möglich?
Nein. Eine Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten des Versorgungswerks ist für angestellt tätige freiwillige Mitglieder der Ingenieurkammer-Bau NRW leider nicht möglich. Sie können sich aber beim Versorgungswerk eine Zusatzversorgung ergänzend zu den Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung aufbauen und somit die vom Gesetzgeber empfohlene zusätzliche Vorsorge positiv gestalten.

Können Rentenanwartschaften gepfändet werden?
Nein. Die Rentenanwartschaft – d. h. das zurzeit im Verhältnis zur Versorgungseinrichtung bestehende Recht – ist ein unveräußerliches Recht und damit, ebenso wie die geleisteten Beiträge, unpfändbar.

Das Versorgungswerk musste bei einem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss eine Drittschuldnererklärung abgeben. Sind Einwendungen gegen den Beschluss an das Versorgungswerk zu richten?
Nein. Einwendungen gegen dern Pfändungs- und Überweisungsbeschluss sind an das Amtsgericht bzw. an den Gläubiger zu richten.

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