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Basiswissen: Bauleitung

Kennziffer: 221-B11

Termine

Montag, 01.11.2021, 10:00 - 17:30 Uhr
Dienstag, 02.11.2021, 10:00 - 17:30 Uhr

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Veranstaltungsort

Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen, Wiesbaden

Referent*innen

Stefan Musil, Dipl.-Ing., Freier Architekt BDA, Höhr-Grenzhausen

16
Fort­bildungs­punkte

Seminarbeschreibung

TAG 1:

Als „unproportional hoch" werden die haftungsrechtlichen Risiken von allen Fachanwält*innen und Versicherungen angesehen, die der objektüberwachende Planende einzugehen gezwungen ist.

Sie wurden bisher auch nicht durch die Rechtsprechung ins rechte Maß gerückt, ganz im Gegenteil. Die Planenden sind auch dort meistens die, die als Letzte die Hunde beißen. Welche Risi­ken man als objektüberwachende Planende trotzdem minimieren kann, ist unter anderem Thema am ersten Tag des Seminars.

Objektüberwachende Planende setzen eine Planung in die Realität um und müssen hierbei sicherstellen, dass die nach Plan arbeitenden Unternehmen das Objekt plangerecht, das heißt: fehlerfrei umsetzen. Selbst für nicht erkannte Planungsfehler besteht eine Haftung!

Die Grundlagen, um erfolgreich durch die Leis­tungsphase 8 der HOAI zu kommen, werden ausführlich erörtert, insbesondere:

  • Bauüberwachung im Sinne der HOAI
  • VOB als Grundlage für die Bauleitung
  • BGB als Grundlage für die Bauleitung

Die Bauleitung in der Praxis wird im üblichen Ablauf von der Kontrolle der vorgegebenen Planung, der Ausschreibungen und der zwischen Bauverantwortlichen und ausführender Firma geschlossenen Bauverträge über die notwendige Vor­be­reitung der Bauleitung bis hin zur Tätigkeit vor Ort von der ersten Baubesprechung, über die Ausführungskontrolle hinsichtlich Qualität, Bauverfahren, Achtung auf sicherheitstechnische Vorschriften und Einhaltung vereinbarter Termine und der Kosten bis hin zur Abnahme und Mängelbeseitigung besprochen.

Dabei müssen die Regelungen der VOB ebenso wie die des BGB beherrscht werden. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Regelungen zu Verzug, Vertragsstrafe, Behinderungsanzeige sowie die Abnahme mit Verjährung und dem hervorgetretenem Mangel und die Mangelbeseitigung gelegt.

Zur Bauleitung gehört natürlich auch das ganze Kostenmanagement und Rechnungswesen mit Stundenlohnarbeiten, Nachträgen, Massenmehrung bzw. -minderungen, entfallenen Positionen bis hin zur Schlussrechnung und der Kostenfeststellung. Die Tätigkeit der Bauleitung muss diese nachvollziehbar dokumentieren! Das geht über das Führen eines Bautagebuchs weit hinaus.

Am ersten Tag des Seminars wird die praktische Bauleitungstätigkeit beschrieben und Hinweise auf die täglichen Anforderungen und Probleme auf einer Baustelle gegeben, so dass die Seminarteil­nehmenden auf eine effektive und erfolgreiche Bauleitung vorbereitet werden.

TAG 2:

Am zweiten Tag des Seminars befassen wir uns mit dem Ablauf der Baustelle aus Sicht der Bauleitung.

Als Aufbau für das Seminar dient der chronologische Ablauf der Baustelle. Beginnend bei Feststellung von Grenzpunkten und Einmessung des Gebäudes über das gesamte Leis­tungsbild der HOAI (§ 33) unter Beachtung der VOB, Teil B und des BGB-Werkvertragsrechts bis hin zur mangelfreien Abnahme der Leis­tung der ausführenden Firmen und Abnahme der Leis­tung der Bauleitung und damit die der Architekt*innen allgemein durch die Bauverantwortlichen. Dabei helfen zahlreiche rechtssichere Musterbriefe an ausführende Firmen und dazugehörige Erläuterungen.

Es werden Tätigkeiten bei der Vertragsgestaltung und der Anmeldung von Bedenken vor der Ausführung, Sicherheitsleistungen, Maßnahmen zum Ausführungsbeginn, Be­hin­der­ungen / Unterbrechungen ebenso behandelt wie die Kündigung des Vertrages bei Leis­tungsstörung, Vergütung und Abschläge mit Nachträgen, Leis­tungen ohne Auftrag, Stundenlohnarbeiten und insbesondere die Abnahme behandelt. Schließlich werden die Schlusszahlungs- und Gewährleistungsregelungen erörtert. Fehler der Bauleitung und daraus resultierende Rechtsstreitigkeiten sollen durch richtiges Handeln während des Bauablaufs vermieden werden.

 

Diese Veranstaltung ist Teil der Seminarreihe „Basiswissen".
Diese speziellen Seminare sind vorrangig auf Personen zugeschnitten, die erfolgreich ein Studium der vier Fach­richtungen (Architektur, Innen­architektur, Land­schafts­architektur oder Stadtplanung) absolviert haben und die neu in den Beruf einsteigen wollen. Sie vermitteln Grundlagenwissen, das - neben der nachzuweisenden Praxiserfahrung - entsprechend den Voraussetzungen der Hessischen Verordnung über die Berufs­praxis zur Eintragung in ein Berufsverzeichnis der Architekten- und Stadt­planer­kammer Hessen führen soll. Zusätzlich wird das An­ge­bot der Akademie der AKH durch Seminare abgerundet, die dabei unterstützen, persönliche Kompetenzen weiter­zu­entwickeln.
 
Hier finden Sie das Seminar­angebot für Absolvent*innen.

Teilnahmegebühr

Für Mitglieder der AKH399.00 €
Für Gäste599.00 €
Für Personen mit Ermäßigung199.00 €
Anmeldung

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