Architekten- und Stadtplankammer Hessen

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NEUER MENSCH, NEUE WOHNUNG (23.03. - 18.08.2019)

2019 feiert das Bauhaus seinen 100. Geburtstag. Bis zu seiner Schließung im Jahr 1933 war es 14 Jahre lang eine herausragende Schule der Avantgarde, von der Kunst, Design und Architektur zentrale Impulse empfingen. Die internationale Nachwirkung vor allem der Dessauer Periode ist bis heute zu spüren. Die Ausstellung NEUER MENSCH, NEUE WOHNUNG gilt dem parallelen Geschehen in Frankfurt am Main, das zwischen 1925 und 1933 ein nicht minder bedeutendes Zentrum des Aufbruchs darstellte. Unter der Regie des Oberbürgermeisters Ludwig Landmann und des Architekten Ernst May konstituierte sich hier das Neue Frankfurt, das unter diesem Namen in die Architektur- und Kulturgeschichte einging.

Ein Leitbild der Architekten des Neuen Frankfurt war der Neue Mensch der Moderne, „der entschlossen ist, das Alte, Erstarrte hinter sich zu lassen“ (Ernst May), um im Alltag der naturnahen neuen Siedlungen eine befreite Existenz zu führen. Der neuen Wohnung war in diesem Prozess eine beherrschende Rolle zugedacht. Die Architekten verstanden sich als legitime Erzieher zum richtigen Leben in der Moderne.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Auswahl aus zehn Siedlungen des Neuen Frankfurt, in denen das Wohnen in "Licht, Luft und Sonne" Gestalt annahm. Die chronologische Abfolge der Siedlungen markiert nicht nur die Entwicklung der auf unterschiedliche Familienkonstellationen zugeschnittenen Haustypen, sondern auch die Variationen in der städtebaulichen Anlage und die Herausbildung der funktionellen Planungsdoktrin um 1930. Zudem verdeutlicht sie die zunehmenden Schwierigkeiten der Finanzierung, die zuletzt stark verkleinerte Wohnungsgrundrisse erzwangen und nach 1930 dem gesamten Projekt ein Ende setzten.

Neben den Siedlungen werden einige wichtige für das "Neue Bauen" im Neuen Frankfurt charakteristische Bauten der großstädtischen Infrastruktur präsentiert – Bildungsstätten, Kirchen, Krankenhäuser, ein Altenheim, die Großmarkthalle und das Gesellschaftshaus am Palmengarten. Dazu kommen die als Vorbilder konzipierten Wohnhäuser der leitenden Architekten Ernst May und Martin Elsaesser.
Der sozio-kulturelle Hintergrund des Neuen Frankfurt wird an mehreren Beispielen thematisiert: Das Phantasma des „Neuen Menschen“, die Elektrifizierung der Siedlungen, der Versuch einer flächen-deckenden Einführung des Radios in den Neubausiedlungen sowie die für das Neue Frankfurt typische Einrichtung von Zentralwäschereien werden dargestellt. Die Industrialisierung des Bauens und die Frankfurter Küche werden in eigenen Stationen behandelt. Die Station "Das neue Neue Frankfurt" schlägt schlussendlich den Bogen zur prekären Situation des Wohnungsmarktes heute.

Termine

  • 22. März 2019, 19:00 Uhr - Eröffnung
  • 23. März bis 18. August 2019 - Ausstellung

Ort
Deutsches Architekturmuseum DAM
Schaumainkai 46
60593 Frankfurt

Öffnungszeiten
DI, DO bis SO jeweils 11:00 - 18:00 Uhr
MI 11:00 - 20:00 Uhr
MO geschlossen

Siedlung Römerstadt

Siedlung Römerstadt – Wohnzeile mit Ladengeschäft in der Hadrianstraße, um 1928
Foto: Hermann Collischonn, Copyright: ernst-may-gesellschaft e.V., Nachlass Rudloff, Inv. 10.30.01

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