Architekten- und Stadtplankammer Hessen

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24.09.2018

Modellkommunen für Plus-Energie-Siedlungen gesucht

Leitfaden für Entwicklung von Wohngebieten vorgelegt


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Die Hessische Landgesellschaft (HLG) sucht drei Modellkommunen für sogenannte Plus-Energie-Siedlungen, die mehr Energie erzeugen, als ihre Bewohner verbrauchen. "Wir wollen in jedem Landesteil ein Pilotprojekt starten", sagte HLG-Geschäftsführerin Prof. Dr. Martina Klärle am Donnerstag. "Schon in fünf Jahren soll auf jedem zweiten Baugebiet, das die Hessische Landgesellschaft (HLG) entwickelt, eine Plus-Energie-Siedlung entstehen." Um den Kommunen die praktischen Schritte zu erleichtern, hat die HLG Deutschlands ersten Leitfaden für solche Projekte vorgelegt. 

"Eine Kommune muss vor der Entwicklung eines Baugebietes entscheiden, ob dort eine Plus-Energie-Siedlung entstehen soll. Darum ist es wichtig, viele Fragen rechtzeitig zu stellen und zu beantworten. Wer die Plus-Energie-Siedlung nicht von Anfang an denkt, der macht sie teuer," erläuterte Prof. Klärle. Zum Beispiel müssten schon in der Planung des Baugebietes Parkplätze für Car-Sharing-Fahrzeuge und die Stellplätze mit Ladesäulen für die E-Mobile geplant werden. Alle Grundstücke müssten untereinander an das multi-direktionale Energienetz für Strom und Wärme angeschlossen werden, damit überschüssige Energie in der ganzen Siedlung abgenommen werde. Auch das Betreibermodell für ein gemeinsames Kraftwerk und die Organisation des Energiehandels seien zu bedenken.

"Einen Großteil unserer Energie verbrauchen wir für das Heizen unserer Wohnungen", sagte Staatssekretär Mathias Samson vom Hessischen Wirtschafts- und Energieministerium. "Dabei ist es heute möglich, dass genug Energie für den Komfort der Bewohner produziert und sogar noch etwas ins Netz abgibt. Das ist ein erheblicher Beitrag, um uns langfristig unabhängig von fossilen und atomaren Energiequellen zu machen." Samson appellierte an die Kommunen, auf diesem Weg voranzugehen und Plus-Energie-Siedlungen zu entwickeln.

Der Leitfaden gibt Hinweise zur Planung des Energie- und Verkehrskonzeptes einer solchen Siedlung, beschreibt den Einsatz von Bauleitplanung und Städtebaulichen Verträgen und erläutert die Fördermöglichkeiten von Land und Bund.  Er wird auf dem HLG-Forum "Nachhaltige Baulandentwicklung für Stadt und Land" am 26. September in Karben ausführlich vorgestellt.

Die HLG ist die staatliche Treuhandstelle für ländliche Bodenordnung in Hessen. Sie hält Flächen für Infrastrukturprojekte vor, entwickelt im Auftrag von Kommunen Siedlungsvorhaben, verwaltet Landesdomänen und betreibt gemeinsam mit einem Partnerunternehmen Deutschlands erste Hofbörse. Das gemeinnützige Siedlungsunternehmen mit Sitz in Kassel beschäftigt etwa 130 Männer und Frauen und befindet sich mehrheitlich in Landesbesitz. Zu den weiteren Eignern zählen die Landesbank Hessen-Thüringen sowie zahlreiche Gebietskörperschaften. Aufsichtsratsvorsitzender ist Wirtschaftsstaatssekretär Samson.

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Wolfgang Harms / Pressestelle
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
Kaiser-Friedrich-Ring 75, 65185 Wiesbaden
Tel.: 0611 - 8152021
Wolfgang.harms(at)wirtschaft.hessen.de



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