Architekten- und Stadtplankammer Hessen

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Neue Vorschriften beim Hausbau

Foto © Kristina Schäfer, Mainz

Die Heizkosten kennen trotz zwischenzeitlicher Preissenkungen der Energieversorger seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Auf der Suche nach Einsparpotenzial und Alternativen zu fossilen Brenn­stoffen konnten Sie als Bauherr und modernisierungswillige Althausbesitzer bisher schon freiwillig auf erneuerbare Energien setzen. Nun aber ist der Einsatz regenerativer Energien beim Hausbau und unter bestimmten Voraussetzungen auch bei Veränderungen von Altbauten Pflicht: Denn seit Anfang 2009 gilt das Erneuerbare Energien-Wärme-Gesetz, kurz Wärmegesetz. Damit fordert der Gesetzgeber, dass Sie für Heizung und Warmwasser teilweise erneuerbare Energien nutzen, beispielsweise Sonnenenergie oder Erdwärme oder Biomasse. Wollen oder können Sie beim Bau Ihres Hauses jedoch nicht auf erneuerbare Energien setzen, ermöglichen die Vorschriften es Ihnen aber auch, alternativ dazu die Energieeffizienz Ihres Hauses zu erhöhen. Zu den Ersatzmaßnahmen zählen beispielsweise eine besser gedämmte Gebäudehülle oder eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Dann muss Ihr Neubau die Anforderungen der bereits geltenden Energie-Einsparverordnung EnEV um 15 Prozent unterschreiten.

Aber nicht nur wenn Sie neu bauen wollen, gelten auch die neuen Vorschriften. Zwar sind grundsätzlich nur Neubauten, für die ab dem 1. Januar 2009 der Bauantrag eingereicht wurde, vom neuen Wärmegesetz betroffen. Doch auch als Altbaubesitzer, müssen Sie bei größeren Eingriffen in Ihr Haus die neuen Regeln beachten. Nehmen Sie beispielsweise bei Ihrem bestehenden Gebäude umfangreiche Änderungen oder Umbauten vor, müssen Sie unter Umständen die Anforderungen der geltende EnEV und dementsprechend auch die des neuen Wärmegesetzes erfüllen und regenerative Energien ein­setzen. Gleiches gilt, wenn Sie Ihr Haus um mehr als 50 Quadratmeter zusammenhängende Nutz­fläche erweitern oder ausbauen.

Da Bauen immer komplexer wird, brauchen Sie als Bauherr mehr denn je den Beistand und die Beratung eines unabhängigen Fachmanns. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass alle Vorschriften eingehalten und gleichzeitig Ihre individuellen Gestaltungswünsche berücksichtigt werden, sollten Sie beim Hausbau auf die fachmännische Unterstützung eines Architekten setzen. Denn dieser achtet beim Entwurf und bei der Planung Ihres Neu- oder Umbaus darauf, dass Ihr Haus geringe Folgekosten verursacht und die Vorgaben des Gesetzgebers eingehalten werden. Der Architekt kombiniert hierfür die Faktoren, die einen geringen Energieverbrauch garantieren – ein kompakter Grundriss, die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen (von der auch eine mögliche Nutzung von Solarenergie abhängt), gut gedämmte Außenwände und Fenster – mit einer sinnvollen und dem neuen Wärmegesetz entsprechenden Nutzung von Solarenergie, Erdwärme oder Biomasse. Gemeinsam mit Ihrem Architekten entscheiden Sie, ob Solarkollektoren zum Einsatz kommen und wie diese am besten gestalterisch integriert werden können, ob Sie Erdwärme nutzen oder ein Holzpelletofen einbauen möchten – oder ob und wie mehrere regenerative Energieträger sinnvoll miteinander kombiniert werden können.

Wenn Sie als Bauherr sogar mehr für die Umwelt tun, als gesetzlich gefordert, können Sie Förderungen in Anspruch nehmen, beispielsweise aus dem Marktanreizprogramm (MAP) der Bundesregierung. Architekten, die auch als Energieberater tätig sind, können Ihnen auch bei der Beantragung dieser Fördermittel helfen. 

Unterstützt durch Ihren Architekten schonen Sie – egal ob Sie nun neu bauen oder Ihren Altbau modernisieren – langfristig Ihren Geldbeutel und gleichzeitig auch die Umwelt.

 

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Weitere Tipps rund ums Bauen finden Sie auch in unserem kostenlosen, ausführlichen Bauherrenratgeber.

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