Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Infos für Bauwillige

Energieverbrauch kennen und senken

Foto © Kristina Schäfer, Mainz

Ob Gründerzeithaus, Nachkriegsbau oder 70er-Jahre-Heim: Als Altbaubesitzer sollten Sie wissen, wie viel Energie Ihr Haus verbraucht und wie Sie den Bedarf mindern können.

Denn nur so können Sie den zukünftige Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten einschätzen. Auskunft darüber gibt der Energieausweis, den mittlerweile alle Eigentümer älterer Wohnhäuser bei einem Verkauf, einer Verpachtung oder einem Mieterwechsel vorlegen müssen. Anhand dieses Energieausweises können Sie als potentieller Hauskäufer verschiedene Objekte in Hinblick auf deren energetische Qualität vergleichen.

Nur ein Fachmann mit entsprechender Qualifikation, beispielsweise ein Architekt, darf einen Energieausweis im Gebäudebestand ausstellen. Eigentümer von Gebäuden mit mehr als vier Wohnungen können zwischen verbrauchs- und bedarfsorientiertem Ausweis wählen. Der Verbrauchsausweis zeigt an, wie viel Energie über einen zusammenhängenden Zeitraum von drei Jahren verbraucht wurde. Dieser Wert hängt dabei vom individuellen Heizverhalten der Bewohner ab. Für energetisch unsanierte Häuser mit bis zu vier Wohnungen, für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist – wie bei Neubauten – der strengere bedarfsorientierte Ausweis Pflicht. Dieser basiert auf einer technischen Analyse des jeweiligen Hauses. Dafür untersucht der Architekt den Zustand der Wände, Fenster und Heizung sowie des Daches. Das Heizverhalten der bisherigen Bewohner spielt hingegen eine untergeordnete Rolle. Beide Ausweise sind jeweils zehn Jahre gültig und sollen kostengünstige Maßnahmen benennen, die den Energiebedarf eines Hauses deutlich senken können.

Sie sollten jedoch beachten: Die Empfehlungen im Ausweis ersetzen keinesfalls eine fundierte "Energieberatung vor Ort" durch einen Architekten. Bei einer solchen Beratung checkt der Fachmann den Altbau gründlich, deckt energetische Schwachstellen auf und bewahrt Sie so vor späteren Überraschungen. Zudem gibt Ihnen der Architekt Empfehlungen und macht konkrete Vorschläge zur Modernisierung oder Erneuerung einschließlich einer Aufstellung der voraussichtlichen Kosten und benennt nutzbare Förderprogramme. Steht Ihr Gebäude in Deutschland, dient überwiegend Wohnzwecken und wurde der Bauantrag für dieses Gebäude bis zum 31. Januar 2002 gestellt, erhalten Sie vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA für die "Energieberatung vor Ort" einen Zuschuss in Höhe von 60% der des zuwendungsfähigen Beratungshonorars, maximal 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten. Darüber hinaus ist ein Zuschuss in Höhe von maximal 500 Euro für zusätzliche Erläuterung eines Energieberatungsberichts in Wohnungseigentümerversammlung oder Beiratssitzung möglich.

 

In der Rubrik Architektensuche finden Sie schnell und unkompliziert hessische Architekten in Ihrer Nähe oder mit den Tätigkeitsfeldern "Energieberatung", "Sanierung" oder "Energieeinsparende Planung". 

 

 

Energieberatung wird gefördert

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA fördert die Vor-Ort-Energieberatung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung in Wohngebäuden in Form eines nichtrückzahlbaren Zuschusses zu den Beratungskosten.

BAFA: Energieberatung vor Ort

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