Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Infos für Bauwillige

Der Energieausweis für Wohnbauten

Foto © Kristina Schäfer, Mainz

Die meisten Menschen wissen, wie viel Sprit ihr Auto ver­braucht und achten darauf, dass beispielsweise der neue Kühlschrank die Energieeffizienzklasse A oder höher erfüllt. Aber die Verbrauchsklasse der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses ist ihnen oft unbekannt. Dabei zahlt ein durchschnittlicher Privathaushalt etwa drei Viertel seiner Gesamtenergiekosten nur für Heizen und Warmwasser. Wie viel Energie nun ein neues Wohnhaus verbraucht, verrät der Energiebedarfsausweis, der bereits seit 2002 für Neubauten Vorschrift ist. Den Ausweis stellt in Hessen der sogenannte Nachweisberechtigte für Wärmeschutz aus und übergibt ihm dem Bauherrn. Der Bedarfsausweis gibt sowohl den Jahres-Heizenergie- als auch den Jahres-Primärenergiebedarf eines Hauses an. Wird eine neue Immobilie verkauft, erhält der Käufer den Ausweis zusammen mit den Bauplänen.

Aber auch jeder, der ein älteres Haus kaufen oder mieten will, sollte sich für dessen energetische Qualität interessieren, um so den zukünftigen Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten einschätzen zu können. Auskunft darüber gibt der Energieausweis, den Eigentümer bei einem Verkauf, einer Verpachtung oder einem Mieterwechsel vorlegen müssen. Der Ausweis gibt an, wie viel Energie pro Quadratmeter Wohnfläche verbraucht wird. Er zeigt zudem auf einer Farbskala von rot über gelb bis grün an, ob der Verbrauch eher hoch oder niedrig ist. Jeder Neueigentümer oder Mieter erfährt so, ob das Objekt der Begierde ein "Energiesparer" oder eine "Energieschleuder" ist.

Für diesen Energieausweis gelten jedoch unterschied­liche Regeln je nach Größe und Alter des Gebäudes. Für Häuser mit bis zu vier Wohnungen, für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist der strengere bedarfsorientierte Ausweis Pflicht. Für Gebäude mit mehr als vier Wohnungen können Eigentümer hingegen zwischen verbrauchs- und bedarfsorientiertem Ausweis wählen.

Der Verbrauchsausweis zeigt jedoch lediglich an, wie viel Energie über einen zusammenhängenden Zeitraum von drei Jahren verbraucht wurde. Dieser Wert hängt sehr stark vom individuellen Heizverhalten der Bewohner ab. Der Bedarfsausweis hingegen basiert auf einer technischen Analyse des jeweiligen Hauses. Der Aussteller des Ausweises, beispielsweise ein Architekt, untersucht dafür den Zustand der Wände, Fenster und Heizung sowie des Daches. Das Heizverhalten der bisherigen Bewohner spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Beiden Ausweisen gemeinsam ist: Sie enthalten Empfehlungen für eine Modernisierung und schlagen konkrete Maßnahmen vor, die den Energiebedarf eines Hauses deutlich senken können. Diese Empfehlungen ersetzen dabei aber keinesfalls eine fundierte Energieberatung, die qualifizierte Architekten anbieten können.

Anhand der jeweiligen Energieausweise können potenti­elle Hauskäufer nun also verschiedene Objekte in Hin­blick auf deren energetische Qualität vergleichen. Sie erfahren, in welchem Zustand sich ein Haus befindet und welche Modernisierungsmaßnahmen eventuell notwenig und sinnvoll sind. Darüber hinaus können sie so vermeiden, ein vermeintlich günstiges Haus zu kaufen, das sich später als "Energieschleuder" entpuppt und enorme Summen für das Heizen verschlingt.

 

In der Rubrik Architektensuche finden Sie schnell und unkompliziert hessische Architekten in Ihrer Nähe oder mit den Tätigkeitsfeldern "Energieberatung".

Weitere Tipps rund ums Bauen finden Sie auch in unserem kostenlosen, ausführlichen Bauherrenratgeber.

Architektensuche

Finden Sie für Ihr Bauvorhaben
das passende Architekturbüro.
Zur Suche