Architekten- und Stadtplankammer Hessen

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Wertvoller Wohnraum unterm Dach

Foto © Kristina Schäfer, Mainz

Ihnen wird das eigene Haus zu eng, weil die Familie wächst, Sie ein zusätzliches Arbeitszimmer benötigen oder einfach großzügiger wohnen wollen? Sie haben aber keine Möglichkeit, anzubauen oder gar gleich ganz neu zu bauen? Um dennoch Ihre Wohnfläche zu vergrößern, sollten Sie sich zunächst nach brachliegendem Raumpotenzial umsehen. So können Sie sich beispielsweise einen ungenutzten Dachboden in wertvollen Wohnraum umwandeln.

Damit Sie den ersehnten Wohnraum auch in der erwünschten Qualität erhalten, sollten Sie von Beginn an einen Architekten hinzuziehen. Dieser analysiert zunächst die Bausubstanz und kann so einschätzen, ob das Dach ausreichend Potenzial für einen Ausbau bietet. Der Architekt kennt zudem die geltenden Vorschriften und prüft, ob sich die Anforderungen und Ihre Wünsche zusammenbringen lassen. 

So muss der Dachraum eine bestimmte Höhe aufweisen: Die hessische Bauordnung schreibt vor, dass Dachgeschossräume, die als Wohnraum genutzt werden, über mindestens die Hälfte der Grundfläche 2.20 Meter hoch sein müssen. Ist der Raum unter dem Dach zu niedrig, müssen Sie Ihre Träume jedoch nicht gleich begraben. Hier kann der Architekt eine Aufstockung des Daches planen. Diese ist allerdings aufwändiger und damit kostenintensiver ist als ein normaler Ausbau. Doch egal, ob Ausbau oder Aufstockung – in beiden Fällen fallen zusätzliche Lasten an, für die der Architekt eine statische Berechnung beauftragt. 

Der Aufwand und die Kosten für den Ausbau richten sich nach Ihren Wünschen sowie der Form und dem Zustand des Daches. Sind diese Rahmenbedingungen geklärt, setzt der Architekt Ihre individuellen Wünsche gestalterisch um und sorgt dafür, dass die baurechtlichen Bestimmungen eingehalten, Wärme-, Brand- und Schallschutz gewährleistet sowie Belichtung und Belüftung berücksichtigt werden. Er schlägt geeignete Formen, Mittel und Materialien für den Dachausbau vor und erarbeitet eine maßgeschneiderte, individuelle Lösung. 

Für den Wohnraum unterbreitet der Planer mögliche Gestaltungsvarianten. Beispielsweise einen offenen Grundriss mit sichtbaren Dachbalken, der großzügige Durchblicke bietet, oder auch eine Variante mit mehreren geschlossenen Räumen.

Wichtig für die Wohnqualität ist ausreichendes Tageslicht. Der Architekt berücksichtigt bei der Planung der Größe, Form und Anordnung der Dachöffnungen, eine optimale Belichtung, mögliche Aus- und Einblicke sowie die baurechtlichen Vorgaben. Sind keine Gauben möglich, schlägt der Architekt als Alternative Dacheinschnitte in Form eines Dachbalkons oder gar eines Dachgartens vor, um mehr Licht hereinzuholen.

Auch bei den Finanzen haben Sie in Ihrem Architekten einen zuverlässigen Partner, der einen detaillierten Kostenplan aufstellt und die Ausschreibung der Gewerke übernimmt. Als Ihr Sachwalter achtet er auf die termin­gerechte Ausführung aller Arbeiten in der vereinbarten Qualität und zum vereinbarten Preis.

Wenn Sie handwerklich versiert sind, können Sie beim Ausbau des Daches durch Eigenarbeit Kosten sparen. Keinesfalls sollten Sie jedoch auf die gründlichen Vorüberlegungen gemeinsam mit einem Architekten verzichten. Denn planloses Vorgehen ohne einen Fachmann zieht oft Schäden und aufwendige Nachbesserungen nach sich, die für Sie sehr teuer werden können.

 

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