Architekten- und Stadtplankammer Hessen

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Freiheit beim Wohnen

Foto © Kristina Schäfer, Mainz

Wer ein Haus bauen, eine Wohnung oder ein bestehendes Gebäude kaufen und umgestalten möchte, will das in der Regel nur ein Mal im Leben tun. Und die eigenen vier Wände sollten dann Ihren Vor­stellungen und Wünschen dauerhaft entsprechen. Viele Menschen vergessen dabei jedoch, dass sich ihre Anforderungen und Bedürfnisse im Laufe der Zeit stark wandeln. Das gilt nicht erst bei Verän­derungen, die das zunehmende Altern mit sich bringt wie beispielsweise eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Auch Familiennachwuchs verändert Ihre Ansprüche an das Wohnumfeld.

Das Thema "altersgerechtes" oder auch "barrierefreies Bauen" wird also zum Einen wegen der demo­grafischen Entwicklung in Deutschland immer wichtiger. Denn Bewegungsprobleme oder körperliche Behinderungen im Alter sollten Sie nicht dazu zwingen, aus Ihren eigenen vier Wänden auszuziehen. Zum Anderen profitieren aber auch junge Familien von den Vorteilen und dem Komfort des soge­nannten barrierereduzierten oder gar barrierefreien Bauens. So können sich Kleinkinder in schwellen­losen und überschaubaren Wohnungen (unfall)freier bewegen und lassen sich zudem deutlich leichter beaufsichtigen. Und gerade Eltern, die mit Kinderwagen hantieren, wissen ausreichend Bewegungs­fläche und schwellenlose Zugänge sehr zu schätzen. 

Wenn Sie ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitzen oder den Kauf oder den Bau eines Hauses bzw. einer Eigentumswohnung planen und so lange und so komfortabel wie möglich in Ihrer gewohnten Umgebung leben wollen, sollten Sie daher an die Zukunft denken. Architekten leisten dabei entschei­dende Hilfe. Sie beraten Sie schon bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück, einer passenden Wohnung oder eines geeigneten Bestandsbaus, planen von Anfang an eine barrierefreie Nutzung ein oder führen bei bestehenden Gebäuden notwendig gewordene Umbauten durch.

So erleichtert Ihnen der Verzicht auf eine (Schmuck)Stufe vor der Haustür den Zutritt. Ist eine Treppe notwendig, gewährleistet eine zusätzliche Rampe den barrierefreien Zugang. Beidseitige Handläufe machen Treppen für alle sicherer. Schwellen sind Stolperfallen für jeden Nutzer, ob älterer Mensch oder Kleinkind. Das gilt auch bei Terrassen- oder Balkonausgängen. Bei seiner Planung achtet der Architekt darauf, dass die Türen breit genug und ausreichend Bewegungsflächen davor und dahinter vorhanden sind. So sind Türen beispielsweise ab 80 Zentimeter Breite barrierefrei. Haus- oder Woh­nungseingangstüren sollten 90 Zentimeter breit sein. Soll auch ein Rollstuhl hindurch passen, gilt dieses Maß auch für alle Innentüren. Das erleichtert auch das Rangieren mit einem Kinderwagen. Vor und hinter jeder Tür sowie vor Schränken benötigen Rollstuhlfahrer eine Bewegungsfläche von 1,50 mal 1,50 Meter.

Auch die barrierefreie oder sogar rollstuhlgerechte Innenausstattung ist ohne großen zusätzlichen Aufwand möglich. So lassen sich beispielsweise Schalter und Gegensprechanlagen in einer Höhe von 85 Zentimetern sowohl von Kindern als auch von Rollstuhlfahrern betätigen. Im Bad gilt: Eine Dusche ist besser als eine Wanne. Ebenerdig installiert, mit einem Maß von 1,50 mal 1,50 Meter, fällt sie behindertengerecht aus und bietet allen Nutzern den bestmöglichen Zugang.

Ihr Architekt zeigt Ihnen die Möglichkeiten auf, barrierereduziert zu bauen oder umzubauen und sich das Leben in Ihren eigenen vier Wänden dauerhaft so komfortabel wie möglich zu gestalten. Seine Erfahrung und qualifizierte Arbeit sorgen dafür, dass Sie als Wohnungs- oder Hauseigentümer auch bei Familienzuwachs und im fortgeschritteneren Alter Ihr Haus optimal nutzen können.

 

In der Rubrik Architektensuche finden Sie schnell und unkompliziert hessische Architekten. Wenn Sie das Stichwort "barrierefrei" in der Suchmaske "besonderer Schwerpunkt" eingeben, werden Büros angezeigt, die hier umfangreiche Erfahrungen haben.

Weitere Tipps rund ums Bauen finden Sie auch in unserem kostenlosen, ausführlichen Bauherrenratgeber.

Förderprogramm "Altersgerecht umbauen"

Seit April 2009 bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau das Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen" an und unterstützt Bauherren, die Wohnbarrieren reduzieren oder beseitigen wollen:

www.kfw-foerderbank.de

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