Architekten- und Stadtplankammer Hessen

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Den besten Bauplatz finden

Foto © Kristina Schäfer, Mainz

Wer von den "eigenen vier Wänden" spricht, meint damit oft auch den eigenen Garten direkt am Haus. Besonders im Frühling und Sommer ist dessen Reiz unübersehbar: Ein Garten unmittelbar vor der Haus- oder Terrassentür bietet für die meisten Familien besondere Lebensqualität. Der gesuchte Bauplatz sollte daher nicht nur den Ansprüchen ans Wohnen entsprechen, sondern auch draußen Platz bieten für Ihre Kinder zum Spielen und Toben und Raum für Sie zum Entspannen oder zum Feiern.

Da bei der Wahl des geeigneten Grundstücks viele Kriterien eine Rolle spielen, sollten Sie schon bei der Suche danach auf einen Architekten vertrauen. Denn dieser kann die Vor- und Nachteile des potentiellen Bauplatzes beurteilen und einschätzen, ob sich auf diesem die Wünsche in Bezug auf das Haus – und den Garten – langfristig verwirklichen lassen. Schließlich investieren Sie viel Geld. Der erfahrene Architekt weiß, welche Informationen zum Grundstück wichtig sind und wer Auskunft darüber gibt. Er hilft Ihnen auch dabei, diese einzuholen.

Eine wichtige Rolle bei der Wahl des Grundstücks spielen Infrastruktur und Lage. Für Familien zählt beispielsweise die Entfernung zum Spielplatz, Kindergarten und Schule. Auch sollten die jeweiligen Wege zur Arbeit, ins Stadtzentrum oder zu Einkaufsmöglichkeiten berücksichtigt und nach möglichen Störfaktoren in der Nähe wie Betriebe, Kläranlagen, Flugplätze, stark befahrene Straßen oder Sportanlagen gefragt werden. Bei einer langfristigen Planung wichtig: Entspricht das Umfeld auch Ihren Vorstellungen vom Wohnen im vorgerückten Alter? Wie nah sind Bus und Bahn? Wo befindet sich der nächste Arzt?

Stimmen all diese Faktoren und ist das gewählte Grundstück als Bauland ausgewiesen, sollten Sie mit Hilfe Ihres Architekten die konkreten Bedingungen prüfen: Größe, Lage, Ausrichtung, Zuschnitt, Bewuchs des Grundstücks und Umgebungsbebauung. Diese bestimmen mit, wo und wie Ihr Haus platziert werden kann und ob eine größere, zusammenhängende Fläche für den Garten bleibt und diese genügend Sonne erhält. Die Beschaffenheit des Bodens, dessen Tragfähigkeit und die Höhe des Grundwasserspiegels beeinflussen wiederum die Art und damit die Kosten des Fundaments.

Liegt ein Bebauungsplan der Stadt oder Gemeinde vor, prüft der Architekt in Ihrem Auftrag, ob dessen Vorgaben das gewünschte Traumhaus zulassen. Der Bebauungsplan legt beispielsweise die Baugrenze, die Anzahl der erlaubten Geschosse oder die Dachform fest. Er verrät nicht nur, was bei Ihrem Haus gestalterisch möglich ist, sondern auch, wie sich das Baugebiet voraussichtlich ent­wickeln wird und was Sie bei der Nachbarbebauung erwarten können. Existiert ein solcher Bebauungs­plan nicht, muss sich Ihr Haus an den umliegenden Häusern orientieren und müssen Sie und Ihr Architekt die Details mit dem Bauamt aushandeln. Weitere wichtige Fragen: Welche Energie­quellen stehen zur Verfügung? Wo liegen die Anschlüsse – müssen Sie eventuell lange und damit teure Leitungen verlegen?

Natürlich spielt der Preis des Bauplatzes eine entscheidende Rolle, ist dies doch der größte oder zweitgrößte Posten des Gesamtbudgets. Außerdem müssen Sie berücksichtigen, dass zum reinen Kaufpreis im Regelfall noch die Erschließungskosten für Straßenausbau sowie die Kosten der Hausanschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom hinzukommen.

Der Architekt vor Ort ist in allen Fragen Ihr kompetenter Ansprechpartner und hilft Ihnen, eine Liste aller Anforderungen an das Grundstück zu erstellen und die Prioritäten festzulegen. Er kann sagen, was von einem angebotenen Areal zu halten ist, kennt die Umgebung und meist auch die Planungen für die Zukunft der Region.

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