Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Aktuelles

25.09.2018

Neue Perspektiven für Hessen

Ausstellung "Stadt Land Zukunft – Hessen 2040" eröffnet

Fotos: AKH/Christoph Rau


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"Die Chancen Hessens liegen im Multilokalen und in der Vernetzung von Regionen und Akteuren. Kooperatives Denken und regionales Handeln sind gefragt, um die Weichen für eine zukunftsfähige Stadt- und Regionalentwicklung zu stellen", sagte Brigitte Holz, Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH), bei der Eröffnung der Ausstellung 'Stadt Land Zukunft – Hessen 2040'. Und weiter: "Die Leitbilder unserer Planung müssen überdacht werden. Der Gegensatz von Stadt und Land ist ein überholtes Denkmuster, das der Lebenswirklichkeit nicht mehr entspricht. Wir plädieren für einen Perspektivenwechsel und ein Planungsverständnis, das nicht an Gemarkungsgrenzen Halt macht, sondern sich von räumlichen und funktionalen Verknüpfungen innerhalb einer Region leiten lässt."

'Stadt Land Zukunft – Hessen 2040' stellt eine vermeintlich schlichte Frage: Wie wollen wir 2040 in Hessen leben? Eine Frage, die alle, ob Bürger, Planer oder Politiker, berührt. Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) hat sich diese Frage anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums im Rahmen einer Zukunftswerkstatt gestellt. Sie zeigt nun erste Ergebnisse im Designhaus auf der Darmstädter Mathildenhöhe. Dazu Holz: "Lebensqualität, so glauben wir, wird zum Standortfaktor und Motor wirtschaftlicher Entwicklung. Infrastruktursysteme sind die bestimmenden Faktoren. Wir müssen z. B. in den Ausbau des Breitbandnetzes und intelligente Mobilitätssysteme investieren, um ländliche Regionen attraktiv zu machen. Und wir müssen z. B. jungen Menschen, die an Hessens Hochschulen studieren, Bleibeperspektiven vor Ort bieten!"

Die Ausstellung, die am 25. September von Holz gemeinsam mit Staatsminister Axel Wintermeyer und Oberbürgermeister Jochen Partsch eröffnet wurde, skizziert in einer Zwischenbilanz Zukunftsbilder für drei exemplarisch ausgewählte Regionen in Hessen mit ihren jeweils charakteristischen Herausforderungen: Darmstadt und sein Umland – dort gilt es, das Wachstum qualitativ zu gestalten –, Kassel und sein Umland – dort gilt es, die Ankerstadt zu stärken und unter Einbeziehung der Land- und Forstwirtschaft das Umland produktiv zu nutzen. Und schließlich die Lahn-Städtekette Marburg, Gießen, Wetzlar: Hier besteht die exzellente Voraussetzung für die Weiterentwicklung zu einer dynamischen Wissens- und Forschungsregion. Die präsentierten Szenarien geben Anstöße zum Querdenken und laden dazu ein, Hessen anders zu sehen.

"Gesellschaft steht nicht still. Doch Wandel bedarf der Gestaltung. Wir wollen mit dieser Ausstellung Lust auf Planung machen und Potenziale der drei Regionen zeigen", so AKH-Präsidentin Brigitte Holz. "Der Diskurs mit der jetzigen und der neuen Landesregierung ist uns sehr wichtig. Die Zukunftswerkstatt startete deshalb im letzten Jahr und wird auch 2019 weitergehen. Für uns steht fest, dass die Chancen für die Profilierung der unterschiedlichen hessischen Regionen ungeheuer vielfältig sind. Regionale Identitäten gewinnen vor dem Hintergrund der Globalisierung zunehmend an Gewicht! Wir glauben, dass die Sehnsucht nach regionaler Verbundenheit durch die weltweite Verflechtung zunimmt. Was eine Region ausmacht, wo ihre Stärken liegen, muss gemeinsam – und nicht wie bislang innerhalb der Grenzen von Gebietskörperschaften – ausgehandelt werden. Infrastruktur ist dabei das A und O. Im Idealfall können wir z. B. qualitatives Wachstum in der einen hessischen Region mit gestalteter Schrumpfung in der anderen so miteinander in Beziehung setzen, dass alle davon profitieren."

Staatsminister Wintermeyer ergänzte: "Die neue Ausstellung 'Stadt Land Zukunft – Hessen 2040' wirft den Blick voraus, wie die Menschen in Hessen im Jahr 2040 möglicherweise leben werden. Der Berufsstand wagt dabei eine spannende Prognose, von der sich die Interessierten im Designhaus Darmstadt ab sofort selbst überzeugen können. Die Schau will die Themen Digitalisierung, Mobilitätswende und Urbanisierung in Einklang bringen mit dem schonenden Einsatz von Ressourcen, sozialer Gerechtigkeit sowie gesellschaftlichen und baukulturellen Innovationen. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein aufregender Blick in die Welt von morgen. Ich wünsche der Kammer in ihrem Jubiläumsjahr alles Gute und der Ausstellung einen regen Zuspruch."

Darmstadts Oberbürgermeister Partsch mahnte: "Die Planung der Zukunft muss ganz besonders darauf achten, viele Menschen mitzunehmen und möglichst niemanden von den Entwicklungen auszuschließen. Die Stadt darf kein exklusiver Ort für diejenigen sein, die es sich leisten können, sondern Raum für Alle."

Die Ausstellung der AKH läuft noch bis zum 14. Oktober in Darmstadt und wandert ab 2019 durch Hessen. Sie entstand unter Mitwirkung von bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin, und must Städtebau, Köln (Analyse), empirica, Bonn (Daten und Fakten), Urban Nomads Foundation, NL-Wijhe (Collagen) und DIESE studio, Darmstadt (Ausstellungsdesign).

Weitere Informationen www.hessen2040.de!



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