Architekten- und Stadtplankammer Hessen

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02.10.2018

Ein spannender Blickwechsel: Alles im grünen Bereich?

Beinahe 50 Landschaftsarchitektinnen und -architekten trafen sich am 27. September unter dem Motto "Von Grau zu Grün" im Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt zum Kammerabend für Landschaftsarchitekten, den die Arbeitsgruppe Landschaftsarchitektur der AKH inhaltlich konzipiert hatte.

Fotos: AKH/ Christoph Rau


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Diskutiert wurden Möglichkeiten zur Rückeroberung technischer Bauten als öffentliche Freiräume. Dabei ging es im weitesten Sinne um eklatante räumliche Veränderungen, die kreative Ansätze und ein Querdenken notwendig machen, sowohl im engen Stadtraum, der in großen Schritten nachverdichtet wird, als auch in weiten hessische Regionen, die in vielen Teilen rasant wachsen, in anderen Bereichen konsolidieren und in großflächigen Teilen schrumpfen.  

Nach Begrüßung der Zuhörer durch die Landschaftsarchitektin Corinna Endreß vom Vorstand der AKH gab zunächst die Landschaftsarchitektin Katja Imhof eine Einführung in die Thematik und erläuterte die sehr ernste und gleichermaßen kreative Kernfrage der Veranstaltung, wie wir überhaupt qualitative Freiflächen geplant werden können, wenn immer weniger Platz für Landschaftsarchitektur bleibt.

Als Hauptrednerin der Veranstaltung knüpfte Prof. Ulrike Böhm vom Städtebau-Institut der Universität Stuttgart an die einführend skizzierten Flächendefizite an und stellte in ihrem Vortrag ungewöhnliche Beispiele vor, die vormals ausgeblendete städtische Räume durch mutige Neuinterpretationen in die Wahrnehmung zurückholen und eine ganz neue Freiflächenqualität möglich machen. Professor Böhm – für die die Schaffung gesundheitsfördernder Umwelten, das Ermöglichen sozialer Funktionen wie Begegnung und Teilhabe, Klimaanpassung und Risikovorsorge sowie der Schutz von Natur und biologischer Vielfalt die wichtigsten Anforderungen an eine Begrünung von Städten sind – animierte ihre Zuhörerschaft mit der Präsentation spannender Best-Practice Beispiele aus der ganzen Welt insbesondere dazu, städtische Infrastrukturflächen mit konstruktiven Lösungen aktiv neu zu interpretieren und moderne Freiflächen entstehen zu lassen.

Im Anschluss an die Vorträge bestand Gelegenheit zur Diskussion und zu Fragen an die Vortragenden, bevor die Teilnehmer sich auf den Weg zum Designhaus auf der Mathildenhöhe machten. Dort leistete  Kammergeschäftsführerin Gertrudis Peters einen Brückenschlag vom engen Stadtraum zu hessischen Regionen und stellte die Ausstellung "Stadt Land Zukunft – Hessen 2040" mit den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt der AKH vor. Die Ausstellung skizziert in einer Zwischenbilanz Zukunftsbilder für drei exemplarisch ausgewählte Regionen, mit ihren jeweils charakteristischen Herausforderungen.

Sowohl die hier präsentierten Szenarien als auch die planerischen Antworten auf schier unmögliche städtische "Unorte" geben Anstöße zum Querdenken und laden dazu ein, den Bestand anders zu sehen. Während der Abend im Garten des Designhauses bei einem Imbiss mit guten Gesprächen in stimmungsvoller Atmosphäre endete, wird der Blickwechsel "Von Grau zu Grün" die Teilnehmenden im Berufsalltag sicher planerisch beflügeln.

Tatjana Heil, Landschaftsarchitektin



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