Architekten- und Stadtplankammer Hessen

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08.02.2019

14. Hessischer Vergabetag: Verbesserung bei Vergabe freiberuflicher Leistungen gefordert

Es wird wieder einen Vergabetag im Jahr 2020 geben“, schloss die Präsidentin der AKH, Brigitte Holz, den ausgebuchten Hessischen Vergabetag 2019. Rund 160 Architekten, Stadtplaner und Vertreter von Kommunen und Kreisen trafen sich am 6. Februar beim hessischen Landessportbund in Frankfurt, um mehr über die laufenden Entwicklungen beim öffentlichen Vergaberecht zu erfahren.

Foto: AKH/ Christoph Rau


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"Der Informationsbedarf ist auch im 14. Jahr der Veranstaltung sehr hoch", erklärte Dr. Martin Kraushaar, Hauptgeschäftsführer der AKH und Moderator der Veranstaltung, und zog als Resümee: "Es freut mich, dass die Architekten und Ingenieure heute ihre Forderung nach einer Anpassung des Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetzes (HVTG) einmütig bekräftigt haben. Sie sind dabei auf weitgehende Zustimmung bei den kommunalen Spitzenverbänden gestoßen: Denn freiberufliche Leistungen sollten, so wie es jetzt auch der hessische Koalitionsvertrag sagt, nach dem Vorbild der Unterschwellenvergabeordnung mit so viel Wettbewerb wie nötig, aber vor allem im Leistungs- und nicht im Preiswettbewerb vergeben werden."

Die Organisatoren hatten Referenten zur ganzen Brandbreite des Vergaberechts gewinnen können. So stellten Norbert Portz vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und Hermann Summa, Richter am Oberlandesgericht, Vergabesenat Koblenz, die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen in den Fokus ihrer Vorträge. Ein Schwerpunkt der Ausführungen von Portz waren die anstehenden wesentlichen Neuerungen der Unterschwellenvergabe in der VOB/A (Verdingungsordnung Bau).

Referenten und Teilnehmer diskutierten auch engagiert zur Vergabe von freiberuflichen Leistungen in Hessen. Basis waren Impulsvorträge von AKH-Präsidentin Brigitte Holz, dem Vizepräsidenten der Ingenieurkammer Hessen Jürgen Wittig sowie der Verwaltungsrätin beim Hessischen Städte und Gemeindebund Daniela Maier. Die Forderungen der Wiesbadener Erklärung (PDF) zum HVTG, die Holz kurz vorgestellt hatte, wurden ebenso thematisiert wie Unterschiede zwischen Vergabe-Theorie und -Praxis.

Architektenwettbewerbe als Vergabeinstrument präsentierten drei Redner am Beispiel des mittelhessischen Grünbergs. Die Stadt entschied, die Planungsleistungen für den Neubau einer Kindertagesstätte und eines Dorfgemeinschaftshauses auf diesem Weg zu vergeben. Verfahrensbetreuerin Elisabeth Schade, Grünbergs Bürgermeister Frank Ide und Architekt Klaus Wagner warben für die Vorteile von Architektenwettbewerben.

Im Themenblock "Qualität sichern" stellte Volker Mohr, Leiter des Amts Bauaufsicht, Denkmalschutz, Stadtplanung Kassel, die Aktivitäten der Kommune zur Konzeptvergabe dar. Die nordhessische Großstadt hat gute Erfahrungen mit einer solchen Vergabe kommunaler Grundstücke und Gebäude gemacht. Die von der AKH und dem Hessischen Städtetag herausgegebene Orientierungshilfe zur Vergabe öffentlicher Grundstücke nach Konzeptqualität (PDF) bot dabei eine wichtige Unterstützung wie Mohr betonte.

Veranstalter des Hessischen Vergabetags sind die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, der Hessische Landkreistag, der Hessische Städtetag und der Hessische Städte- und Gemeindebund.

 

 



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