Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur studieren in Hessen

Die berufspraktische Tätigkeit (Berufspraxis)

Möchten Sie nach dem Studium Architekt, Innenarchitekt, Landschaftsarchitekt oder Stadtplaner werden und eine dieser gesetzlich geschützten Berufsbezeichnungen führen, ist zuvor eine den Anforderungen des Hessischen Architekten- und Stadtplanergesetzes (HASG) entsprechende Berufspraxis zu absolvieren.

- Dauer der Berufspraxis
Die Berufspraxis muss, nach dem erfolgreichen Abschluss eines berufsqualifizierenden Studiums mit einer Regelstudienzeit von mindestens vier Jahren, über einen Zeitraum von 2 Jahren in einer Vollzeitbeschäftigung, bei einer Teilzeitbeschäfti­gung entsprechend länger, ausgeübt werden. In dieser Zeit sind Fortbildungsmaßnahmen in einem Umfang von mindestens 80 Unterrichtsstunden wahrzunehmen.

- Anzeige der Aufnahme der Berufspraxis
Bereits die Aufnahme der Berufspraxis ist bei der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen anzuzeigen. Diese Anzeige kann per E-Mail erfolgen, bitte verwenden Sie dazu dieses Formular. Ebenso sind wesentliche Änderungen bei der Durchführung der Berufspraxis anzuzeigen, hier ist insbesondere an einen Arbeitgeberwechsel und einen Wechsel in der Person des fachlich Anleitenden zu denken.

- Inhalte der Berufspraxis und der Fortbildung
Die Inhalte der Berufspraxis sowie Dauer und Inhalte der Fortbildung werden durch die Hessische Verordnung über die Berufspraxis zur Eintragung in ein Berufsverzeichnis der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (PDF) geregelt.

Zu beachten ist, dass während der Berufspraxis eine Baustellenpraxis von mindestens sechs Monaten zu absolvieren ist. Sie kann in einem Block oder in mehreren zeitlichen Blöcken oder in der gesamten Zeit der praktischen Tätigkeit berufsbegleitend erbracht werden. Dies betrifft die Berufsangehörigen der Fachgebiete Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur. Es wird dringend empfohlen, sich mit den Anforderungen der Berufspraxisverordnung rechtzeitig vertraut zu machen.

- Übergangsregelung
Absolventen, die bereits am 30. November 2008 nach erfolgreichem Abschluss eines Studiums mit einer Regelstudienzeit von mind. 4 Jahren berufspraktisch tätig gewesen sind, können unter Umständen von einer Übergangsregelung profitieren:

  1. Wenn Sie am 30.11.2008 bereits 18 Monate Berufspraxis erbracht hatten, sind keine Nachweise über die Baustellenpraxis sowie Fortbildungsstunden zu erbringen.
  2. Wenn Sie spätestens am 30.11.2008 bereits mehr als 6 Monate der Berufspraxiszeit erbracht hatten, sind die Baustellenpraxis sowie Fortbildung nur anteilig entsprechend der noch zu erbringenden Berufspraxiszeit nachzuweisen.

Sollte dies auf Sie zutreffen, können wir Ihnen auf schriftliche Anfrage zur überschlägigen Ermittlung der von Ihnen in diesem Fall noch zu erbringenden anteiligen Baustellenpraxis sowie Fortbildung eine Hilfestellung bieten.

Wenn Sie Fragen zu Inhalt und Umfang der Berufspraxis haben, können Sie sich gerne per E-Mail eintragung(at)akh.de oder telefonisch an uns wenden.  Wenn Sie beabsichtigen, die Berufspraxis im Ausland zu erwerben, sollten Sie sich  in jedem Falle sich an uns wenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AKH beraten Sie gerne.

Anforderungen an die Berufspraxis

Die Berufspraxis umfasst nach § 4 Abs. 3 Hessisches Architekten- und Stadtplanergesetz (HASG) „eine unter fachkundiger Aufsicht einer berufsangehörigen Person der gleichen Fachrichtung ausgeübte Tätigkeit in wesentlichen dem entsprechenden Fachgebiet entsprechenden Berufsaufgaben (einschließlich Baustellenpraxis von mindestens 6 Monaten) und die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen“. Das bedeutet, dass die Berufspraxis mit der Fachrichtung des Studiums überein­stimmen muss, denn sie soll diejenigen Kompetenzen, die während des Studiums erworben wurden, durch Praxiserfahrung ergänzen.

Absolventen mit dem Studium der Architektur müssen also Praxiserfahrung im Hoch­bau nachweisen können, Absolventen der Innenarchitektur im raumbildenden Aus­bau, Absolventen der Landschaftsarchitektur oder der Landespflege in der Freiraum- und Landschaftsplanung und Absolventen der Stadtplanung in der Stadtplanung. Alle anderen Kombinationen führen nicht zur Eintragung in ein Berufsverzeichnis der Kammer.

Während der Berufspraxis müssen die Absolventen die in der Hessischen Ver­ordnung über die Berufspraxis zur Eintragung in ein Berufsverzeichnis der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (PDF) - kurz: Berufspraxisverordnung - aufgelisteten Themen in praktischer Arbeit ab­leisten und zusätz­lich mit theoretischem Wissen anreichern. Die Vielzahl der je­weils abzuarbeitenden bzw. nach­zuweisenden Themen kann in dem einen oder anderen Fall auch dazu führen, dass der Nach­weis innerhalb der vorgeschriebenen Mindest­zeit von zwei bzw. vier Jahren nicht gelingt. In solchen Fällen kann sich die Zeit der Berufspraxis verlängern, bis die notwendigen Nachweise erbracht werden können.

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