Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Recht

Verjährung von Honoraransprüchen nach drei Jahren

Zur Vermeidung der Verjährung von Honoraransprüchen müssen Architekten die für die Verjährung geltenden Fristen kennen, da Honoraransprüche von Architekten mit Eintritt der Verjährung nicht mehr mit Erfolg durchsetzbar sind. 

Honorarforderungen verjähren regelmäßig nach drei Jahren, § 195 BGB. Für den Beginn der Verjährung kommt es gemäß § 15 Abs. 1 HOAI auf die Fälligkeit der Forderung an. Voraussetzung für die Fälligkeit ist die vertragsgemäße Erbringung der Leistung und die Übergabe einer prüffähigen Rechnung. (Der Zeitpunkt der Abnahme der einzelnen Architektenleistungen spielt hierbei keine Rolle.) Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres zu laufen, in dem die Vergütung fällig wird. Beispiel: Wird die Schlussrechnung im Jahr 2009 übergeben, beginnt die Verjährungsfrist am 01.01.2010 zu laufen, sie verjährt dann am 31.12.2012, 24:00 Uhr. 

Da sich der Auftraggeber nach Eintritt der Verjährung auf die Einrede der Verjährung berufen kann, ist das Architektenhonorar dann weder einklag- noch vollstreckbar. 

Bevor die Verjährung eintritt, muss der Architekt gerichtliche Maßnahmen ergreifen. Dies ist entweder die Beantragung eines gerichtlichen Mahnverfahrens oder die Erhebung einer Honorarklage (bei Forderungen ab 5.000 Euro) über einen Rechtsanwalt. Um den Verjährungseintritt zu hemmen, genügt es nicht, ein Einschreiben oder Anwaltsschreiben an den Auftraggeber, verbunden mit einer erneuten Mahnung und Fristsetzung, zu schicken. Wegen der Arbeitsbelastung in den Anwaltskanzleien zum Ende des Jahres sollte man bei Bedarf frühzeitig den Fachanwalt für Baurecht und Architektenrecht aufsuchen.

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