Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Recht

Hat der Architek ein Recht auf Anbringung eines Namensschilds am Bauwerk?

Bei der Frage, ob der Architekt / die Architektin ein Recht auf Anbringung eines Namensschildes am Bauwerk hat, sind zwei Fälle zu unterscheiden, nämlich das urheberrechtlich geschützte Bauwerk / Werk und das nicht urheberrechtlich geschützte Bauwerk / Werk.

Namensnennungsrecht des Architekten bei urheberrechtlich geschützten Werken
Der Urheberrechtsschutz beginnt bekanntermaßen erst ab einer dafür erforderlichen Gestaltungshöhe (siehe auch unsere Broschüre AKH informiert Nr. 13 "Urheberrechte des Architekten").

Mit der Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 16. Juni 1994 ist klargestellt, dass bei urheberrechtlich geschützten Bauwerken ein Recht der Architekten auf Anbringung eines Namensschildes besteht (§ 13 Satz 2 Urheberrechtsschutzgesetz), und zwar auch ohne dass dies im Architektenvertrag ausdrücklich geregelt sein muss. Dieses Recht könne selbst dann entstehen, wenn der Architekt die Bauleitung nicht selbst ausübe. Maßgebend sei allein, dass das Werk nach seinen Plänen gebaut worden sei. Hinsichtlich der Art, Form und Ausgestaltung eines solchen Namensschildes sagt der Bundesgerichtshof, es müsse sich um ein eher dezentes und weniger auffälliges Namensschild handeln.

Namensnennungsrecht des Architekten bei nicht urheberrechtlich geschützten Werken
Bei nicht urheberrechtlich geschützten Bauwerken besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Anbringung eines Namensschildes. Im Architektenvertrag kann jedoch ein solches Recht des Architekten vereinbart werden. Eine entsprechende Vereinbarung befindet sich unter Ziffer 4.2 unserer Orientierungshilfen zum Architektenvertrag Gebäude, zum Landschaftsarchitektenvertrag und zum Innenarchitektenvertrag.

Weiterführende Informationen

Alle in diesem Artikel erwähnten Broschüren und Orientierungshilfen der AKH können Sie über unseren Bestellservice beziehen:

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