Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Recht

Hinweise zur Werbung von Architekten und Stadtplanern

Stand: Juni 2013

Obwohl sich die berufsordnungsrechtliche Beurteilung, wann ein Fall unzulässiger Werbung vorliegt, in den letzten Jahren deutlich liberalisiert hat, gibt es auch weiterhin Werbung, die berufsordnungsrechtlich unzulässig ist.

Die Berufsangehörigen und Berufsgesellschaften sind verpflichtet, über ihre beruf­liche Tätigkeit, Person und Berufsgesellschaft nur sachlich zu informieren und anpreisende, aufdringliche, unlautere oder unsachliche Werbung zu unterlassen (§ 17 Abs. 1 Ziff. 4 Hessisches Architekten- und Stadtplanergesetz).

Zusätzliche Anforderungen, die sich aus dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ergeben können, wurden in der folgenden Darstellung berücksichtigt.

Unter Beachtung dieser Vorgaben ist jegliche sachliche Informationswerbung zulässig. Im Einzelnen können sich Einschränkungen aus dem Inhalt und den Verbreitungsformen ergeben.

I. Zulässig:

1. Zulässiger Inhalt:
Sachliche, überprüfbare Informationen zu Existenz und Tätigkeitsfeld wie

  • Büroname, Anschrift, Telefon- und Faxnummer, E-Mail- und Homepageadresse (auch akademische Grade und Titel)
  • Bürogröße, technische Ausstattung, personelle Struktur
  • Hinweis auf Angebotspalette
  • Hinweise auf ein Qualitätsmanagementsystem und gegebenenfalls die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001
  • Mitgliedschaft in Kammern und Verbänden
  • Tätigkeitsschwerpunkte
  • Eigene Logos, Symbole, Signets usw.
  • Namensnennung zur Wahrung des Urheberrechts in allen Veröffentlichungen
  • Fotografien von eigenen Projekten (nur Straßenansicht und ohne Adressnennung – sonst Einverständnis des Bauherren erforderlich)

2. Zulässige Medien:

  • Tageszeitungen, (Fach-)Zeitschriften, (Büro-)-Dokumentationsbroschüren, Städteveröffentlichungen, Landkreisportraits, Telefonbücher, Architektenverzeichnisse auf nationaler und internationaler Ebene und in anderen Printmedien ( wie Werbefaltblättern, Werkberichten, Büchern):
    Zulässig sind redaktionelle Beiträge beziehungsweise selbstfinanzierte Anzeigen informativer Art (auch ohne besonderen Anlass).
  • Internet, Fernsehen und Rundfunk:
    Zulässig sind sachliche Beiträge/Informationen.
  • Büro- und Bauschilder, Urheberhinweistafeln an geplanten und ausgeführten Objekten, Visitenkarten und Briefbögen:
    Zulässig sind sachliche Angaben.
  • Beteiligung an Büroverzeichnissen, soweit diese die Anforderungen an zulässige Werbung erfüllen.

3. Zulässige Verbreitungsformen:

  • Präsentation eigener Werke auf fachbezogenen Messen und in fachbezogenen Ausstellungen
  • Selbstfinanzierte Aufschriften (auch als Sponsoring) auf verschiedensten Werbeträgern, z. B. auf eigenen oder fremden Fahrzeugen (Kfz einer sozialen oder gemeinnützigen Einrichtung, Straßenbahn, Bus)
  • Werbeartikelaufdrucke
  • Werbung per Brief

II. Unzulässig

1. Unzulässiger Inhalt

  • Grundsätzlich nicht erlaubt ist jegliche Werbung in anpreisender und reklamehafter oder marktschreierischer Form, z.B. subjektive Werteinschätzungen, die nicht überprüfbar sind.
  • Irreführende oder herabsetzende vergleichende Werbung
  • Werbung mit HOAI- unterschreitenden oder die HOAI missachtenden Angeboten
  • Werbung des freischaffenden Architekten (egal, ob fremdfinanziert oder mitfinanziert), die eine mögliche wirtschaftliche Abhängigkeit von gewerblichen Geschäftspartnern wie Herstellern, Lieferanten, Unternehmern usw. aufzeigt und somit die Unabhängigkeit des freischaffenden Architekten als Sachwalter des Auftraggebers in Frage stellt, z. B. Werbung für Bauprodukte, Bauleistungen u.ä.
  • Werbung (auch selbstfinanzierte) in der Hauszeitung eines Herstellers

2. Unzulässige Verbreitungsformen

  • Telefaxwerbung ohne ausdrückliche Einwilligung des Empfängers
  • E-Mail-Werbung (zu den Voraussetzungen an eine ausnahmsweise zulässige E-Mail-Werbung kann eine telefonische Beratung durch die Rechtsabteilung der AKH erfolgen.)
  • Viele Formen der Telefonwerbung sind unzulässig. Zur Gestaltung einer – ausnahmsweise – zulässigen Telefonwerbung erhalten Sie Informationen über die Rechtsabteilung der AKH.

Unser Service

Die nebenstehenden Erläuterungen sollen Ihnen als AKH-Mitglied ermöglichen, sich bereits im Vorfeld über die Zulässigkeit der von Ihnen geplanten Werbung zu informieren. Sollten trotz der Liste im kon­kreten Fall noch Unsicherheiten be­stehen, so können Sie die von ihnen ge­plante Werbung per Fax (0611 - 173840) an unsere Rechtsabteilung schicken. Eine Rückantwort erfolgt telefonisch oder schriftlich inner­halb von 1 bis 3 Ta­gen.

Architektensuche

Finden Sie für Ihr Bauvorhaben
das passende Architekturbüro.
Zur Suche