Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau Hallen- und Freibad Auedamm, Kassel

Preisträger

1. Preis: Löweneck + Schöffer Architekten GmbH, München mit Dr. Gunter Bartholomai, Freising

€ 45.000

Andreas Löweneck, Norbert Schöfer

Mitarbeit: Ute Ludwig, Silvia Rinke
Florian Smocka (Perspektiven)
Fachberater:
IBW Ingenieurbüro Wieland GmbH, Rastatt (Haustechnik)

2. Preis Behnisch Architekten, Stuttgart

€ 29.000

Stefan Behnisch, Martin Haas, David Cook, Andreas Peyker

Mitarbeit: Stefanie Knebel, Christian Goldbach
Fachberater: Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart, Thomas Auer, Markus Krauss (Energieberatung)
Schlaich, Bergermann + Partner, Stuttgart, Sven Plieninger (Tragwerksplanung)
Kannewischer & Schulz Planungs GmbH, Berlin, Armin Schulz (Bädertechnik)

3. Preis: mvm architekt + starke architektur, Köln mit Club L 94 Landschaftsarchitekten, Köln

€ 18.000

ahllenhallenMichael Viktor Müller, Sonja Starke, Frank Flor, Burkhard Wegener, Jörg Homann, Götz Klose
Mitarbeit: Axel Heggemann, Dominik Wanisch, Heike Plagmann, Nina Rohde
Fachberater: Zibell Willner & Partner Ingenieurgesellschaft für Technische Gebäuderüstung mbH, Köln, Bernhard Pfeifer, Alfred Wallau

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger, beschränkter Realisierungswettbewerb in Form eines nicht offenen Wettbewerbs mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren
Preisgerichtssitzung 30.06.2009
Ort Kassel
Auslober Städtische Werke AG, Kassel
Betreuung CONSTRATA Ingenieur-Gesellschaft mbH, Bielefeld
Preisrichter Prof. Thomas Bieling, Prof. Dr. Rudolf Wienands (Vorsitz), Tobias Mann, Detlef Sacker, Karsten Luttrup-Bauer, Anne Janz, Dr. Jürgen Barthel, Norbert Witte, Jürgen Hilbrecht

Schön Baden gehen
Kassel bekommt ein neues Sport- und Freizeitbad

Entschieden und doch noch nicht entschieden – das ist der Stand beim begrenzt offenen Architektenwettbewerb, ausgelobt von den Städtischen Werken Kassel, für das neue Auebad. Entschieden insofern, als der Wettbewerb abgeschlossen ist und die ersten drei Preisträger feststehen. Unentschieden insofern, als noch aussteht, welcher Preisträger tatsächlich beauftragt wird, das Hallen- und Freibad mit Sauna-Anlage, Sportbecken mit Sprunganlage, Lehrschwimm-, Attraktions- und Kinderplanschbecken sowie Gastronomie zu bauen.

Für die Preisrichter um den Vorsitzenden Prof. Dr. Rudolf Wienands kristallisierten sich aus den 21 Wettbewerbern drei klare Sieger heraus. Auf den ersten Platz kam der Entwurf des Münchener Büros Löweneck + Schöfer in Zusammenarbeit mit dem Freisinger Landschaftsarchitekten Gunter Bartholmai. Der Entwurf greift die Situation des an der Fulda gelegenen Terrains bezüglich der Topographie sehr gut auf, ist klar gegliedert. Das prägende Charakteristikum des lang gezogenen, eleganten Baukörpers ist eine durchgängige Wandscheibe zum Auedamm hin, in die Eingänge und Funktionsräume integriert sind, sowie eine sich zum Fluss hin großzügig öffnende Badelandschaft. Die Blickbeziehungen zur Flusslandschaft sind hier ebenso attraktiv wie die Gestaltung der Saunalandschaft bzw. des Saunagartens.

Auf den zweiten Platz kamen Behnisch Architekten. Bei den Stuttgartern überzeugten vor allem Integration der Anlage in die Auen bis hin an die Fulda, die Faltung der Dachlandschaft im Eingangsbereich, das Thema „Weg“, das sowohl in der Auenlandschaft als auch im Inneren gleichermaßen konsequent wie reizvoll umgesetzt ist, und die Überlegung, wie insbesondere Kinder und Jugendliche die Außenflächen ganzjährig nutzen können.

Auf den dritten Platz kam das Kölner Büro MVM Architekt + Starke Architektur, mit Club L 94 Landschaftsarchitekten. Sie betonen durch die klare Höhenstaffelung stärker die geometrische Struktur ihres Entwurfs und der Außenflächen. Das Ganze folgt dem Leitmotiv „schwimmender Flöße“, wobei sich die Preisrichter hier mit dem durchgezogenen Dreiecksmotiv nur zum Teil anfreunden konnten. Trotz der formalen Strenge fügt sich das entworfene Schwimmbad aber gut zwischen Auendamm und Flussaue.

Das dürfte letztlich auch der Vorteil bei der endgültigen Vergabe des Auftrags sein, wenn eventuell Wirtschaftlichkeit und Folgekosten stärker in den Blickpunkt rücken: Alle drei Entwürfe sind architektonisch durchkomponiert, und alle drei wissen die Landschaft für ihre jeweiligen Konzepte geschickt zu nutzen. Im besten Wortsinne werden die Kasseler deshalb voraussichtlich im übernächsten Jahr schön baden gehen können.