Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neubau Rauschenbergschule, Petersberg

Preisträger

1. Preis: Sturm + Wartzeck, Dipperz

€ 12.000

Jörg Sturm, Susanne Wartzeck
Mitarbeit: Steffen Heil
Fachberater: Mann Landschaftsarchitekten, Kassel

2. Preis Trapp + Wagner, Hünfeld

€ 7.000

Carsten Trapp, Stefan Wagner
Fachberater: Plandrei Landschaftsarchitektur, Dittrich Lutz GBR, Erfurt

3. Preis: Sichau + Walter, Fulda

€ 4.000

Peter Sichau, Hartmut Walter

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Wettbewerb
Preisgerichtssitzung 26.06.2009
Ort Petersberg
Auslober Landkreis Fulda
Betreuung Herget +Wienröder, Eichenzell
Preisrichter Prof. Jürgen Bredow (Vorsitz), Joachim Klie, Jürgen Obermeier

Wohlfühlschule
Rauschenbergschule in Petersberg wird neu gebaut

In Petersberg, vor den Toren Fuldas gelegen, wird die Rauschenberggrundschule neu gebaut. Die bisherige Schule ist quasi eine Zweigstelle der größeren Johannes-Hack-Schule, eine Grund- und Hauptschule mit insgesamt etwa 380 Kindern. Knapp 80 davon besuchen die Rauschenbergschule. Das neue Gebäude wird mit etwa 1.000 qm Lern- und Arbeitsraum für ungefähr 90 Schüler bieten. Der Neubau verhilft auch dazu, eine pädagogische Lücke im Kreis zu schließen: Das alte Gebäude wird umgebaut und als Sprachheilschule und als Schule für Erziehungshilfe genutzt. Beides gab es im weiteren Umkreis bisher nicht.

Die neue Schule, finanziert aus den Mitteln des Konjunkturprogramms,soll eine mit Wohlfühlcharakter“ werden, mit fünf Klassenräumen, Bibliothek, EDV- und Mehrzweckraum. Dazu hat der Landkreis Fulda einen nichtoffenen Wettbewerb mit acht Teilnehmern ausgelobt. Prof. Jürgen Bredow hatte den Vorsitz des Preisgerichts inne, das angesichts der eingegangenen Entwürfe die Vielfalt der unterschiedlichen Typologien bei gleichzeitig hohem Niveau lobte.

So etwa beim erstplatzierten Büro Sturm + Wartzeck, Dipperz. Sie schlagen einen klaren, länglichen Baukörper vor, dessen größerer Teil mit den Klassenräumen und dessen kleinerer Teil mit dem seitlich angegliederten und damit separat nutzbaren Mehrzweckraum durch ein „luftiges“ Foyer verbunden sind, das zur hellen und heimeligen Atmosphäre des Baus beiträgt. Platz zwei ging Trapp + Wagner aus Hünfeld. Sie warten mit einem pavillonartigen, eingeschossigen Baukörper auf mit einer als Deck ausgebildeten Freifläche vor den Klassenräumen sowie einem separaten grünen Klassenzimmer. Dritter wurde das Büro Sichau + Walter aus Fulda mit einem zurückhaltenden Baukörper, der durch die hofartige Anlage bzw. seine U-Form Geborgenheit ausstrahlt.

Der Siegerentwurf verläuft parallel zum Watschelweg und lässt auf diese Weise fast parkartige und schön gestaltete Freiflächen zu. Die Klinkerfassade strahlt in einem angenehmen Rotton, innen dagegen wird es bunt zugehen. Die Klassen sind zweibündig angeordnet, den Flur hätten sich die Preisrichter ein wenig großzügiger gewünscht. Auch der Abstand zum Watschelweg ist zu überdenken, zumal sich vor Ort Bürgerwiderstand gegen eine eventuelle Abholzung des dortigen Grüngürtels formiert hatte. Architektonisch aber sahen die Preisrichter alle Faktoren für ein identitätsstiftendes Schulgebäude mit hohem Wiedererkennungswert gegeben.