Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Architektenwettbewerb Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), Frankfurt/Main

Preisträger

1. Preis: K9 Architekten Borgards - Lösch - Piribauer, Freiburg

€ 29.750

Wolfgang Borgards, Marc Lösch, Manfred Piribauer

Mitarbeit: Jens Hilbert, Melisa Klipfel, Lena Göpfert, Tamara Pichl

2. Preis: scholl architekten partnerschaft scholl.ballbach.walker, Stuttgart

€ 23.800

Wolfgang Balbach, Michael Walker

Mitarbeit: Markus Glaser

3. Preis: Ferdinand Heide Architekt, Frankfurt a. Main

€ 17.850

Ferdinand Heide

Mitarbeit: Victoria Zander, Holger Kostmann, Stefan Hirschfelder

4. Preis: Herbert Hussmann, Berlin

€ 14.280

Mitarbeit: Kim Pöhland-Block, Christian Nowatzky, Lina Müller

Fachberater: Ridder& Meyn, Peter Poon, Berlin (Haustechnik)

Bauatelier Berlin, Rüdiger Ihle, Berlin (Statik)

hhpberlin, Matthias Thiemann, Berlin (Brandschutz)

5. Preis: ap plan mory osterwalder vielmo architekten- und ingenieurges mbH, Stuttgart

€ 9.520

Julian Vielmo Architekt

Mitarbeit: Michael Glowasz, Sven Schmidtgen, Felipe Espinosa Caro

Fachberater: EHS beratende Ing. für Bauwesen, J.P. Grunert, Stuttgart (Tragwerk)

Mosbacher und Roll, Werner Roll, Tettnang (Fassade)

KE & S GbR, Uwe Schimo-Lema, Berlin (TGA)

Halfkam + Kirchner, Frank Potthof, Frankfurt/Main (Brandschutz)

Werk 5 Mangold Helmer GmbH, Hauke Helmer, Berlin (Modellbau)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor.
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2008
Preisgerichtssitzung 15.08.2012
Ort Frankfurt/Main
Auslober Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung
Betreuung DU Diederichs Projektmanagement AG & Co. KG, Wuppertal
Preisrichter Walter von Lom (Vorsitz), Inge Laste, Prof´in Anke Mensing, Prof´in Kirsten Schemel, Prof. Ansgar Lamott, Sybille Wächter, Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Prof. Dr. Marc Rittberger, Erika Ernst, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Thomas Platte

Weiterer Zuwachs auf dem Campus Westend

Neubau Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung Der Campus Westend der Goethe-Universität in Frankfurt am Main entwickelt seit mehreren Jahren rasant – nach dem Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, dem House of Finance, dem Hörsaalzentrum und weiteren Gebäuden entstehen derzeit die Institute für Psychologie und Humangeographie, Gesellschaftswissenschaften sowie Erziehungswissenschaften. Nun soll ein weiterer Neubau für das Deutsche Institut für Pädagogische Forschung DIPF folgen. Mit diesem verknüpft ist die Hoffnung, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der außeruniversitäten Forschungseinrichtung und der Universität zu verbessern.
Nötig geworden war der Neubau, da das bisherige DIPF-Domilzil an der Bockenheimer Schlossstraße aus allen Nähten platzt. Zur Vorbereitung des nichtoffenen, einstufigen Architektenwettbewerbs, den die DU Diederichs Projektmanagement AG & Co. KG aus Wuppertal betreute, hatten zwischen dem Hessischen Baumanagement als Auslober und der AKH Abstimmungsgespräche stattgefunden. Die Auslobung forderte neben Büroräumen für die 300 Mitarbeiter eine Bibliothek, einen Labor- und Konferenzbereich, eine Kindertagesstätte sowie eine Erweiterungsoption. Gestalterisch wurde vom geplanten Neubau nichts weniger erwartet, als ein repräsentatives Tor im Nordwesten des Campusgeländes zu markieren.
Das Preisgericht, dem der Kölner Architekt Walter von Lom vorsaß, entschied sich für die Vergabe von fünf Preisen sowie vier weiteren Ankäufen unter den 21 eingereichten Arbeiten. Der erste Preis ging an die Freiburger K9 Architekten Borgards - Lösch - Piribauer, der zweite Preis an scholl architekten partnerschaft scholl.ballbach.walker aus Stuttgart. Mit dem dritten Preis bedachten die Preisrichter den Frankfurter Architekten Ferdinand Heide. Platz vier erreichte der Entwurf von Herbert Hussmann aus Berlin und die Stuttgarter ap plan mory osterwalder vielmo architekten- und ingenieurges mbH landete auf dem fünften Platz.
Eine markante, 13-geschossige Hochhausscheibe prägt die erstplatzierte Arbeit. Die Preisrichter zeigten sich überzeugt von der „städtebaulich markanten Figur“ und der „gewünschten Ausrichtung des Haupteinganges zur Grünachse des Campus.“ K9 Architekten gliedern die großen Fassadenflächen gestalterisch in Sockel, Mittelzone und „Krone“. Das Preisgericht würdigte die Qualitäten des großzügigen, mehrgeschossigen Foyers und der anschließenden Raumfolge aus Innenhalle und Innenhof mit wechselnden Höhen. Kritisch bewertet wurde allerdings, dass die städtebauliche Gesamtfigur erst im Zuge des zweiten Bauabschnitts erreicht werde und zunächst eine höhere Lärmbelastung zu erwarten sei.
Der zweitplatzierte Entwurf von scholl architekten präsentiert ein u-förmiges Gebäude auf einem Sockel. So verschaffe sich der Neubau eine „wichtige und vollständige Präsenz zum Campus“ hin und definiere den Platz an der Hansaallee mit einer vollständigen Raumkante. Zudem werde so der zur Realisierung anstehende Teil landschaftlich definiert und diene „langfristig als Platzhalter für den Ergänzungsbau“, so die Preisrichter. Das Preisgericht würdigte die „besondere architektonische Qualität“ sowie die „attraktiven und poetischen Räume“ des Entwurfes. Nachbesserungsbedarf sah es jedoch bei der Dimensionierung des Foyers und bei der Fassadenausbildung.
Mit einer „städtebaulichen Ausformulierung des Gesamtkörpers auch ohne etwaigen Erweiterungsbau“ überzeugte der drittplatzierte Frankfurter Architekt Ferdinand Heide. Den städtebaulich gewünschten Hochpunkt bildet ein Turm. Die „sensible Gliederung“ der Fassaden empfanden die Preisrichter als wohltuend, spannend und folgerichtig, die Lärm- und Emissionsbelastung des Außenbereichs der KiTa bewerteten sie als problematisch.
Eine „regide Skulpturalität“ sowie eine „konsequent durchgerasterte Fassade“ prägen die Arbeit von Herbert Hussmann, die den vierten Preis erhielt. Der Haupteingang orientiert sich zum Campus hin, die Bibliothek soll einen separaten Eingang vom Universitätsplatz erhalten. Die Preisrichter regten eine Neuordnung für die Bibliothek sowie die Überarbeitung weiterer Raumzuordnungen an.
Der fünfplatzierte u-förmige Entwurf von AP Plan Mory Osterwalder Vielmo weist ein „großzügiges, klares und sehr übersichtliches“ Foyer mit zweiseitiger Adressbildung auf und ordnet die Bürobereiche in einem Turm mit eigenem Entreé an. Das Preisgericht würdigte die Klarheit, Übersichtlichkeit und räumliche Großzügigkeit im Innenbereich.
Die Preisrichter empfahlen den ersten Preis umzusetzen. Welcher Entwurf jedoch am Ende das Rennen macht, wird erst nach Abschluss des Vergabeverfahrens entschieden.

 

Katja Klenz