Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Schulsporthalle Hünfeld

Preisträger

1. Preis: Sichau + Walter Architekten, Fulda

€ 10.000

Peter Sichau, Hartmut Walter
Mitarbeit: Marc Ebersberger, Marcus Leinweber

3. Preis Reith + Wehner Architekten, Fulda

€ 4.750

Manfred Reith, Stefan Wehner
Mitarbeit: Stephan Storch, Nadin Hasel, Matthias Schöner

3. Preis: Trapp + Wagner Architekten + Ingenieure, Hünfeld

€ 4.750

Carsten Trapp, Stefan Wagner
Fachberater: Plan Drei - Landschaftsarchitektur, Erfurt

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Nichtoffener Wettbewerb
Preisgerichtssitzung 29.05.2009
Ort Hünfeld
Auslober Landkreis Fulda
Betreuung Herget + Wienröder, Eichenzell
Preisrichter Michael Frielinghaus (Vorsitz), Birger Rohrbach, Jürgen Obermeier

Halt in Hünfeld

Eine Schulsporthalle löst nicht nur Platz-, sondern auch Ordnungsprobleme

Hünfeld, die nordhessische Kleinstadt im Landkreis Fulda, bekommt eine neue Zweifeldhalle. Der 16.000-Einwohner-Ort ist ein wichtiger Schulstandort des Landkreises, und die Halle tut dringend Not – nicht nur für den Schulsport bzw. für Betreuungsangebote im Rahmen von Ganztagsschulen, sondern auch für den Vereinssport. Finanziert wird das Ganze durch die Stadt Fulda bzw. aus dem Konjunkturprogramm des Bundes. Für die rund 45 mal 35 Meter große Halle, die zwischen Wigbertgymnasiumund Konrad-Zuse-Schule entstehen wird, hat der Kreisausschuss des Landkreises Fulda einen nichtoffenen Wettbewerb ausgelobt.

Gewonnen hat ihn das Fuldaer Büro Sichau + Walter Architekten. Sie platzieren ihren einfachen und klar strukturierten Baukörper parallel und dicht zur Karl-Medler-Straße, der auf diese Weise ordnend in der eher willkürlich erscheinenden Umgebung wirkt. Die Entscheidung der Preisrichter fiel einstimmig, auch was der Verzicht auf einen zweiten Preis sowie die Vergabe zweier dritter Preise anbelangt. Diese gingen an Reith + Wehner Architekten, ebenfalls Fulda, die die Halle als abgesenkten Baukörper konzipieren und ihn zur Karl-Medler-Straße mit einem breiten Grüngürtel (auf Kosten der Schulhofgröße) umgeben, sowie an Trapp + Wagner Architekten + Ingenieure, Hünfeld. Diese wiederum platzieren die Halle am weitesten von der Karl-Medler-Straße weg, sodass ein großer Freiraum mit schöner Platzqualität entsteht.

Gut gegliederte Freiflächen zeichnen auch den Siegerentwurf aus. Vor allem das Lindenwäldchen in der Platzmitte kann zum zentralen Ort der Ruhe werden. Die Halle selbst besteht aus einer einfachen Holzkonstruktion über einem massiven Sockel, mit ca. vier Meter hohen milchigen Acrylplatten an den Seiten. Die Sportler erreichen sie ebenerdig über den Pausenhof, die Tribünen sind separat übers Obergeschoss zugänglich. Lob erhielt seitens der Preisrichter unter dem Vorsitz von Michael Frielinghaus die Lösung für den Übergang zwischen Innen und Außen: eine farbige Wand vor den Nebenräumen, davor eine Verglasung und dazwischen ein Erschließungsflur. Auch an der Funktionalität – von den Umkleiden über die Geräteräume bis zu dem Mehrzweckraum mit kleiner Terrasse – hatten die Preisrichter nichts auszusetzen. Bei dem sehr wirtschaftlichen Entwurf überzeugte vor allem, wie er dem Ort den dringend notwendigen Halt zu geben vermag.