Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Obere und Untere Schlossgasse in Idstein/Taunus

Preisträger

1. Preis: Traut Architekten, Bad Camberg

€ 4.000

Michael Traut
Mitarbeit: E. Feuerhahn-Lerch, S. Meichsner
Fachplaner: Hendrikx – Landschaftsarchitekten, Heuchelheim

1. Preis: Planergruppe ASL, Frankfurt/Main

€ 4.000

Ronald Uhle
Mitarbeit: Claudia Uhle

3. Preis: Harald E. Wenig, Idstein-Walsdorf

€ 2.500

Mitarbeit: Dimitris Michalakelis, Simon Wenig, Eike Wiborny

4. Preis: Dr.-Ing. Sever Severain jr., Wiesbaden

€ 2.000

Mitarbeit: Marianna Frech, Johanna Giersbach, Florian Grafen, Axel Müller-Maxeiner, Mirsad Sejfic, Sabine Wagner-Mourik
Fachplaner: Büro brogl + majal, Eltville (Freianlagenplaner)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Einstufiger Ideenwettbewerb in Form eines Einladungswettbewerbs
Preisgerichtssitzung 15.05.2008
Ort Idstein/Taunus
Auslober Stadt Idstein
Betreuung goedeking architekten, Frankfurt/Main
Preisrichter Adelgard Weyell (Vorsitz), Hans-Egon Baasch, Jürgen Rittmannsperger, Prof. Mathias Uhle, Felix Hartmann, Gerhard Dernbecher, Wolfgang Heller / Annette Reineke-Westphal

Magische Ideen
Ein Architektenwettbewerb soll die Idsteiner Altstadt beleben

Ein Gang durch Idsteins Fachwerkaltstadt ist ein Genuss. Allerdings manchmal einer mit Hindernissen, denn der ein oder andere Weg entpuppt sich als Einbahnstraße, die schwierige Verzahnung etwa der oberen bzw. unteren Schlossgasse mit der Innenstadt, dem Schloss und der Straße „Am Hexenturm“ hat schon manchen Touristen verwirrt. Wie man dieses Gebiet besser anbinden, baulich verdichten und geschickter für Tourismus, Gastronomie sowie für Büro- und Geschäftsflächen nutzen kann, war deshalb Ziel eines Ideenwettbewerbs, den Idstein ausgelobt hat.

Neun Arbeiten wurden eingereicht, gleich zwei erste Preise vergeben. Einer davon ging an die Frankfurter Planergruppe ASL. Sie setzen auf Qualität vor Quantität, verzetteln sich nicht, sondern konzentrieren sich auf einen Glaspavillon mit Café am Schlossgarten und ein Künstlerhaus. Der ehemalige Supermarkt und das Parkdeck werden abgerissen. Dort entstehen zwei Gebäude mit Wohnungen, Läden und Büroflächen. Die schmalen Gebäudezeilen fassen zugleich den neuen Park. Zwei Tiefgaragen sollen dafür sorgen, dass die Schlossgasse im Wesentlichen frei von Verkehr bleibt. Die Preisrichter unter Vorsitz der Wiesbadener Architektin Adelgard Weyell vermerkten die Lage des Künstlerhauses neben dem Jugendzentrum und dass durch die gastronomischen Beschränkung natürlich auch das touristische Potenzial nicht voll ausgeschöpft wird und gaben zu Bedenken, ob angesichts der neuen hochwertigen Wohnsituation nicht konsequenterweise ganz auf eine Verwaltungsnutzung verzichtet werden sollte.

Der zweite erste Preisträger, Traut Architekten aus Bad Camberg, stellte seinen Entwurf unter das Motto „Magie und Medien“, was zum Wahrzeichen Idsteins, dem Hexenturm, durchaus passt. So soll eine Mediathek anstelle des Supermarkts Historie und Moderne verschmelzen lassen. Einige weitere Vorschläge sind stärker eventbezogen, sodass die Preisrichter Zweifel hatte, ob die erhoffte Belebung im Alltag davon profitiert. Positiv aber wurde die Platzierung der Neubauten gewertet, etwa eine neue Stadtloggia mit „Rosencafé“, das Blickfang und Anziehungspunkt zugleich für alle Besucher ist, die aus der Altstadt durchs Torhaus kommen. Auch die Gestaltung des Kreisels zu einem kleinen Platz mit Bäumen und Terrassen ist gelungen – wenngleich der Preis der Wegfall vieler Stellplätze ist, für die man erst noch eine Alternative suchen muss, will man nicht den Verkehr in den Planungsbereich hineinziehen.

Den dritten Platz belegte Harald E. Wenig aus Idstein-Walsdorf. Er schlägt einen neuen trapezförmigen Platz an der Straße „Am Hexenturm“ vor, der zugleich einen Rundgang Altstadt – „Am Hexenturm“ – Schlossgasse ermöglicht. Allerdings stellte das Preisgericht die Frage, ob ein zweiter Platz in großer Nähe zum Marktplatz tatsächlich sinnvoll sei. Die drei vorgeschlagenen mehrfach gewinkelten, dreigeschossigen Baukörper führen zudem zu einer erheblichen Verdichtung. Wohlwollender wurde hingegen das neue Hexenturmmuseum an zentraler Stelle im Rosengarten aufgenommen.

Was aus dem Ideenwettbewerb folgt, zeichnet sich noch nicht ab. Aber bei der Fülle an Einfällen, die die Wettbewerber eingebracht haben, müsste es schon wie verhext sein, könnte man damit nicht die Idsteiner Altstadt an einer ihrer wichtigsten Stellen beleben.