Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

Neugestaltung des Entenangers in Kassel

Preisträger

1. Preis: Gunter Fischer, Bonn

€ 14.400

Thomas Grobe, Verkehrsplaner

2. Preis: foundation 5+ Landschaftsarchitekten, Kassel

€ 9.000

Michael Herz
mit Ingenieurbüro Kühnert, Bergkamen
Jürgen Kühnert

Ankauf: TOPOTEK 1 Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin

€ 4.200

Lorenz Dexler mit GRI Gesellschaft für Gesamtverkehrsplanung, Berlin

Ankauf: Irene Lohaus, Peter Carl Landschaftsarchitektur, Hannover

€ 4.200

Konrad Rothfuchs

Ankauf: faktorgruen – Landschaftsarchitekten, Denzlingen

€ 4.200

Dr. Andreas Clausen

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener, einstufiger Realisierungswettbewerb
Preisgerichtssitzung 19.03.2009
Ort Kassel
Auslober Stadt Kassel
Betreuung roller architekten, Kassel
Preisrichter Prof. Wigbert Riehl, Michael Triebswetter, Prof. Ariane Röntz (Vorsitz), Prof. Berthold Penkhues, Prof. Robert Schnüll, Norbert Witte, Patrick Hartmann, Dirk Schumacher, Stefan Bethke

Es kommt immer noch darauf an, was man daraus macht
In Kassel wird der Entenanger neu gestaltet

Der Entenanger, ein lang gezogener Platz unweit des Königsplatzes in Kassel, liegt wunderbar zentral, sieht aber nicht wirklich wunderbar aus. Er ist zwar nicht mehr die reine Parkplatzwüste, als die er einst genutzt wurde, hat einen Spielplatz und wenn man so will, auch ein kleines Stück „Park“. Aber es gibt noch einiges an Entwicklungspotenzial.

Die Aufgabenstellung bei dem begrenzt offenen Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung des Platzes, ausgelobt von der Stadt Kassel und betreut von roller Architekten (Kassel), lautete denn auch wenig überraschend, dass der ruhende Verkehr reduziert und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden soll. Da der Entenanger die Mitte des Stadtquartiers „Altstadt“ bildet, steht er im Ensemble mit der typischen 1950er-Jahre-Bebauung unter Denkmalschutz, was einer besonderen Berücksichtigung bedurfte, ebenso wie die räumlichen Bezüge zur Markhalle und zum Königsplatz.

Die Preisrichter unter Vorsitz von Prof. Ariane Röntz entschieden sich einstimmig für den Vorschlag des Bonner Landschaftsarchitekten Gunter Fischer, der dem Platz eine neue Bestimmung gibt, ihn zum steinernen Platz macht und ihn mit Baumscheiben und unterschiedlichen Belägen in den Spielbereichen gliedert. Der zweite Preis ging an das Kasseler Büro foundation 5+, dem vor allem die Herstellung der Abfolge von Königsplatz über den Entenanger hin zur Unterneustadt gelingt. Einstimmig viel auch die Entscheidung statt eines dritten Preises drei Ankäufe zu vergeben.

Der Siegerentwurf verfolgt einen sehr urbanen Ansatz: In der Wahl des Materials Beton, aber auch in der multifunktionalen Gestaltung, die ohne Stufen oder Senkungen auskommt. Die Verkehrsführung bleibt – zugunsten der Vorzonen etwas reduziert – erhalten, die Parkmöglichkeiten werden in drei Bereichen vor den Häusern längsseitig angesiedelt, dienen also Anwohnern und Geschäftsleuten, ohne das Gesamtkonzept zu tangieren. Die Spielmöglichkeiten sind vielfältig, die begrünten Baumscheiben bieten überall Ruhe und Erholung. Ein Teil der vorhandenen Robinien und Ahornbäume bleibt erhalten, einige Bäume werden neu gepflanzt, was im Westen und Osten zu schönen Raumbildungen führt. Lob fand der Vorschlag, an Garnisonskirche und Tränkepforte auf Bäume zu verzichten. Den Anschluss an die Garnisonskirche allerdings monierten die Preisrichter als bemüht ebenso wie die Lösung Richtung Marställer Platz. Auch die Vorzonen hätten sie sich tiefer gewünscht. Und letztlich mahnten sie noch eine Überprüfung des Ortbetons hinsichtlich der Unterhaltung an. Aber da gilt letztlich der bekannte Beton-Slogan, dass es eben darauf ankommt, was man daraus macht.