Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Vergabe + Wettbewerbe

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Neubau einer Dreifeld-Sporthalle in Seeheim-Jugenheim

Preisträger

1. Preis: Loewer & Partner Architekten und Ingenieure, Darmstadt

€ 18.000

Andreas Janouschkowetz
Mitarbeit: Edmund Kallenbach, Markus Märte

2. Preis: MGF Architekten GmbH, Stuttgart

€ 12.000

Josef Hämmerl
Mitarbeit: Daniel Gross, Michael Schoener, Jan Kliebe

3. Preis: Kauffmann Theilig & Partner, Stuttgart

€ 8.000

Prof. Andreas Theilig, Dieter Ben Kauffmann, Reiner Lenz
Mitarbeit: Christoph Anderer
Fachberater: Eurich Gula Landschaftsarchitektur,
Wendlingen am Nekar (Landschaftsplanung)
Pfefferkorn Ingenieure, Stuttgart
Hans Peter Henes, Stuttgart (Verkehrsplanung)

4. Preis: Spreen Architekten, München

€ 6.000

Jan Spreen
Mitarbeit: Angela Spreen
Fachberater: terra.nova, München
Peter Wich (Landschaftsplanung)
Merz Kley Partner Bauingenieure, Dornbirn (A)

Ankauf: Heinisch.Lembach.Huber Architekten, Stuttgart

€ 4.000

Marcus Lembach
Mitarbeit: Timo Kegel, Clemens Freitag (Modellbau)
Fachberater: Engelsmann Peters Beratende Ingenieure, Stuttgart (Tragwerksplanung)

Kurz + Fischer GmbH, Winnenden (Bauphysik)

Preisgerichtsentscheidung liegt vor
Fachrichtung Hochbau
Wettbewerbsform Begrenzt offener, einstufiger Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem qualifizierten Auswahlverfahren.
Preisgerichtssitzung 05.03.2009
Ort Seeheim-Jugenheim
Auslober Landkreis Darmstadt-Dieburg
Betreuung Stadtbauplan, Darmstadt
Preisrichter Prof. Helmut Raff (Vorsitz), Ulrich Kuhlendahl, Jörg Blume, Christel Fleischmann, Olaf Kühn, Holger Gehbauer

Sporthalle als Entrée
Wettbewerb für Schuldorf Bergstraße entschieden

Grundschule, Sonderschule, Haupt-, Real-, Berufsschule, Gymnasium sowie einen Kindergarten und ein Internat – das Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim bietet ein beeindruckendes Spektrum an Schulformen. 1954 gegründet, war es die die erste kooperative Gesamtschule in der Bundesrepublik Deutschland. Heute werden hier rund 2000 Schüler unterrichtet, Tendenz steigend, zumal auch noch eine neue Internationale Schule eingerichtet wurde. Das ist auch der Grund, warum die Schule eine neue Dreifeld-Sporthalle mit 500 Tribünenplätzen braucht, die allerdings auch für Vereinssport gedacht ist.

Die Halle soll am Rand der inzwischen zum Teil denkmalgeschützten Anlage errichtet werden, im Bereich eines bestehenden Parkplatzes, angrenzend an die L3103 und den Elsbach. Beim dazu vom Landkreis Darmstadt-Dieburg ausgeschriebenen Realisierungswettbewerb (Betreuung: Stadtbauplan GmbH) bestand also zudem die Chance, eine neue Eingangssituation für das Gelände zu schaffen. Unter den 24 Teilnehmern ist dies dem Darmstädter Büro Loewer & Partner am besten gelungen. Sie schlagen einen sehr kompakten Baukörper vor, der von einem in der Grundform quadratischen, an den Ecken abgerundeten, signifikanten Dach mit dreieckigen Oberlichtern überstanden wird. Platz zwei ging an die Stuttgarter MGF Architekten, die ihren ebenfalls kompakten Baukörper mit schuldorftypischem Klinker so positioniert haben, dass sehr viel zusammenhängende Freifläche erhalten bleibt. Dritter wurde Kauffmann Theilig & Partner, gleichfalls Stuttgart, für eine reduzierte, robuste Halle mit Holzfassade und einem Vorplatz, der die neue Eingangssituation gut formuliert.

Beim Siegerentwurf überzeugte die Preisrichter (Vorsitz: Prof. Hellmut Raff) vor allem, wie die Elemente der umgebenden Bebauung im Entwurf integriert wurden: die Baumstammstruktur der Außensäulen aus geschälten Kiefern, Klinker an den geschlossenen Fassadenteilen bei der sonst weitgehend transparenten Halle sowie das Spiel mit Licht und Schatten. Die Halle ist eingegraben, die Funktionsräume sind zugunsten der Transparenz im Untergeschoss angesiedelt. Der große Dachüberstand dient als Sonnenschutz und als überdachter Fahrradstellplatz. Positiv ist auch die Trennung von Fahr- und Fußgängerverkehr. Ein neuer Vorplatz, modelliert aus Sanddünen und mit einer organisch geformten Überdachung, sowie eine Bushaltestelle schließen sich harmonisch an die Halle an. Probleme hatte das Preisgericht allerdings mit Lichtflecken auf dem Hallenboden durch die dreieckigen Oberlichter, mit dem zu klein konzipierten Aufzug und mit dem Raumangebot gerade bei den technischen Räumen und dem Vereinsraum.

Sonst aber gelingt es dem Entwurf, als markantes Bindeglied zwischen dem versteckt liegenden Schuldorf und der Öffentlichkeit nach Außen zu wirken und den Spagat zwischen Eigenständigkeit und Ortsbezug zu meistern.